Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Der Bundesrat hat jetzt einem umstrittenen Gesetz zugestimmt  das die Sicherheit in der Arzneimittelversorgung verbessern soll. Foto: CC0 (Stencil)

Paradigmenwechsel in der Behandlung?

Erste Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit der Blutungsstörung Hämophilie gibt es erst seit den 1960er Jahren. Heute können sie mit den geeigneten Wirkstoffen ein fast normales Leben führen. Aber nur fast. Denn Injektionen sind in der Regel mehrmals wöchentlich notwendig. Nicht zu sprechen von Patienten, bei denen die Therapie nicht so anschlägt, wie sie soll. Die Pharmaindustrie arbeitet daher an vielen neuen Ansätzen – die die Behandlung der Erkrankten grundlegend verändern könnten.

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Immer mehr Menschen erkranken an Krebs. Aber trotz des Fortschritts durch bessere Medizintechnik und Medikamente hat sich der Anteil der Krebsausgaben  gemessen an den Gesamtausgaben für Gesundheit  kaum verändert. Foto: © iStock.com/Katarzyna Bialasiewicz Photographee.eu

7 Fakten, die Sie über die Kosten von Krebsmedikamenten wissen sollten

Kein Zweifel: Forscher haben dem Krebs den Krieg angesagt. Das immer bessere Verständnis um die Ursachen der Erkrankungen führt zu immer genaueren Diagnosen und immer wirksameren Therapien. Es herrscht Euphorie in den Laboren der Krebsforscher weltweit. Gleichzeitig wachsen die Sorgen: Wer soll diese Therapien auf Dauer bezahlen können, fragen sich viele. Ein Blick auf die Fakten kann hier eine ähnliche Wirkung entfalten wie hochdosiertes Baldrian.

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Daten aus England zeigen: 2020 haben mehr heterosexuelle Menschen eine HIV-Diagnose erhalten als schwule und bisexuelle Männer. Foto: ©iStock.com/utah778

HIV-Therapie, weitergedacht

Im Jahr 2030 werden zwei von drei HIV-Patienten in Deutschland älter als 50 Jahre alt sein. Viele von ihnen werden Begleiterkrankungen haben. Für die Entwicklung von HIV-Medikamenten ist das eine große Herausforderung.

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Biopharmazeutika bei schwerem Asthma: Bei der Behandlung von Asthma wird eine exakte Diagnose immer wichtiger. Foto: CC0 (Stencil)

Die unterschätzten Krankheiten

Für Asthma und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) gibt es bislang keine Heilung. Eine bestmögliche, kontinuierliche Behandlung sollte daher im Fokus der Versorgung stehen. Doch daran hapert es. Für Patienten bedeutet das sinnloses Leiden – und für das Gesundheitssystem unnötige Kosten.

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Neue Antibiotika werden dringend gebraucht. Das britische Gesundheitssystem testet deshalb ein neues Bezahlmodell  um die Entwicklung von Antiinfektiva zu beschleunigen. Foto: ©iStock.com/microgen

Finanzierungsmodelle gesucht

Der Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen gehört zu einer der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Denn: Antibiotika sind in der modernen Medizin unersetzlich. Daher müssen neue Präparate her. Doch die Marktbedingungen für deren Entwicklung sind ungünstig.

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Christine von Arnim ist Expertin für Demenzerkrankungen an der Uniklinik Ulm. Foto: © Uniklinik Ulm

„Optimistisch bleiben.“

Prof. Christine von Arnim ist Neurologin und Expertin für Demenzerkrankungen. An der Uniklinik Ulm führt sie klinische Studien für Wirkstoff-Kandidaten gegen die Alzheimer-Erkrankung durch. Sie sagt: „Wir müssen optimistisch bleiben.“

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"Transparenz zeigt Forschungsstärke" - zum dritten Mal haben Pharmaunternehmen die Leistungen an Ärzte veröffentlicht. Foto: © iStock.com/ijeab

Wenn Ethik auf Monetik trifft

Gesundheit hat kein Preisschild, ein Arzneimittel aber sehr wohl – denn pharmazeutische Unternehmen müssen große Summen in die Entwicklung neuer Wirkstoffe investieren. Ohne Gewinne geht das nicht. Gleichzeitig arbeiten die Firmen für das Wohlergehen der Menschen, also ein gesellschaftliches Ziel. Profit machen und Patienten helfen – wie geht das zusammen?

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Bei Mukoviszidose konnten in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt werden. Wird eines Tages eine Heilung möglich sein? / Foto: ©iStock.com/spukkato (Siam Pukkato)

Schritt für Schritt zum Fortschritt

Der Nutzen für Patienten – das sollte der Maßstab für den Fortschritt bei Arzneimitteln sein. Die beharrliche schrittweise Weiterentwicklung und Verbesserung bestehender Medikamente spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie bringt neue Möglichkeiten für Ärzte und Patienten – durch weniger Nebenwirkungen, eine geringere Dosis, einfachere Anwendung und mehr Therapieoptionen.

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Patentschutz aufweichen  Zwangslizenzen vergeben  um die Produktion von Corona-Impfstoffen zu beschleunigen? Das ist keine Lösung. Foto: ©iStock.com/RossHelen

Arzneimittelforschung immer herausfordernder

Der Anteil der Generika an den verordneten Tagesdosen im Fertigarzneimittelmarkt wächst. Das hat die von der Pharmainitiative Bayern in Auftrag gegebene Studie „Die Entwicklung der Pharmazeutischen Industrie in Bayern – Standortanalyse 2015“ des BASYS-Instituts herausgefunden. Für die pharmazeutische Industrie bedeutet das eine große Herausforderung. Denn die Forschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe muss aus einem immer kleiner werdenden Segment finanziert werden.

