Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Zahl der Krebsneuerkrankungen ist seit 1900 deutlich gestiegen, unter anderem durch höhere Lebenserwartung, veränderte Lebensstile und bessere Diagnostik.
- 2020 erkrankten in Deutschland rund 490.000 Menschen neu an Krebs, weltweit waren es 2022 fast 20 Millionen; Lungenkrebs ist am häufigsten.
- Moderne Therapien wie Immuntherapie und Präzisionsmedizin verbessern die Prognose, abhängig von Krebsart und Diagnosezeitpunkt.
- Früherkennung spielt eine zentrale Rolle, da eine frühe Diagnose die Heilungschancen erheblich erhöht.
Krebs: Statistik seit 1900 – die Krebserkrankung in der Statistik über die Jahre
Seit 1900 ist die Zahl der dokumentierten Krebsfälle stark angestiegen, was nicht zuletzt daran liegt, dass sich die Krebsstatistik in Deutschland und weltweit erheblich verändert hat. Insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Krebserkrankungen aufgrund der eingeschränkten diagnostischen Möglichkeiten nicht nur seltener festgestellt, sondern auch weniger häufig dokumentiert.
Dennoch: Im Laufe des Jahrhunderts kam es zu immer mehr Krebserkrankungen in Deutschland. Folgende Einflussfaktoren spielten dabei eine Rolle:
- Höhere Lebenserwartung: Krebs tritt bei älteren Menschen häufiger auf
- Umweltfaktoren wie UV-Strahlung und Umweltverschmutzung
- Lebensstilfaktoren: ungesunde Ernährung, Alkohol, Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht
Am Beispiel: Krebsmortalitätsraten der Hamburger Bevölkerung sowie Anteil der Bevölkerung der ≥ 60-Jährigen:
Zu den häufigsten Krebsarten gehörten Lungenkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs. Vor allem die Lungenkrebsfälle stiegen deutlich an, was dem zunehmenden Tabakkonsum im 20. Jahrhundert geschuldet ist.1
Dass die Zahlen im 20. Jahrhundert so rapide angestiegen sind, liegt auch an den verbesserten Diagnosemethoden. Krebs wird inzwischen häufiger und früher erkannt – zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind also vermutlich viele Menschen in Deutschland an Krebs gestorben, ohne dass jemals eine Krebsdiagnose gestellt wurde.
So wird im statistischen Jahrbuch aus Berlin von 1899 Lungentuberkulose mit 11,7 Prozent als häufigste Todesursache genannt, gefolgt von Lungenentzündungen. Krebs wird erst an sechster Stelle aufgeführt. Zum Vergleich: Rund 100 Jahre später, im Jahr 1996, standen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 45 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Krebs mit 20 Prozent.2
Dennoch gilt: Krebs ist kein Phänomen der Neuzeit. Bereits an Überresten von Vormenschen, die vor Millionen von Jahren lebten, konnten Anzeichen für Knochenkrebs ausgemacht werden.2
In der Antike wurden die ersten Krebsfälle dokumentiert und von Hippokrates, dem Vater der Medizin, als „Karkinoma“ bezeichnet. Die zellverändernde Natur von Krebs wurde 1858 von Rudolf Virchow entdeckt und beschrieben. Tumore wurden nun immer häufiger chirurgisch entfernt, was sich allerdings kaum positiv auf die Überlebensraten auswirkte – nicht zuletzt aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen, die oftmals schwerwiegende Infektionen zur Folge hatten.3
Aktuelle News zum Thema Krebs

Zahl der Krebsneuerkrankungen könnte sich bis 2050 nahezu verdoppeln
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Bericht veröffentlicht, der es in sich hat: Demnach erkranken jedes Jahr rund 20,6 Millionen Menschen auf dem Globus neu an Krebs. Die Tendenz ist steigend: Bis 2050 könnten es fast 35 Millionen sein. Doch machtlos ist die internationale Gemeinschaft nicht.

