Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
- Die fünf häufigsten Krebsarten bei Frauen in Deutschland sind Brust-, Darm-, Lungen-, Haut- und Gebärmutterkörperkrebs.
- Brustkrebs ist mit Abstand die häufigste Krebsart (ca. 30 % aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen).
- Weitere typische Krebsarten sind Eierstock-, Gebärmutterhals- und Vulvakrebs, die ausschließlich Frauen betreffen.
- Innovative Therapien wie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und Immuntherapien verbessern zunehmend die Prognose und senken insbesondere bei Brustkrebs die Sterblichkeit.
Die 5 häufigsten Krebsarten bei Frauen
Bei einer Betrachtung der Inzidenzen für alle Krebserkrankungen sind die fünf häufigsten Krebsarten bei Frauen Brustkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs und Gebärmutterkörperkrebs2. Ausschlaggebend für die Reihenfolge ist der prozentuale Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen an allen Krebsneuerkrankungen (gültig für Deutschland; Quelle: RKI).
1. Brustkrebs (Mammakarzinom)
Im Jahr 2020 entfielen in Deutschland etwa 30 Prozent aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen auf Tumorerkrankungen im Bereich der Brustdrüsen2. Etwa 70.500 Frauen erhielten in jenem Jahr die Diagnose Brustkrebs, was einer Erkrankungsrate von 113 Frauen pro 100.000 Einwohner:innen entspricht3.
Weltweit und unter Einbeziehung beider Geschlechter ist Brustkrebs die zweithäufigste Erkrankung nach Lungenkrebs4. 30 Prozent aller Krebsneuerkrankungen entfallen dabei auf Europa, jeweils 25 Prozent auf Nord-/Südamerika und den westpazifischen Raum und die verbleibenden 20 Prozent auf Südostasien, Afrika und den östlichen Mittelmeerraum5.
2. Darmkrebs
Auch Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 24.240 Neuerkrankungen registriert, was einer standardisierten Erkrankungsrate von 29,6 pro 100.000 Einwohner:innen bei Frauen entspricht. Etwa eine von 19 Frauen erhält im Laufe ihres Lebens die Diagnose Darmkrebs. Der Großteil dieser Erkrankungen, nämlich zwei Drittel, wird im Dickdarm diagnostiziert.19
Auf globaler Ebene ist die Situation ähnlich. Im Jahr 2022 waren weltweit etwa 856.979 Frauen von einem kolorektalen Karzinom betroffen.18
3. Lungenkrebs
In Deutschland ist Lungenkrebs eine zunehmend verbreitete Krebserkrankung unter Frauen. Im Jahr 2020 wurden 22.590 Neuerkrankungen bei Frauen registriert, was einer standardisierten Erkrankungsrate von 31,4 pro 100.000 Einwohnerinnen entspricht. Seit den späten 1990er Jahren ist ein kontinuierlicher Anstieg der Erkrankungsrate bei Frauen zu verzeichnen.20
Weltweit zeigt sich ein ähnliches Bild. Im Jahr 2022 wurden 908.630 Frauen mit Lungenkrebs diagnostiziert. Dies entspricht 9,4 Prozent aller Krebsarten bei Frauen.18
4. Hautkrebs (Malignes Melanom der Haut)
Auf Platz vier der häufigsten Krebsarten bei Frauen steht Hautkrebs. Im Jahr 2020 wurden 11.320 Neuerkrankungen bei Frauen festgestellt, was einer standardisierten Erkrankungsrate von 19,1 pro 100.000 Personen entspricht.
Nach der Einführung des Hautkrebs-Screenings im Juli 2008 für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren stiegen die altersstandardisierten Erkrankungsraten bei Frauen und Männern zunächst sprunghaft an. Seit 2012 ist jedoch ein leichter Rückgang der Erkrankungsrate bei Frauen zu verzeichnen. Das mittlere Erkrankungsalter bei Frauen liegt mit 63 Jahren vergleichsweise niedrig.21
5. Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)
Krebs am Gebärmutterkörper macht etwa 4,7 Prozent aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen aus2. Die Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland lag 2020 bei 15,8 Frauen pro 100.000 Einwohner:innen, was bedeutet, dass in diesem Jahr etwa 10.860 Frauen die Diagnose Gebärmutterkörperkrebs erhielten6.