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Der Bundesrat hat jetzt einem umstrittenen Gesetz zugestimmt  das die Sicherheit in der Arzneimittelversorgung verbessern soll. Foto: CC0 (Stencil)

Paradigmenwechsel in der Behandlung?

Erste Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit der Blutungsstörung Hämophilie gibt es erst seit den 1960er Jahren. Heute können sie mit den geeigneten Wirkstoffen ein fast normales Leben führen. Aber nur fast. Denn Injektionen sind in der Regel mehrmals wöchentlich notwendig. Nicht zu sprechen von Patienten, bei denen die Therapie nicht so anschlägt, wie sie soll. Die Pharmaindustrie arbeitet daher an vielen neuen Ansätzen – die die Behandlung der Erkrankten grundlegend verändern könnten.

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Immer mehr Menschen erkranken an Krebs. Aber trotz des Fortschritts durch bessere Medizintechnik und Medikamente hat sich der Anteil der Krebsausgaben  gemessen an den Gesamtausgaben für Gesundheit  kaum verändert. Foto: © iStock.com/Katarzyna Bialasiewicz Photographee.eu

7 Fakten, die Sie über die Kosten von Krebsmedikamenten wissen sollten

Kein Zweifel: Forscher haben dem Krebs den Krieg angesagt. Das immer bessere Verständnis um die Ursachen der Erkrankungen führt zu immer genaueren Diagnosen und immer wirksameren Therapien. Es herrscht Euphorie in den Laboren der Krebsforscher weltweit. Gleichzeitig wachsen die Sorgen: Wer soll diese Therapien auf Dauer bezahlen können, fragen sich viele. Ein Blick auf die Fakten kann hier eine ähnliche Wirkung entfalten wie hochdosiertes Baldrian.

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Daten aus England zeigen: 2020 haben mehr heterosexuelle Menschen eine HIV-Diagnose erhalten als schwule und bisexuelle Männer. Foto: ©iStock.com/utah778

HIV-Therapie, weitergedacht

Im Jahr 2030 werden zwei von drei HIV-Patienten in Deutschland älter als 50 Jahre alt sein. Viele von ihnen werden Begleiterkrankungen haben. Für die Entwicklung von HIV-Medikamenten ist das eine große Herausforderung.

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Biopharmazeutika bei schwerem Asthma: Bei der Behandlung von Asthma wird eine exakte Diagnose immer wichtiger. Foto: CC0 (Stencil)

Die unterschätzten Krankheiten

Für Asthma und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) gibt es bislang keine Heilung. Eine bestmögliche, kontinuierliche Behandlung sollte daher im Fokus der Versorgung stehen. Doch daran hapert es. Für Patienten bedeutet das sinnloses Leiden – und für das Gesundheitssystem unnötige Kosten.

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Neue Antibiotika werden dringend gebraucht. Das britische Gesundheitssystem testet deshalb ein neues Bezahlmodell  um die Entwicklung von Antiinfektiva zu beschleunigen. Foto: ©iStock.com/microgen

Finanzierungsmodelle gesucht

Der Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen gehört zu einer der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Denn: Antibiotika sind in der modernen Medizin unersetzlich. Daher müssen neue Präparate her. Doch die Marktbedingungen für deren Entwicklung sind ungünstig.

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Christine von Arnim ist Expertin für Demenzerkrankungen an der Uniklinik Ulm. Foto: © Uniklinik Ulm

„Optimistisch bleiben.“

Prof. Christine von Arnim ist Neurologin und Expertin für Demenzerkrankungen. An der Uniklinik Ulm führt sie klinische Studien für Wirkstoff-Kandidaten gegen die Alzheimer-Erkrankung durch. Sie sagt: „Wir müssen optimistisch bleiben.“

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"Transparenz zeigt Forschungsstärke" - zum dritten Mal haben Pharmaunternehmen die Leistungen an Ärzte veröffentlicht. Foto: © iStock.com/ijeab

Wenn Ethik auf Monetik trifft

Gesundheit hat kein Preisschild, ein Arzneimittel aber sehr wohl – denn pharmazeutische Unternehmen müssen große Summen in die Entwicklung neuer Wirkstoffe investieren. Ohne Gewinne geht das nicht. Gleichzeitig arbeiten die Firmen für das Wohlergehen der Menschen, also ein gesellschaftliches Ziel. Profit machen und Patienten helfen – wie geht das zusammen?

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Bei Mukoviszidose konnten in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt werden. Wird eines Tages eine Heilung möglich sein? / Foto: ©iStock.com/spukkato (Siam Pukkato)

Schritt für Schritt zum Fortschritt

Der Nutzen für Patienten – das sollte der Maßstab für den Fortschritt bei Arzneimitteln sein. Die beharrliche schrittweise Weiterentwicklung und Verbesserung bestehender Medikamente spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie bringt neue Möglichkeiten für Ärzte und Patienten – durch weniger Nebenwirkungen, eine geringere Dosis, einfachere Anwendung und mehr Therapieoptionen.

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Patentschutz aufweichen  Zwangslizenzen vergeben  um die Produktion von Corona-Impfstoffen zu beschleunigen? Das ist keine Lösung. Foto: ©iStock.com/RossHelen

Arzneimittelforschung immer herausfordernder

Der Anteil der Generika an den verordneten Tagesdosen im Fertigarzneimittelmarkt wächst. Das hat die von der Pharmainitiative Bayern in Auftrag gegebene Studie „Die Entwicklung der Pharmazeutischen Industrie in Bayern – Standortanalyse 2015“ des BASYS-Instituts herausgefunden. Für die pharmazeutische Industrie bedeutet das eine große Herausforderung. Denn die Forschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe muss aus einem immer kleiner werdenden Segment finanziert werden.

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Kommentar

Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?

Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.

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