Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Am 13. September ist Welt-Sepsis-Tag. Sepsis tötet 11 Millionen Menschen jedes Jahr. In Folge von COVID-19 sind es vermutlich noch viel mehr. Foto: ©iStock.com/Elena Merkulova

End Sepsis: Leiser Killer, unterschätzte Gefahr

10 Jahre ist es her, dass der Welt-Sepsis-Tag am 13. September zum ersten Mal ins Leben gerufen wurde. Das Ziel von Organisationen wie der „Global Sepsis Alliance“ ist es, auf die Gefahr einer Sepsis und Missstände etwa in Prävention und Diagnostik aufmerksam zu machen. Denn noch immer sterben weltweit 11 Millionen Menschen pro Jahr an einer „Blutvergiftung“. Viele Fälle wären vermeidbar.

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Höhere Impfraten wären eine Art Risikovorsorge gegen Arzneimittel-Resistenzen. Aber die gehen zurzeit eher zurück. Foto: ©iStock.com/peterschreiber.media

Impfen gegen die nächste Pandemie

Auf die nächste globale Gesundheitskrise – antimikrobielle Resistenzen gegen Arzneimittel – gibt es keine einfache Antwort. Um zu verhindern, dass lebenswichtige Medikamente unwirksam werden, muss an vielen Stellschrauben gedreht werden. Die Impfrate ist eine davon.

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Das Spargesetz des Bundesgesundheitsministers sieht einen pauschalen 20-prozentigen Abschlag auf Kombinationstherapien vor. Das ist innovationsfeindlich. Foto: ©iStock.com/Natali_Mis

Abschlag auf Kombitherapien: 20 Prozent rückwärtsgewandt

Das Spargesetz des Bundesgesundheitsministers sieht einen pauschalen 20-prozentigen Abschlag auf Kombinationstherapien vor; also auf Arzneimittel, die ihre volle Wirksamkeit in der Verbindung mit einem weiteren oder mehreren Wirkstoffen entfalten. Das ist medizinisch nicht begründbar, regulatorisch bedenklich und innovationsfeindlich.

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Die Masernfallzahlen in Deutschland sind seit Beginn der COVID-19-Pandemie erheblich zurückgegangen. Trügt der Schein? Foto: ©iStock.com/Astrid860

Masern: Unterschätzte Gefahr?

Die Zahl der Masernfälle in Deutschland ist seit Beginn der COVID-19-Pandemie erheblich zurückgegangen. Das Robert Koch-Institut fürchtet daher eine sinkende Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Dabei ist das Potenzial für neue Ausbrüche nicht zu unterschätzen: Weltweit sind aktuell mehr Menschen als in den vergangenen Jahren ungeschützt gegen die potenziell tödliche Erkrankung.

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Laut einer Studie würden rund 80 Prozent der Bürger:innen in Deutschland ihre Daten der medizinischen Forschung zur Verfügung stellen. Foto: ©iStock.com/metamorworks

Forschung: Bevölkerung möchte Gesundheitsdaten freigeben

„Die Bevölkerung vertraut der medizinischen Forschung und will ihre Daten mit überwältigender Mehrheit freigeben“: So fasst EPatient Analytics, ein Spezialdienstleister für Markt- und Zielgruppenanalysen, eine Studie zusammen, für die 5.000 Menschen befragt wurden. Die Hoffnung: bessere medizinische Forschung – und eine bessere Behandlung sowie individuelle Präventionsangebote. Nun ist die Politik gefragt.

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Die Entwicklung von Arzneimitteln gegen die Alzheimer-Erkrankung kommt nur schleppend voran. Deshalb rückt die Prävention in den Fokus der Wissenschaft. Foto: ©istock.com/LightFieldStudios

Alzheimer: Ein Teil des Risikos haben wir in der Hand

Die Entwicklung von Arzneimitteln gegen die Alzheimer-Erkrankung kommt nur schleppend voran. Wie die Unternehmensberatung Global Data erklärt, gab es kürzlich gleich für mehrere Wirkstoffkandidaten ernüchternde Zwischenergebnisse aus klinischen Studien zu vermelden. Auch deshalb rückt die Prävention vermehrt in den Fokus der Wissenschaft: Bis zu 40 Prozent aller Fälle könnten durch aktive Krankheitsvorbeugung verhindert werden.

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Die Entwicklung von Medikamenten gegen seltene Erkrankungen dauert im Schnitt 2,3 Jahre länger als bei häufigeren Leiden. Foto: ©iStock.com/Prostock-Studio

Seltene Erkrankungen: Spitzenforschung gefragt

Die Zeit zwischen der Patenteinreichung bis zur Zulassung bei Medikamenten gegen seltene Erkrankungen ist im Schnitt 2,3 Jahre länger als bei Arzneimitteln gegen häufigere Leiden. Allein schon die Rekrutierungszeit von Patient:innen für klinische Prüfungen ist nachweislich länger. Die Erforschung von Krankheiten, über die wenig bekannt ist, stellt die Wissenschaft vor enorme Herausforderungen.

