Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Klinische Studien mit Kindern fordern Studienzentren und Unternehmen besonders

Kinder brauchen mehr auf sie zugeschnittene Medikamente – das fordert die Politik. Dazu sind klinische Studien mit entsprechend jungen Probanden nötig. Prof. Dr. Wolfgang Rascher, Direktor der Kinder- und Jugendklinik am Universitätsklinikum Erlangen, schildert im Interview mit Pharma Fakten, wie schwierig es ist, diese umzusetzen. Als Vorsitzender der Kommission Arzneimittel für Kinder- und Jugendliche am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte wünscht er sich eine deutlich höhere Anzahl Medikamente, die die Anforderungen von Mädchen und Jungen berücksichtigen.

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Dr. Thomas Meyer kritisiert die starre Methodik der Nutzenbewertung. Er glaubt  dass der G-BA damit vielen Patienten zurzeit den Zugang zu den individuell besten Therapien verwehrt. Foto: privat

AMNOG-Verfahren benötigt individuellere Bewertung bei Anti-Epileptika

Speziell neue Epilepsiepräparate haben es im AMNOG-Verfahren schwer. Starre Anforderungen an die einzureichenden Studien haben dazu geführt, dass neuen Medikamenten kein Zusatznutzen attestiert werden konnte. Das Resultat: Die Hersteller sahen sich gezwungen, offensichtlich wirksame Präparate vom deutschen Markt zu nehmen. Pharma Fakten sprach hierzu mit Dr. Thomas Mayer, Epileptologe am Sächsischen Epilepsiezentrum in Radeberg und Erster Geschäftsführer der deutschen Gesellschaft für Epileptologie.

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Auszeichnung für Kampf gegen Tropenkrankheiten

Der Nobelpreis für Physiologie und Medizin geht an drei Wissenschaftler: William C. Campbell und Satoshi Omura erhielten den Medizin-Nobelpreis für die Forschung zu Spulwurm-Parasiten. Die Chinesin Tu Youyou hat sich um die Malaria-Therapie verdient gemacht.

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Arsenal der Krebsmediziner vergrößert sich durch Immunonkologika erheblich

Der europäische Krebskongress ECC hat ganz im Zeichen innovativer onkologischer Behandlungsmethoden gestanden. Die Entdeckung, wie körpereigene Immunzellen gezielt gegen Tumoren eingesetzt werden können, sorgt für nie dagewesene Fortschritte und wird immer weiter entwickelt. Prof. Dr. Christof von Kalle ist Direktor der Abteilung Translationale Onkologie des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Er schätzt die aktuelle Entwicklung ein und nimmt Stellung zur Kostendiskussion.

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Forschungsstandort Deutschland könnte noch mehr leisten

Die Entwicklungspipelines der forschenden Pharmaunternehmen sind gut gefüllt. Bis zum Jahr 2019 könnten mehr als 300 Wirkstoffe als Medikament zugelassen werden. Das prognostiziert der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa), der entsprechende Daten aus einer Befragung seiner 46 Mitgliedsunternehmen ausgewertet hat. Deutschland spiele bei der Forschung und Entwicklung neuer Präparate eine wichtige Rolle, hieß es bei der Vorstellung dieser Erhebung in Berlin. „Doch es gibt noch Potenzial zur Weiterentwicklung“, erklärte vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer.

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Eine wissbe-gierige Branche

„Sklaven einer gierigen Branche“ – so beschreibt der Spiegel (Ausgabe 40/2015) Teilnehmer von klinischen Studien in Schwellenländern. Einige entscheidende Fakten fallen dabei unter den Tisch.

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Genehmigungsverfahren bremsen Innovationen der Pharmabranche

Die Voraussetzungen für Innovationen aus dem Bereich Chemie und Pharmazie sind in Deutschland stark verbesserungswürdig. Dies geht aus der Studie „Innovationen den Weg ebnen“ von IW Consult und Santiago hervor, die im Auftrag des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) erstellt wurde. Demnach sind die Rahmenbedingungen für die Entwicklung neuer Chemieprodukte und Arzneimittel hierzulande schwieriger als im internationalen Vergleich.

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Prof. Hans-Christoph Diener sieht einen Vorteil bei Migräne darin  dass sie mit zunehmendem Alter verschwindet. Foto: © privat

DGN setzt bei Erstellung ärztlicher Leitlinien auf Transparenz

Ärztliche Leitlinien sind ein wichtiges Instrument für Mediziner – wenn sie unabhängig verfasst sind. Darauf zielen die Handlungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Sie regeln das ärztliche Handeln im Verhältnis zur Industrie. Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, DGN-Pressesprecher und selbst Autor von Leitlinien, erklärt im Interview mit Pharma Fakten, wie ärztliche Leitlinien entstehen und unabhängig bleiben können.

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Rund 35 Prozent des Alzheimerrisikos hängen laut Prof. Beyreuther (Netzwerk Altersforschung) vom Lebensstil ab. Foto: © Silicya Roth

Vielversprechende Ansätze für Therapien gegen Alzheimer

Vor Alzheimer fürchten sich viele: Im Alter seine Liebsten nicht mehr zu erkennen, seinen Charakter zu verlieren und schließlich hilflos zu sein, schürt Ängste. Noch gibt es keine Therapie gegen Alzheimer. Professor Konrad Beyreuther, Direktor des Netzwerks Altersforschung (NAR) an der Universität Heidelberg, erklärt im Interview, wie der aktuelle Stand der Forschung ist. Mit einem Durchbruch in der Forschung rechnet er in den nächsten zehn Jahren.