Brustkrebs überlebt: „Ich bin ein Ergebnis von einer Vision Zero“
In der Europäischen Union ist Brustkrebs noch immer die häufigste Krebs-Todesursache bei Frauen. Allein in Deutschland sterben rund 19.000 Patientinnen jährlich daran – trotz aller medizinischen Fortschritte. Der Verein „Vision Zero e.V.“ bringt Menschen zusammen, die das ändern und die Zahl der Todesfälle gegen Null bringen wollen. Was dafür getan werden muss? Darüber sprachen Expert:innen auf dem Berlin Summit der Initiative.

Krebs zurückgedrängt: „Ich bin hier, weil es die CAR-T-Zelltherapie gibt.“
CAR-T-Zelltherapien können das Leben von Menschen mit hochaggressiven Blutkrebserkrankungen auf den Kopf stellen, zunehmend sogar Hoffnung auf Heilung geben. So wie bei Jan Leidecker, der seine bewegende Geschichte auf dem „CAR-T Congress 2026“ des LAWG Deutschland e.V. in Berlin erzählte. Dort kamen Patient:innen und Fachleute aus Medizin, Wissenschaft, Industrie und Kostenträgern zusammen, um über das Potenzial dieser besonderen Behandlungsform zu sprechen. Alle waren sich einig: Im deutschen Gesundheitssystem muss sich einiges ändern, damit die Versorgung besser wird – und die Bundesrepublik beim medizinischen Fortschritt mithält.
Krebs Statistik Deutschland und weltweit
Im Jahr 2020 erkrankten in Deutschland rund 230.000 Frauen und 260.000 Männer neu an Krebs, also insgesamt etwa 490.000 Personen. Die standardisierte Erkrankungsrate lag somit bei 337 Frauen und 406 Männern pro 100.000 Einwohner. 229.000 Menschen erlagen im selben Jahr ihrer Erkrankung, was einer standardisierten Sterberate von 118 (Frauen) beziehungsweise 174 (Männer) entspricht.4,5
Gemäß der statistischen Daten der WHO, erkrankten in 2022 19.976.499 Menschen weltweit an Krebs; 10.311.610 Männer und 9.664.889 Frauen. Die altersstandardisierte Erkrankungsrate lag bei den Männern damit bei 212.6, bei den Frauen bei 186.3. Im Schnitt bedeutet dies, dass jeder fünfte Mensch im Laufe seines Lebens an Krebs erkrankt.
9.743.832 Menschen erlagen ihrer Krebserkrankung (5.430.284 Männer, 4.313.548 Frauen, was einer Sterberate von 91.7 entspricht (109.8 bei den Männern, 76.9 bei den Frauen). Rang eins des Rankings belegte Lungenkrebs – sowohl bei der Neuerkrankungs-, als auch bei der Sterberate.12
Welchen Einfluss nehmen moderne Therapieformen auf die Überlebensraten bei Krebs?
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts kam bei der Behandlung von Krebs zunehmend die Strahlentherapie zum Einsatz. Dass Röntgenstrahlung selbst auch krebserregend ist, wurde erst später entdeckt, während die gezielte Dosierung der Strahlung erst allmählich im Laufe der 1930er Jahre möglich wurde.3
Heute stehen Ärzt:innen bei der Behandlung von Krebs viele moderne Therapien zur Verfügung, wodurch die Überlebenschancen nach einer Krebsdiagnose deutlich angestiegen sind. Wie hoch die Überlebenschance im Einzelfall ist, hängt jedoch immer vom Zeitpunkt der Diagnose sowie von der jeweiligen Krebsart ab. So zählt Bauchspeicheldrüsenkrebs mit einer relativen Fünf-Jahres-Überlebensrate von 11 Prozent zu den tödlichsten Krebserkrankungen, auch deshalb, weil meist erst spät Symptome auftreten8. Bei Brustkrebs, Hodenkrebs und Hautkrebs sind die Chancen für eine vollständige Genesung hingegen vergleichsweise gut: Bei Brustkrebs liegt die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 88 Prozent9, bei Hodenkrebs bei 97 Prozent und bei Hautkrebs bei 95 Prozent11.
Ein neuartiger Behandlungsansatz gegen Krebs ist beispielsweise die Immuntherapie, bei der Mediziner:innen das körpereigene Immunsystem dazu befähigen, entartete Zellen zu bekämpfen. Ebenfalls sehr vielversprechend ist die Präzisionsmedizin, eine auf die individuellen Patient:innen zugeschnittene Behandlungsstrategie.
Dass die Früherkennung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und insbesondere in den letzten 30 Jahren zunehmend an Bedeutung gewann, blieb ebenfalls nicht folgenlos für die Krebs Statistik in Deutschland sowie für die Krebsrate weltweit. Denn: Eine frühzeitige Erkennung erhöht die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung und beeinflusst letztlich auch die Überlebensraten.7
Weitere Hintergrundinfos zum Thema Krebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome, Ursachen, Lebenserwartung
Bauchspeicheldrüsenkrebs tritt im Vergleich zu Krebsarten wie Lungen- oder Darmkrebs relativ selten auf, hat jedoch eine besonders ungünstige Prognose. Was macht das Pankreaskarzinom so gefährlich? Wie entsteht der Krebs? Und welche Symptome gehen damit einher?

