Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Ein schwedisch-finnisches Forscherteam hat die Daten von fast 15.000 Patienten analysiert – und in fünf Erkrankungstypen eingeteilt. Foto: © iStock.com/Toa55 (Akhararat W)

Chronische Erkrankungen haben es besonders schwer

Arzneimittel für Stoffwechselerkrankungen schneiden in der Frühen Nutzenbewertung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) überdurchschnittlich schlecht ab. Das geht aus der Analyse „AMNOG-Daten 2017“ des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hervor. Der Grund scheint eine Art Denk-Fehler im AMNOG-System zu sein.

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"Transparenz zeigt Forschungsstärke" - zum dritten Mal haben Pharmaunternehmen die Leistungen an Ärzte veröffentlicht. Foto: © iStock.com/ijeab

Regulierungswut untergräbt die Qualität der Versorgung

Im deutschen Gesundheitswesen wird gerne reguliert. Problematisch wird es, wenn sich Regulierungen widersprechen. Auf regionaler Ebene sollen Quoten das Verordnungsverhalten der Ärzte steuern – mit so genannten Verordnungszielwerten. Diese legen fest, wie hoch der Verordnungsanteil von Medikamenten in bestimmten Wirkstoffklassen sein darf. Medizinisch sind solche Quoten wohl nur schwer zu begründen – vor allem, wenn es Medikamente trifft, denen auf nationaler Ebene ein Zusatznutzen zugesprochen wurde. Es ist ein Fest für Bürokraten – einer besseren Versorgung der Patienten dient es nicht.

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Die Arzneimittelausgaben sind in 2017 um 3 7 Prozent gestiegen. Das soll v.a. an den patentgeschützten Medikamenten liegen. Ihr Anteil hat sich aber praktisch nicht geändert. Foto: CC0 (Stencil)

Immer größere Versorgungslücken bei neuen Arzneimitteln

Fast jedes dritte innovative Medikament, das seit 2011 eine Nutzenbewertung á la AMNOG durchlaufen muss, steht Patienten in Deutschland nicht mehr zur Verfügung. Das belegt der „AMNOG-Check 2017“, ein Gutachten des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, BPI. Darin warnen die Gesundheitsökonomen Dieter Cassel und Volker Ulrich vor erheblichen Versorgungs- und Verordnungslücken. Diskussionen über „systemgefährdende Kostenexplosionen“ bei den Ausgaben für Arzneimittel bezeichnete Cassel als „Popanz, bei dem einem Ökonomen die Ohren schlackern.“

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Nur in der Fantasie: Die Kostenexplosion im Gesundheitswesen

„Die steigenden Ausgaben für Medizin sprengen jedes Gesundheitssystem“, so war gerade erst wieder in einer großen deutschen Zeitung zu lesen. Als Grund wurden einmal mehr neue Krebsmedikamente identifiziert. Doch wer sich die Dynamik des Arzneimittelmarktes der vergangenen 20 Jahre anschaut, der sieht: Gesprengt wird da gar nichts.

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Die Sterblichkeit als Folge von Krebs in Europa sinkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie italienischer Wissenschaftler. Foto: © iStock.com/ Katarzyna Bialasiewicz Photographee.eu

Auf die genaue Diagnose kommt es an

„Small things make the biggest difference“ (deutsch: „Die kleinen Dinge machen den größten Unterschied“) – Unter diesem Motto ruft die „Lymphoma Coalition“ den diesjährigen Welt-Lymphom-Tag am 15. September aus. Die Koalition, ein weltweites Netzwerk betroffener Patientengruppen, möchte damit den Bekanntheitsgrad der verschiedenen bösartigen Lymphome in der Öffentlichkeit erhöhen.