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Klinische Studien mit Kindern fordern Studienzentren und Unternehmen besonders

Kinder brauchen mehr auf sie zugeschnittene Medikamente – das fordert die Politik. Dazu sind klinische Studien mit entsprechend jungen Probanden nötig. Prof. Dr. Wolfgang Rascher, Direktor der Kinder- und Jugendklinik am Universitätsklinikum Erlangen, schildert im Interview mit Pharma Fakten, wie schwierig es ist, diese umzusetzen. Als Vorsitzender der Kommission Arzneimittel für Kinder- und Jugendliche am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte wünscht er sich eine deutlich höhere Anzahl Medikamente, die die Anforderungen von Mädchen und Jungen berücksichtigen.

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Dr. Thomas Meyer kritisiert die starre Methodik der Nutzenbewertung. Er glaubt  dass der G-BA damit vielen Patienten zurzeit den Zugang zu den individuell besten Therapien verwehrt. Foto: privat

AMNOG-Verfahren benötigt individuellere Bewertung bei Anti-Epileptika

Speziell neue Epilepsiepräparate haben es im AMNOG-Verfahren schwer. Starre Anforderungen an die einzureichenden Studien haben dazu geführt, dass neuen Medikamenten kein Zusatznutzen attestiert werden konnte. Das Resultat: Die Hersteller sahen sich gezwungen, offensichtlich wirksame Präparate vom deutschen Markt zu nehmen. Pharma Fakten sprach hierzu mit Dr. Thomas Mayer, Epileptologe am Sächsischen Epilepsiezentrum in Radeberg und Erster Geschäftsführer der deutschen Gesellschaft für Epileptologie.

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Auszeichnung für Kampf gegen Tropenkrankheiten

Der Nobelpreis für Physiologie und Medizin geht an drei Wissenschaftler: William C. Campbell und Satoshi Omura erhielten den Medizin-Nobelpreis für die Forschung zu Spulwurm-Parasiten. Die Chinesin Tu Youyou hat sich um die Malaria-Therapie verdient gemacht.

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Arsenal der Krebsmediziner vergrößert sich durch Immunonkologika erheblich

Der europäische Krebskongress ECC hat ganz im Zeichen innovativer onkologischer Behandlungsmethoden gestanden. Die Entdeckung, wie körpereigene Immunzellen gezielt gegen Tumoren eingesetzt werden können, sorgt für nie dagewesene Fortschritte und wird immer weiter entwickelt. Prof. Dr. Christof von Kalle ist Direktor der Abteilung Translationale Onkologie des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Er schätzt die aktuelle Entwicklung ein und nimmt Stellung zur Kostendiskussion.

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Forschungsstandort Deutschland könnte noch mehr leisten

Die Entwicklungspipelines der forschenden Pharmaunternehmen sind gut gefüllt. Bis zum Jahr 2019 könnten mehr als 300 Wirkstoffe als Medikament zugelassen werden. Das prognostiziert der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa), der entsprechende Daten aus einer Befragung seiner 46 Mitgliedsunternehmen ausgewertet hat. Deutschland spiele bei der Forschung und Entwicklung neuer Präparate eine wichtige Rolle, hieß es bei der Vorstellung dieser Erhebung in Berlin. „Doch es gibt noch Potenzial zur Weiterentwicklung“, erklärte vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer.

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„Sklaven einer gierigen Branche“ – so beschreibt der Spiegel (Ausgabe 40/2015) Teilnehmer von klinischen Studien in Schwellenländern. Einige entscheidende Fakten fallen dabei unter den Tisch.

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Genehmigungsverfahren bremsen Innovationen der Pharmabranche

Die Voraussetzungen für Innovationen aus dem Bereich Chemie und Pharmazie sind in Deutschland stark verbesserungswürdig. Dies geht aus der Studie „Innovationen den Weg ebnen“ von IW Consult und Santiago hervor, die im Auftrag des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) erstellt wurde. Demnach sind die Rahmenbedingungen für die Entwicklung neuer Chemieprodukte und Arzneimittel hierzulande schwieriger als im internationalen Vergleich.

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Prof. Hans-Christoph Diener sieht einen Vorteil bei Migräne darin  dass sie mit zunehmendem Alter verschwindet. Foto: © privat

DGN setzt bei Erstellung ärztlicher Leitlinien auf Transparenz

Ärztliche Leitlinien sind ein wichtiges Instrument für Mediziner – wenn sie unabhängig verfasst sind. Darauf zielen die Handlungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Sie regeln das ärztliche Handeln im Verhältnis zur Industrie. Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, DGN-Pressesprecher und selbst Autor von Leitlinien, erklärt im Interview mit Pharma Fakten, wie ärztliche Leitlinien entstehen und unabhängig bleiben können.

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Rund 35 Prozent des Alzheimerrisikos hängen laut Prof. Beyreuther (Netzwerk Altersforschung) vom Lebensstil ab. Foto: © Silicya Roth

Vielversprechende Ansätze für Therapien gegen Alzheimer

Vor Alzheimer fürchten sich viele: Im Alter seine Liebsten nicht mehr zu erkennen, seinen Charakter zu verlieren und schließlich hilflos zu sein, schürt Ängste. Noch gibt es keine Therapie gegen Alzheimer. Professor Konrad Beyreuther, Direktor des Netzwerks Altersforschung (NAR) an der Universität Heidelberg, erklärt im Interview, wie der aktuelle Stand der Forschung ist. Mit einem Durchbruch in der Forschung rechnet er in den nächsten zehn Jahren.

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Kommentar

Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?

Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.

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