Warum heißt Krebs Krebs?
Viele Bezeichnungen für Krankheiten sind allgemein eher unbekannt – dies gilt jedoch nicht für den Begriff Krebs. Im Gegenteil: Kaum ein medizinischer Begriff ist mit so viel Angst und Schrecken verbunden. Immerhin erkranken etwa 500.000 Menschen jährlich an Krebs – allein in Deutschland1. Doch warum heißt die Krankheit Krebs Krebs, wie hat sich der Begriff über die Jahrhunderte entwickelt und was genau wird unter der Bezeichnung heute verstanden?

Krebs Mythen – wahr oder falsch?
Trotz großer wissenschaftlicher Fortschritte und zunehmender medizinischer Aufklärung gibt es einige Krebs-Mythen, die sich hartnäckig halten. Doch wie viel Wahrheitsgehalt haben Aussagen wie „Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Zucker und Krebs“ oder „Bügel-BHs verursachen Krebs“ tatsächlich? Eines ist ganz klar: Es ist wichtig, stets zwischen wissenschaftlich fundierten Informationen und Mythen zu unterscheiden.
Quellen:
Krebsstatistik – Häufigkeit von Krebserkrankungen
https://www.oncology-guide.com/ursachen/krebsstatistik/Krebs – Vergangenheit und Gegenwart und was ist genau Krebs
https://www.med.de/ratgeber/krebs-vergangenheit-und-gegenwart-und-was-ist-genau-krebs/Eine Zeitreise durch die Krebsforschung
https://www.krebsratgeber.at/expertise/eine-zeitreise-durch-die-krebsforschung/Krebs gesamt
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Krebs_gesamt/krebs_gesamt_node.htmlKrebsstatistiken: So häufig ist Krebs in Deutschland
https://www.krebsinformationsdienst.de/forschung/krebszahlenWHO erwartet rasanten Anstieg der Krebsfälle
https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/krebs-who-zunahme-100.htmlFortschritte in der Krebstherapie
https://www.roche.de/unternehmen/stories/fortschritte-in-der-krebstherapieBauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Bauchspeicheldruesenkrebs/bauchspeicheldruesenkrebs_node.htmlBrustkrebs (Mammakarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Brustkrebs/brustkrebs_node.htmlHodenkrebs (Hodenkarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Hodenkrebs/hodenkrebs_node.htmlMalignes Melanom der Haut
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Melanom/melanom_node.htmlhttps://gco.iarc.who.int/media/globocan/factsheets/populations/900-world-fact-sheet.pdf