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BPI-Vorstandsvorsitzender Martin Zentgraf fordert im Pharma Fakten-Interview den Abschied von der "Geiz-ist-geil"-Mentalität. Foto: © BPI

„Nicht nur einfallslos, sondern falsch.“

Den Abschied von der „Geiz-ist-geil“-Mentalität im Gesundheitswesen fordert der BPI-Vorstandsvorsitzende Martin Zentgraf im Pharma Fakten-Interview. Die Politik müsse die moderaten Steigerungen bei den Arzneimittelausgaben endlich als das begreifen, was sie seien; nämlich als Investitionen in die Gesundheitsversorgung. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie hat fünf Kernforderungen für eine zukunftssichere Gesundheitsversorgung formuliert. Es sind die Positionen des Pharmaverbandes für die 19. Wahlperiode.

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Was ist ein menschliches Lebensjahr wert? Dieser Frage sind Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) nachgegangen. Foto: © iStock.com/AndreyPopov

Teuer erkauft

Pharmaunternehmen in Bayern sind von nationalen Spargesetzen zur Eindämmung der Arzneimittelausgaben besonders stark betroffen. Warum? Weil in Bayern mehr als in anderen Bundesländern für Deutschland produziert und vermarktet wird. Dies ergibt die Studie „Die Entwicklung der Pharmazeutischen Industrie in Bayern – Standortanalyse 2015“ des BASYS-Instituts, die die Pharmainitiative Bayern in Auftrag gegeben hat. Das zeigt: Gerade Unternehmen mit hohem Inlandsgeschäft sind auf gute Rahmenbedingungen des deutschen Marktes angewiesen.

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Die Grippesaison steht vor der Tür. Nun gilt es  Impflücken zu schließen. Foto: © iStock.com/gopixaa (www.ohlenschlaeger.info)

Die Grippe-Saison naht: Zu wenige Senioren sind geimpft

Die Grippe-Saison steht vor der Tür: Das Paul-Ehrlich-Institut, das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, hat bereits über vierzehn Millionen Impfstoffdosen für 2017/2018 freigegeben. Doch immer noch sind die Impflücken, gerade bei älteren Menschen, groß. Hier besteht dringend Optimierungsbedarf – um die Zahl der Todesfälle zu reduzieren.

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CAR-T-Zelltherapie: Großer Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs.

Pharmaforschung: Unterwegs im Neuland

In der Onkologie sind sie momentan Gesprächsthema Nummer Eins: Die sogenannten CAR-T-Zellen. Sie gelten als einer der größten Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs. Das Prinzip ist eigentlich simpel: Die eigenen Immunzellen sollen mit Hilfe gentechnischer Veränderung die Fähigkeit erlangen, selbst den Krebs zu besiegen. Aus dieser Idee einen funktionierenden Therapieansatz für die Praxis zu entwickeln – das ist auch rund 20 Jahre nach der allerersten CAR-T-Zell-Studie eine große Herausforderung.

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opnMe.com heißt eine Webseite des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim. Dort können sich Wissenschaftler mit wenigen Klicks Moleküle bestellen – und das völlig umsonst. Das Ziel lautet: Bessere Medikamente schneller entwickeln. Foto: CC0 (Stencil)

Pharmakometrie: Das Bauchgefühl konkretisieren

Der richtige Wirkstoff in der richtigen Dosis für den jeweiligen Patienten – das ist das Ziel von Arzneimittelforschung. Dabei spielen computerbasierte Berechnungen eine immer größere Rolle: Pharma-Unternehmen investieren deshalb verstärkt auch in den Bereich der Pharmakometrie: Auf Basis von Rechenmodellen kann z. B. die optimale Dosierung von Wirkstoffen vorhergesagt werden. Dieses Vorgehen ermöglicht einen schnellen und effizienten Erkenntnisgewinn – der dann in klinische Studien direkt einfließen kann.

