
„Vision Zero“ bei Krebs: Die akzeptierte Opferzahl ist Null
Eine Welt ohne Krebstote? Führende Onkologen haben die Initiative „Vision-Zero-2020“ gegründet. Es ist eine konzertierte Kampfansage. Das Credo: Jeder Krebstote ist einer zu viel.

Eine Welt ohne Krebstote? Führende Onkologen haben die Initiative „Vision-Zero-2020“ gegründet. Es ist eine konzertierte Kampfansage. Das Credo: Jeder Krebstote ist einer zu viel.

„Mehr Menschen denn je sterben an einer Tumorerkrankung“, schreibt der Ökonom Max Roser in einem Onlineartikel der Universität Oxford. 2017 waren das weltweit 9,6 Millionen Menschen. Immer bessere Diagnosemöglichkeiten, innovative, zielgerichtete Therapien: Das soll alles nichts gebracht haben? Doch: Denn die sogenannte altersstandardisierte Sterberate sinkt. Das Bevölkerungswachstum und die Alterung sind Gründe, warum die Zahl der Todesfälle trotzdem steigt.

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft könnte Fettleibigkeit dem Rauchen bald „den ersten Rang als Hauptursache für Krebs ablaufen“. Der Grund: Während „die Anzahl der Krebserkrankungen aufgrund von Tabakkonsum stetig sinkt, nimmt die Zahl übergewichtiger Menschen statistisch gesehen zu.“ Aktuell entstehen rund sieben Prozent aller Tumorfälle in Deutschland infolge von Übergewicht.

Drohen die USA und China Europa in Sachen Krebsforschung abzuhängen? Eine Studie der Wiener Forschungsgesellschaft FAS Research im Auftrag vom Pharmaunternehmen Pfizer deutet darauf hin. Für Carl Janssen, Leiter der Onkologie von Pfizer in Deutschland, ist klar: Wir müssen „als Europa gemeinsam handeln“. Soll heißen: Die hiesigen Forschungsinstitutionen brauchen eine stärkere Vernetzung, wollen wir uns nicht vom medizinischen Fortschritt abkoppeln.

Trotz aller Misserfolge in Sachen Alzheimer-Forschung haben Wissenschaftler „weiter an neuen Medikamenten gearbeitet“, sagt Han Steutel, Präsident des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). Er verspricht: „Unsere Unternehmen werden nicht aufgeben, bis gut wirksame Mittel zur Verhütung oder Behandlung von Alzheimer verfügbar sind.“ Eine Erhebung unter den vfa-Mitgliedsfirmen zeigt: Im Kampf gegen mehr als 145 Krankheiten arbeiten sie an insgesamt 434 Arzneimittelprojekten, die so weit fortgeschritten sind, dass sie bis Ende 2023 zu einer Zulassung oder Zulassungserweiterung führen könnten. Darunter sind acht gegen Alzheimer.

Jedes Jahr am 4. Februar ruft die Organisation „Union for International Cancer Control” (UICC) den Weltkrebstag aus – inzwischen bereits zum zwanzigsten Mal. Zu diesem Anlass hat sie bei dem Marktforschungsunternehmen Ipsos eine Umfrage in Auftrag geben: Über 15.000 Menschen aus 20 Ländern äußerten sich zu ihren Erfahrungen, Ansichten und Verhaltensweisen in Bezug auf Krebs. Demnach gibt es zwischen dem sozioökonomischen Status eines Menschen und dessen Risiko für eine Tumorerkrankung einen Zusammenhang.

Das schwedische Institute of Health Economics (IHE) hat sich die Entwicklung von Krebs in 31 europäischen Ländern über einen Zeitraum von fast 25 Jahren angeschaut – und beeindruckende Fakten zusammengetragen: Die Zahl der Krebsneuerkrankungen stieg um rund 50 Prozent. Rechnet man die Faktoren Bevölkerungswachstum und alternde Gesellschaft heraus, ist die Sterblichkeit aber gesunken.

Fachleute schätzen, dass im Jahr 2020 mehr als 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs erkranken werden. Doch während vor 40 Jahren noch mehr als zwei Drittel aller Patienten an ihrer Krebserkrankung starben, kann heute mehr als die Hälfte darauf hoffen, wieder gesund zu werden. Einer, der dazu beiträgt, dass in den kommenden Jahren noch einmal deutlich mehr Krebspatienten erfolgreich behandelt werden könnten, ist Prof. Dr. Dirk Jäger, Leiter der Abteilung Medizinische Onkologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Wir haben anlässlich des Welt-Krebs-Tages am 4. Februar mit ihm über den Stand der Forschung und die Krebstherapie der Zukunft gesprochen.

Seit 1991 sind die Krebssterberaten in den USA um durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr gesunken. Aber allein zwischen 2016 und 2017 hat die American Cancer Society (ACS) einen Rückgang um 2,2 Prozent errechnet. Es ist der stärkste je im Zeitraum von nur einem Jahr gemessene Rückgang.

Die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Deutschland wächst und wächst. „Da für fast alle Krebsarten das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter ansteigt, ist theoretisch durch die steigende Zahl älterer Menschen in der Bevölkerung derzeit ein Anstieg von rund einem Prozent pro Jahr zu erwarten“, so das Robert Koch-Institut. Die Experten sagen für 2020 rund 510.000 Erkrankungsfälle voraus. Das heißt: Allein in diesem Jahr werden Ärzte bei rund 510.000 Menschen in der Bundesrepublik einen Tumor diagnostizieren.

