Leandra

Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Industrie diskutierten auf dem „Tag der innovativen Gesundheitswirtschaft“ des vfa über die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Foto: Pharma Fakten

Habeck: Ohne innovative Gesundheitswirtschaft „wären wir nicht das Land, das wir sind“

Mehr als 200 Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Industrie diskutierten auf dem „Tag der innovativen Gesundheitswirtschaft“ des Pharmaverbands vfa in Berlin über die Zukunft Deutschlands – und die Frage, wie sich der hiesige Wohlstand sichern und erneuern lässt. „Eine starke Gesundheitswirtschaft sorgt dafür, dass das Land prosperiert“, betonte Vizekanzler Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz. Der Standort müsse attraktiver werden – er werde daran arbeiten, „das Maximale“ rauszuholen, versprach er.

Deutschland hadert mit der datengetriebenen Medizin. Das ist ein Luxus, den sich niemand leisten kann – am wenigsten die Patient:innen. Foto: ©iStock.com/SOMKID THONGDEE

Gesundheitsdaten: „Eine typisch deutsche Debatte“

Deutschland hadert mit der datengetriebenen Medizin – entscheidende Weichen, wie sensible Gesundheitsinformationen sicher und legal gespeichert, miteinander verknüpft und ausgetauscht werden können, sind immer noch nicht gestellt. Auf einer Veranstaltung der Ärzte Zeitung diskutierten Expert:innen darüber, wie das Land international Anschluss halten kann.

Wie lange Patient:innen warten müssen, bis neu zugelassene Medikamente für sie verfügbar werden, hängt davon ab, wo sie leben. Die EU-Politik will das ändern – aber geht die Sache falsch an. Foto: ©iStock.com/ballykdy

Große Unterschiede in europäischer Arzneimittelversorgung: „Kein tragbarer Zustand“

Menschen in Malta warten im Schnitt 1.351 Tage, also fast 4 Jahre, bis ein neu zugelassenes Arzneimittel für sie verfügbar wird. In Deutschland – Spitzenplatz in Europa – sind es 128 Tage. Die Ergebnisse aus einer Untersuchung des Pharmaverbands EFPIA machen deutlich: Von Land zu Land gibt es enorme Unterschiede. Die EU-Kommission will das Problem mit ihrem „Pharma-Paket“ angehen – doch das könnte mehr schaden als nützen.

„#DeutschlandErkenntSepsis“ - wie und weshalb diese drei Worte viele Menschenleben retten könnten, das wurde bei einer Veranstaltung in Berlin deutlich. Foto: iStock.com/Keikona

„Sepsis ist ein Notfall“

In Berlin startete jetzt die Initiative: „#DeutschlandErkenntSepsis“. Ziel ist es, jedes Jahr in Deutschland bis zu 20.000 Menschenleben zu retten. Wie das gelingen könnte, wurde bei der Eröffnungs-Veranstaltung deutlich.

Wie lässt sich radioaktive Strahlung möglichst zielgerichtet und schonend gegen Krebs nutzen? Auf diese Frage findet die Wissenschaft immer mehr Antworten. Eine lautet: Radioligandentherapie. Foto: ©iStock.com/CIPhotos

Strahlentherapie bei Krebs: Präzise und zielgerichtet

Radioaktive Strahlen können Zellen zerstören. Diese Erkenntnis aus dem 19. Jahrhundert ist die Basis für eine Art der Krebs-Behandlung, die schon seit langer Zeit Standard bei bestimmten bösartigen Tumoren ist: die Strahlentherapie. Allerdings zieht sie in der Regel auch gesundes Gewebe in Mitleidenschaft. Wie lässt sich das Potenzial radioaktiver Strahlung zielgerichteter und schonender einsetzen? Inzwischen finden Wissenschaftler:innen darauf immer mehr Antworten. Eine lautet: Radioligandentherapie.

Die Zahl der in Deutschland durchgeführten klinischen Studien für neue Arzneimittel sinkt. Das Problem ist hausgemacht. Foto: ©iStock.com/YurolaitsAlbert

Klinische Studien: Deutschland nicht mehr vorne

Die Zahl der in Deutschland durchgeführten klinischen Studien für neue Arzneimittel sinkt. Gleichzeitig entdecken andere Länder den Nutzen solcher Studien für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. Und für die Patient:innen, die früh von innovativen Therapien profitieren können. Dabei sind die Voraussetzungen hierzulande eigentlich sehr gut. Das Problem ist hausgemacht.

Über gesundheitliche Folgen der Klimakrise sprachen medizinische Expert:innen beim „Gesundheitskongress des Westens“. Foto: ©iStock.com/Jatuporn Tansirimas

Wie sich die Klimakrise auf die Gesundheit auswirkt

„Klimawandel: Verstärker für aktuelle und Auslöser für neue Krankheiten?“ Über diese rhetorische Frage sprachen beim Gesundheitskongress des Westens in Köln eine Umweltmedizinerin, ein Hausarzt und der Geschäftsführer von KLUG e. V., der deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit. Mehr Allergien, neue Krankheitsbilder wie „Gewitter-Asthma“, Hitzetote – das ist kein Zukunftsszenario, sondern Gegenwart.

„Deutsche erkranken immer häufiger an Asthma, COPD oder Lungenkrebs“, meldet eine Fachgesellschaft. Foto: ©iStock.com/mi-viri

Lungen- und Atemwegserkrankungen: Alle 4 Minuten stirbt ein Mensch in Deutschland

Von einer enormen Herausforderung für das „gesamte Gesundheits- und Versicherungswesen“ spricht die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): Die „Häufigkeit der meisten Lungenerkrankungen“ nimmt zu, „teilweise stark.“ Das geht aus dem „Weißbuch Lunge 2023“ hervor. Es enthält Hochrechnungen auf Basis der Daten von 8,8 Millionen Versicherten – und ist somit eine „einzigartige Entscheidungshilfe für Politik und Gesundheitswesen“, heißt es.

Wie erleben Menschen mit Multipler Sklerose ihre Erkrankung? Eine vom Pharmaunternehmen Novartis initiierte Umfrage brachte Überraschendes zutage. Foto: ©iStock.com/Shidlovski

Multiple Sklerose: Betroffene decken Versorgungslücken auf

Wie erleben Menschen mit Multipler Sklerose (MS) ihre Erkrankung? Wie nehmen sie das Fortschreiten der Krankheit wahr? Und welche Auswirkungen hat das auf die Beratung der Patient:innen und die Therapieentscheidungen? Eine vom forschenden Pharmaunternehmen Novartis initiierte Umfrage brachte Überraschendes zutage. Ein Gespräch mit Dr. Katrin Schuh von Novartis.

Die „Nationale Dekade gegen Krebs“ will die Kräfte aller relevanten Akteur:innen im Kampf gegen Krebs bündeln. Ein Gespräch mit Dr. Christian Macher von Gilead Sciences Deutschland. Foto: ©iStock.com/gorodenkoff

Krebs besiegen? Nur gemeinsam

Die „Nationale Dekade gegen Krebs“ will die Kräfte aller relevanten Akteur:innen in Deutschland im Kampf gegen Krebs bündeln. So sollen „künftig möglichst viele Neuerkrankungen verhindert werden und Betroffene ein besseres Leben führen können“, heißt es auf der Webseite. Im Gespräch erklärt Dr. Christian Macher, General Manager von Gilead Sciences Deutschland, warum die Initiative so wichtig ist.

© Pharma Fakten e.V.
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