Weltweit erkrankten im Jahr 2022 420.000 Frauen an einem Endometriumkarzinom. Die weltweite Erkrankungsrate ist daher mit 8,4 Personen pro 100.000 Einwohner:innen etwas niedriger als in Deutschland7.
Laut WHO erkrankten im Jahr 2022 weltweit die meisten Frauen übrigens an 1. Brustkrebs (23,8 %), 2. Lungenkrebs (9,4 %), 3. Darmkrebs (8,9 %), 4. Gebärmutterhalskrebs (6,9 %) und 5. Schilddrüsenkrebs (6,4 %).18
Aktuelle News zum Thema Krebs

Krebsforschung: Fortschritt, von dem die ganze Gesellschaft profitiert
Die Geschichte der Krebsmedizin ist die Geschichte eines immer tieferen Verständnisses der Erkrankung. Es begann damit, Tumore zu entfernen. Der nächste Schritt war, die Krebszellen im ganzen Körper zu bekämpfen. Als die Forschung erkannte, dass auch Krebszellen molekulare Schwachstellen haben, entwickelte sich die zielgerichtete Therapie. Schließlich kamen die Medikamente, die nicht mehr den Krebs bekämpfen, sondern dem Immunsystem zeigen, wie das geht. Und heute? Darüber spricht Dr. Niko Andre, Mediziner und Leiter des Onkologie-Bereiches beim forschenden Pharmaunternehmen AstraZeneca in Deutschland, in einem Podcast.

Tag der Patient:innensicherheit: 7 Punkte für eine bessere Onkologie
„Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“ Das ist in diesem Jahr das deutsche Motto für den Welttag der Patientensicherheit. Die Initiative Vision Zero e.V. nimmt den 17. September zum Anlass, um umfassende Reformforderungen an die Politik zu stellen. Angesichts der wachsenden Zahl von Krebslangzeitüberlebenden braucht es demnach einen Paradigmenwechsel in der Onkologie: Patientenzentrierter, vernetzter, datengetriebener, präventiver muss sie sein, damit Innovationen von der Diagnose bis zur Nachsorge schneller und flächendeckend verfügbar sind.

Zahl der Krebsneuerkrankungen könnte sich bis 2050 nahezu verdoppeln
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Bericht veröffentlicht, der es in sich hat: Demnach erkranken jedes Jahr rund 20,6 Millionen Menschen auf dem Globus neu an Krebs. Die Tendenz ist steigend: Bis 2050 könnten es fast 35 Millionen sein. Doch machtlos ist die internationale Gemeinschaft nicht.
„Typische“ Krebsarten bei Frauen
Auch wenn Brustkrebs beide Geschlechter betreffen kann, ist es doch eine eher typische Krebsart bei Frauen. Der prozentuale Anteil der Brustkrebsdiagnosen an allen Krebsneuerkrankungen lag im Jahr 2020 bei Männern gerade mal bei 0,3 Prozent2. Neben Brustkrebs und Gebärmutterkörperkrebs gibt es jedoch noch weitere Krebsarten, die typisch für Frauen sind und speziell die weiblichen Geschlechtsorgane betreffen.
Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
Von allen Frauen, die 2020 in Deutschland eine Krebsdiagnose erhielten, waren 3,1 Prozent von einem Ovarialkarzinom betroffen2. Die Zahl der Neuerkrankungen lag bei 7.180, was einer Erkrankungsrate von 10,7 pro 100.000 Einwohner:innen entspricht8.
Die weltweite Erkrankungsrate beträgt etwa 6,7 pro 100.000 Einwohner:innen. In konkreten Zahlen: 2022 erhielten 324.600 Frauen weltweit die Diagnose Eierstockkrebs9.
Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
Krebs am Gebärmutterhals tritt etwas seltener auf als am Gebärmutterkörper. Insgesamt entfielen im Jahr 2020 zwei Prozent aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen auf dieses sogenannte Zervixkarzinom2. Bei 4.640 Frauen wurde die Krebserkrankung in jenem Jahr diagnostiziert, das heißt: Pro 100.000 Personen erkrankten 9,5 Frauen (altersstandardisiert)10.
Weltweit waren 2022 durchschnittlich mehr Frauen betroffen als in Deutschland, genau genommen etwa 660.000 – die standardisierte Erkrankungsrate lag somit global gesehen bei 14,1 Betroffenen pro 100.000 Personen.11
Vulvakrebs
Seltene Krebsarten bei Frauen sind Vulva- und Scheidenkrebs. So lag der prozentuale Anteil an allen Krebsneuerkrankungen bei Frauen in Deutschland im Jahr 2020 bei 1,3 Prozent2. In absoluten Zahlen bedeutet das: Etwas mehr als 3.000 Frauen erhielten die Diagnose Vulvakrebs, was etwa vier Personen pro 100.000 Einwohner entspricht (altersstandardisiert)12.
Auch weltweit ist die Erkrankung mit 47.000 neuen Fällen in 2022 (Erkrankungsrate: 0,83 pro 100.000 Einwohner) eher selten13.
Neue Forschungen und Entwicklungen
Die Krebsforschung konnte in den vergangenen Jahren große Erfolge verbuchen. Zahlreiche Arzneimittel und Impfstoffe gegen Krebs sind in der Entwicklung14.
Auch bei Brustkrebs kommen zunehmend innovative Medikamente zum Einsatz, darunter Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC), die die Krebszellen besonders zielgerichtet und somit schonend für das umliegende Gewebe angreifen. Außerdem wird der Fokus immer stärker auf die exakte Charakterisierung des Tumors gelegt, um die Therapieoptionen noch feiner auf die Patientin abzustimmen. Sowohl zielgerichtete Arzneimittel wie die ADCs als auch vielversprechende Immuntherapien haben das Potenzial, Patientinnen mit Brustkrebs selbst im metastasierten Stadium ganz neue Perspektiven zu bieten15.
Innovative Behandlungsansätze etwa in Form von Immuntherapien zeigen auch bei anderen Krebsarten Wirkung, etwa bei Eierstock- oder Gebärmutterhalskrebs. Eine Immuntherapie versetzt den Körper in die Lage, bösartige Tumore mithilfe des eigenen Immunsystems zu bekämpfen. Während sich eine Chemotherapie gegen die Krebszellen richtet, können Immuntherapien bewirken, dass die körpereigenen Immunzellen die entarteten Zellen selbstständig erkennen, bekämpfen und zerstören16.
Diese positiven Entwicklungen führen dazu, dass die Sterblichkeitsraten, vor allem bei Brustkrebs, rapide sinken17. Krebs – und dies gilt für Frauen und Männer gleichermaßen – ist immer öfter kein Todesurteil mehr, sondern wird zunehmend als chronische Krankheit angesehen, für die eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Weitere Hintergrundinfos zum Thema Krebs

Wundermittel gegen Krebs – Gibt es das?
In den Medien tauchen immer wieder Nachrichten zu vermeintlichen Wundermitteln gegen Krebs auf – von Brokkoli bis Cannabis. Doch leider gilt: Wundermittel gegen Krebs gibt es ebenso wenig wie universell wirksame Krebs-Heilmittel, die bei allen Patient:innen gleichermaßen gut anschlagen. Warum bei Substanzen und Therapieformen, die eine schnelle und einfache Heilung versprechen, immer Vorsicht geboten ist und welche Gründe dafürsprechen, bei der Krebsbehandlung auf etablierte, wissenschaftlich erprobte, zugelassene Therapien zu setzen, erfahren Sie nachfolgend.