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Ein schwedisch-finnisches Forscherteam hat die Daten von fast 15.000 Patienten analysiert – und in fünf Erkrankungstypen eingeteilt. Foto: © iStock.com/Toa55 (Akhararat W)

Chronische Erkrankungen haben es besonders schwer

Arzneimittel für Stoffwechselerkrankungen schneiden in der Frühen Nutzenbewertung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) überdurchschnittlich schlecht ab. Das geht aus der Analyse „AMNOG-Daten 2017“ des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hervor. Der Grund scheint eine Art Denk-Fehler im AMNOG-System zu sein.

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"Transparenz zeigt Forschungsstärke" - zum dritten Mal haben Pharmaunternehmen die Leistungen an Ärzte veröffentlicht. Foto: © iStock.com/ijeab

Regulierungswut untergräbt die Qualität der Versorgung

Im deutschen Gesundheitswesen wird gerne reguliert. Problematisch wird es, wenn sich Regulierungen widersprechen. Auf regionaler Ebene sollen Quoten das Verordnungsverhalten der Ärzte steuern – mit so genannten Verordnungszielwerten. Diese legen fest, wie hoch der Verordnungsanteil von Medikamenten in bestimmten Wirkstoffklassen sein darf. Medizinisch sind solche Quoten wohl nur schwer zu begründen – vor allem, wenn es Medikamente trifft, denen auf nationaler Ebene ein Zusatznutzen zugesprochen wurde. Es ist ein Fest für Bürokraten – einer besseren Versorgung der Patienten dient es nicht.

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Die Arzneimittelausgaben sind in 2017 um 3 7 Prozent gestiegen. Das soll v.a. an den patentgeschützten Medikamenten liegen. Ihr Anteil hat sich aber praktisch nicht geändert. Foto: CC0 (Stencil)

Immer größere Versorgungslücken bei neuen Arzneimitteln

Fast jedes dritte innovative Medikament, das seit 2011 eine Nutzenbewertung á la AMNOG durchlaufen muss, steht Patienten in Deutschland nicht mehr zur Verfügung. Das belegt der „AMNOG-Check 2017“, ein Gutachten des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, BPI. Darin warnen die Gesundheitsökonomen Dieter Cassel und Volker Ulrich vor erheblichen Versorgungs- und Verordnungslücken. Diskussionen über „systemgefährdende Kostenexplosionen“ bei den Ausgaben für Arzneimittel bezeichnete Cassel als „Popanz, bei dem einem Ökonomen die Ohren schlackern.“

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Nur in der Fantasie: Die Kostenexplosion im Gesundheitswesen

„Die steigenden Ausgaben für Medizin sprengen jedes Gesundheitssystem“, so war gerade erst wieder in einer großen deutschen Zeitung zu lesen. Als Grund wurden einmal mehr neue Krebsmedikamente identifiziert. Doch wer sich die Dynamik des Arzneimittelmarktes der vergangenen 20 Jahre anschaut, der sieht: Gesprengt wird da gar nichts.

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Die Sterblichkeit als Folge von Krebs in Europa sinkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie italienischer Wissenschaftler. Foto: © iStock.com/ Katarzyna Bialasiewicz Photographee.eu

Auf die genaue Diagnose kommt es an

„Small things make the biggest difference“ (deutsch: „Die kleinen Dinge machen den größten Unterschied“) – Unter diesem Motto ruft die „Lymphoma Coalition“ den diesjährigen Welt-Lymphom-Tag am 15. September aus. Die Koalition, ein weltweites Netzwerk betroffener Patientengruppen, möchte damit den Bekanntheitsgrad der verschiedenen bösartigen Lymphome in der Öffentlichkeit erhöhen.

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BPI-Vorstandsvorsitzender Martin Zentgraf fordert im Pharma Fakten-Interview den Abschied von der "Geiz-ist-geil"-Mentalität. Foto: © BPI

„Nicht nur einfallslos, sondern falsch.“

Den Abschied von der „Geiz-ist-geil“-Mentalität im Gesundheitswesen fordert der BPI-Vorstandsvorsitzende Martin Zentgraf im Pharma Fakten-Interview. Die Politik müsse die moderaten Steigerungen bei den Arzneimittelausgaben endlich als das begreifen, was sie seien; nämlich als Investitionen in die Gesundheitsversorgung. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie hat fünf Kernforderungen für eine zukunftssichere Gesundheitsversorgung formuliert. Es sind die Positionen des Pharmaverbandes für die 19. Wahlperiode.