Eine Welt ohne Krebstote? Führende Onkologen haben die Initiative „Vision-Zero-2020“ gegründet. Es ist eine konzertierte Kampfansage. Das Credo: Jeder Krebstote ist einer zu viel.

„Mehr Menschen denn je sterben an einer Tumorerkrankung“, schreibt der Ökonom Max Roser in einem Onlineartikel der Universität Oxford. 2017 waren das weltweit 9,6 Millionen Menschen. Immer bessere Diagnosemöglichkeiten, innovative, zielgerichtete Therapien: Das soll alles nichts gebracht haben? Doch: Denn die sogenannte altersstandardisierte Sterberate sinkt. Das Bevölkerungswachstum und die Alterung sind Gründe, warum die Zahl der Todesfälle trotzdem steigt.

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft könnte Fettleibigkeit dem Rauchen bald „den ersten Rang als Hauptursache für Krebs ablaufen“. Der Grund: Während „die Anzahl der Krebserkrankungen aufgrund von Tabakkonsum stetig sinkt, nimmt die Zahl übergewichtiger Menschen statistisch gesehen zu.“ Aktuell entstehen rund sieben Prozent aller Tumorfälle in Deutschland infolge von Übergewicht.

Drohen die USA und China Europa in Sachen Krebsforschung abzuhängen? Eine Studie der Wiener Forschungsgesellschaft FAS Research im Auftrag vom Pharmaunternehmen Pfizer deutet darauf hin. Für Carl Janssen, Leiter der Onkologie von Pfizer in Deutschland, ist klar: Wir müssen „als Europa gemeinsam handeln“. Soll heißen: Die hiesigen Forschungsinstitutionen brauchen eine stärkere Vernetzung, wollen wir uns nicht vom medizinischen Fortschritt abkoppeln.

Trotz aller Misserfolge in Sachen Alzheimer-Forschung haben Wissenschaftler „weiter an neuen Medikamenten gearbeitet“, sagt Han Steutel, Präsident des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). Er verspricht: „Unsere Unternehmen werden nicht aufgeben, bis gut wirksame Mittel zur Verhütung oder Behandlung von Alzheimer verfügbar sind.“ Eine Erhebung unter den vfa-Mitgliedsfirmen zeigt: Im Kampf gegen mehr als 145 Krankheiten arbeiten sie an insgesamt 434 Arzneimittelprojekten, die so weit fortgeschritten sind, dass sie bis Ende 2023 zu einer Zulassung oder Zulassungserweiterung führen könnten. Darunter sind acht gegen Alzheimer.

Jedes Jahr am 4. Februar ruft die Organisation „Union for International Cancer Control” (UICC) den Weltkrebstag aus – inzwischen bereits zum zwanzigsten Mal. Zu diesem Anlass hat sie bei dem Marktforschungsunternehmen Ipsos eine Umfrage in Auftrag geben: Über 15.000 Menschen aus 20 Ländern äußerten sich zu ihren Erfahrungen, Ansichten und Verhaltensweisen in Bezug auf Krebs. Demnach gibt es zwischen dem sozioökonomischen Status eines Menschen und dessen Risiko für eine Tumorerkrankung einen Zusammenhang.

Das schwedische Institute of Health Economics (IHE) hat sich die Entwicklung von Krebs in 31 europäischen Ländern über einen Zeitraum von fast 25 Jahren angeschaut – und beeindruckende Fakten zusammengetragen: Die Zahl der Krebsneuerkrankungen stieg um rund 50 Prozent. Rechnet man die Faktoren Bevölkerungswachstum und alternde Gesellschaft heraus, ist die Sterblichkeit aber gesunken.

Fachleute schätzen, dass im Jahr 2020 mehr als 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs erkranken werden. Doch während vor 40 Jahren noch mehr als zwei Drittel aller Patienten an ihrer Krebserkrankung starben, kann heute mehr als die Hälfte darauf hoffen, wieder gesund zu werden. Einer, der dazu beiträgt, dass in den kommenden Jahren noch einmal deutlich mehr Krebspatienten erfolgreich behandelt werden könnten, ist Prof. Dr. Dirk Jäger, Leiter der Abteilung Medizinische Onkologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Wir haben anlässlich des Welt-Krebs-Tages am 4. Februar mit ihm über den Stand der Forschung und die Krebstherapie der Zukunft gesprochen.

Seit 1991 sind die Krebssterberaten in den USA um durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr gesunken. Aber allein zwischen 2016 und 2017 hat die American Cancer Society (ACS) einen Rückgang um 2,2 Prozent errechnet. Es ist der stärkste je im Zeitraum von nur einem Jahr gemessene Rückgang.

Die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Deutschland wächst und wächst. „Da für fast alle Krebsarten das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter ansteigt, ist theoretisch durch die steigende Zahl älterer Menschen in der Bevölkerung derzeit ein Anstieg von rund einem Prozent pro Jahr zu erwarten“, so das Robert Koch-Institut. Die Experten sagen für 2020 rund 510.000 Erkrankungsfälle voraus. Das heißt: Allein in diesem Jahr werden Ärzte bei rund 510.000 Menschen in der Bundesrepublik einen Tumor diagnostizieren.
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