Krebs Scan
Eine frühe Diagnose erhöht die Heilungschancen im Falle einer Krebserkrankung deutlich. Auch die Behandlung ist oftmals schonender, wenn der Tumor noch klein ist und noch keine Metastasen gebildet hat. Krebs Scans, also Untersuchungen zur Früherkennung, nehmen daher in der modernen Medizin einen hohen Stellenwert ein.

Speiseröhrenkrebs: Symptome, Ursachen & aktuelle Forschungsansätze
Speiseröhrenkrebs, das sogenannte Ösophaguskarzinom, betrifft Männer häufiger als Frauen. Insbesondere in den westlichen Industriestaaten weist Speiseröhrenkrebs jedoch für beide Geschlechter die größten Zuwachsraten aller Krebsarten auf. Wo die Ursachen für diese Entwicklung liegen, welche Symptome auf ein Karzinom in der Speiseröhre hindeuten können und wie der aktuelle Forschungsstand zum Thema Speiseröhrenkrebs ist, können Sie in diesem Artikel nachlesen.
Quellen:
- Krebsrisiko: Bei Frauen und Männern unterschiedlich ausgeprägt
https://www.aerzteblatt.de/archiv/212910/Krebsrisiko-Bei-Frauen-und-Maennern-unterschiedlich-ausgepraegt - Krebsarten
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/krebsarten_node.html - Brustkrebs (Mammakarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Brustkrebs/brustkrebs_node.html - WHO; International Agency for Research on Cancer (Breast)
https://gco.iarc.who.int/media/globocan/factsheets/cancers/20-breast-fact-sheet.pdf - Verteilung von Krebserkrankungen weltweit nach ausgewählten Krebsarten und Weltregionen im Jahr 2022
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/289731/umfrage/verteilung-von-krebserkrankungen-weltweit-nach-regionen-und-krebsart/ - Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Gebaermutterkoerperkrebs/gebaermutterkoerperkrebs_node.html - WHO; International Agency for Research on Cancer (Corpus Uteri)
https://gco.iarc.who.int/media/globocan/factsheets/cancers/24-corpus-uteri-fact-sheet.pdf - Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Eierstockkrebs/eierstockkrebs_node.html - WHO; International Agency for Research on Cancer (Ovary)
https://gco.iarc.who.int/media/globocan/factsheets/cancers/25-ovary-fact-sheet.pdf - Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Gebaermutterhalskrebs/gebaermutterhalskrebs_node.html - WHO; International Agency for Research on Cancer (Cervix Uteri)
https://gco.iarc.who.int/media/globocan/factsheets/cancers/23-cervix-uteri-fact-sheet.pdf - Krebs der Vulva (Vulvakarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Vulvakrebs/vulvakrebs_node.html - WHO; International Agency for Research on Cancer (Vulva)
https://gco.iarc.who.int/media/globocan/factsheets/cancers/21-vulva-fact-sheet.pdf - 1.600 Arzneimittel und Impfstoffe gegen Krebs in klinischer Entwicklung
https://pharma-fakten.de/grafiken/1-600-arzneimittel-und-impfstoffe-gegen-krebs-in-klinischer-entwicklung/ - Aktuelle Trends und Perspektiven in der Brustkrebstherapie
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/aktuelle-themen/2022/trends-in-der-brustkrebstherapie-esmo-bc-2022.html - Immuntherapie bei Eierstockkrebs
https://www.management-krankenhaus.de/news/immuntherapie-bei-eierstockkrebs - Brustkrebs: Die Sterblichkeit sinkt deutlich
https://pharma-fakten.de/grafiken/brustkrebs-die-sterblichkeit-sinkt-deutlich/ - WHO; International Agency for Research on Cancer (World)
https://gco.iarc.who.int/media/globocan/factsheets/populations/900-world-fact-sheet.pdf - Darmkrebs
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Darmkrebs/darmkrebs_node.html - Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Lungenkrebs/lungenkrebs_node.html - Malignes Melanom der Haut
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Melanom/melanom_node.html