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Was ist ein menschliches Lebensjahr wert? Dieser Frage sind Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) nachgegangen. Foto: © iStock.com/AndreyPopov

Teuer erkauft

Pharmaunternehmen in Bayern sind von nationalen Spargesetzen zur Eindämmung der Arzneimittelausgaben besonders stark betroffen. Warum? Weil in Bayern mehr als in anderen Bundesländern für Deutschland produziert und vermarktet wird. Dies ergibt die Studie „Die Entwicklung der Pharmazeutischen Industrie in Bayern – Standortanalyse 2015“ des BASYS-Instituts, die die Pharmainitiative Bayern in Auftrag gegeben hat. Das zeigt: Gerade Unternehmen mit hohem Inlandsgeschäft sind auf gute Rahmenbedingungen des deutschen Marktes angewiesen.

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Die Grippesaison steht vor der Tür. Nun gilt es  Impflücken zu schließen. Foto: © iStock.com/gopixaa (www.ohlenschlaeger.info)

Die Grippe-Saison naht: Zu wenige Senioren sind geimpft

Die Grippe-Saison steht vor der Tür: Das Paul-Ehrlich-Institut, das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, hat bereits über vierzehn Millionen Impfstoffdosen für 2017/2018 freigegeben. Doch immer noch sind die Impflücken, gerade bei älteren Menschen, groß. Hier besteht dringend Optimierungsbedarf – um die Zahl der Todesfälle zu reduzieren.

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CAR-T-Zelltherapie: Großer Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs.

Pharmaforschung: Unterwegs im Neuland

In der Onkologie sind sie momentan Gesprächsthema Nummer Eins: Die sogenannten CAR-T-Zellen. Sie gelten als einer der größten Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs. Das Prinzip ist eigentlich simpel: Die eigenen Immunzellen sollen mit Hilfe gentechnischer Veränderung die Fähigkeit erlangen, selbst den Krebs zu besiegen. Aus dieser Idee einen funktionierenden Therapieansatz für die Praxis zu entwickeln – das ist auch rund 20 Jahre nach der allerersten CAR-T-Zell-Studie eine große Herausforderung.

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opnMe.com heißt eine Webseite des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim. Dort können sich Wissenschaftler mit wenigen Klicks Moleküle bestellen – und das völlig umsonst. Das Ziel lautet: Bessere Medikamente schneller entwickeln. Foto: CC0 (Stencil)

Pharmakometrie: Das Bauchgefühl konkretisieren

Der richtige Wirkstoff in der richtigen Dosis für den jeweiligen Patienten – das ist das Ziel von Arzneimittelforschung. Dabei spielen computerbasierte Berechnungen eine immer größere Rolle: Pharma-Unternehmen investieren deshalb verstärkt auch in den Bereich der Pharmakometrie: Auf Basis von Rechenmodellen kann z. B. die optimale Dosierung von Wirkstoffen vorhergesagt werden. Dieses Vorgehen ermöglicht einen schnellen und effizienten Erkenntnisgewinn – der dann in klinische Studien direkt einfließen kann.

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Kommentar

GKV-Spargesetz: Das Narrativ stimmt nicht

Die Bundesregierung betont, dass sie mit dem vorgelegten Entwurf zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) „allen Beteiligten – von der Pharmaindustrie über die Ärztinnen und Ärzte bis hin zu den Krankenhäusern – etwas abverlangt, um dieses System zukunftsfähig zu machen.“ Das aber ist nicht nur der falsche Weg – es stimmt auch einfach nicht. Ein Kommentar von Florian Martius.

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