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Die Coronapandemie wirkt sich indirekt auf die Versorgung von Krebspatient:innen aus – wie genau, das erklärt der Onkologe Dr. Burkhard Matthes im Interview. Fotos: ©iStock.com/ffikretow (links), ©iStock.com/wildpixel (rechts)

Wie sich Corona auf die Krebsbehandlung auswirkt

Welchen Einfluss hatte die Corona-Pandemie auf das Verhalten und die Versorgung von Krebspatient:innen? Darüber haben wir mit Dr. Burkhard Matthes gesprochen, der als onkologischer Facharzt im medizinischen Versorgungszentrum Havelhöhe bei Berlin arbeitet. Er ist davon überzeugt: COVID-19 hatte für Menschen mit Krebs viele negative Auswirkungen – aber auch eine positive.

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Seit 2018 kommen immer mehr CAR-T-Zelltherapien in die Versorgung. Der Anfang ist gemacht – das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Foto: ©iStock.com/Motortion

CAR-T-Zelltherapien gegen Krebs: Da geht noch mehr

Im Turbomodus ging es von 0 auf 6 Präparate in nicht mal 5 Jahren: Seit 2018 können die Patient:innen in Europa von immer mehr Vertretern der „CAR-T-Zelltherapie“ profitieren. Mittels gentechnischer Methoden werden die körpereigenen Abwehrzellen der Betroffenen für den Kampf gegen Krebs fitgemacht. Das Potenzial ist enorm – und lange nicht ausgeschöpft.

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Wir haben mit Ärztin und Diplomingenieurin Prof. Sylvia Thun über den Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen gesprochen – und kamen zu erstaunlichen Erkenntnissen. Foto: ©iStock.com/ipopba

Digitale Medizin: „Kopf im Sand“

Leicht gesagt, schwer umgesetzt: „Wir müssen die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben“. So lautet eine der häufigsten Forderungen von Gesundheitsexpert:innen. Doch was bedeutet das? Welche Schritte sind notwendig und was wurde bereits erreicht? Wohl kaum jemand kann das besser beantworten als Prof. Dr. Sylvia Thun, Professorin für Digitale Medizin und Interoperabilität am Berlin Institute of Health in der Charité (BIH).

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Am 13. September ist Welt-Sepsis-Tag. Sepsis tötet 11 Millionen Menschen jedes Jahr. In Folge von COVID-19 sind es vermutlich noch viel mehr. Foto: ©iStock.com/Elena Merkulova

End Sepsis: Leiser Killer, unterschätzte Gefahr

10 Jahre ist es her, dass der Welt-Sepsis-Tag am 13. September zum ersten Mal ins Leben gerufen wurde. Das Ziel von Organisationen wie der „Global Sepsis Alliance“ ist es, auf die Gefahr einer Sepsis und Missstände etwa in Prävention und Diagnostik aufmerksam zu machen. Denn noch immer sterben weltweit 11 Millionen Menschen pro Jahr an einer „Blutvergiftung“. Viele Fälle wären vermeidbar.

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Höhere Impfraten wären eine Art Risikovorsorge gegen Arzneimittel-Resistenzen. Aber die gehen zurzeit eher zurück. Foto: ©iStock.com/peterschreiber.media

Impfen gegen die nächste Pandemie

Auf die nächste globale Gesundheitskrise – antimikrobielle Resistenzen gegen Arzneimittel – gibt es keine einfache Antwort. Um zu verhindern, dass lebenswichtige Medikamente unwirksam werden, muss an vielen Stellschrauben gedreht werden. Die Impfrate ist eine davon.

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Das Spargesetz des Bundesgesundheitsministers sieht einen pauschalen 20-prozentigen Abschlag auf Kombinationstherapien vor. Das ist innovationsfeindlich. Foto: ©iStock.com/Natali_Mis

Abschlag auf Kombitherapien: 20 Prozent rückwärtsgewandt

Das Spargesetz des Bundesgesundheitsministers sieht einen pauschalen 20-prozentigen Abschlag auf Kombinationstherapien vor; also auf Arzneimittel, die ihre volle Wirksamkeit in der Verbindung mit einem weiteren oder mehreren Wirkstoffen entfalten. Das ist medizinisch nicht begründbar, regulatorisch bedenklich und innovationsfeindlich.

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Die Masernfallzahlen in Deutschland sind seit Beginn der COVID-19-Pandemie erheblich zurückgegangen. Trügt der Schein? Foto: ©iStock.com/Astrid860

Masern: Unterschätzte Gefahr?

Die Zahl der Masernfälle in Deutschland ist seit Beginn der COVID-19-Pandemie erheblich zurückgegangen. Das Robert Koch-Institut fürchtet daher eine sinkende Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Dabei ist das Potenzial für neue Ausbrüche nicht zu unterschätzen: Weltweit sind aktuell mehr Menschen als in den vergangenen Jahren ungeschützt gegen die potenziell tödliche Erkrankung.

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Laut einer Studie würden rund 80 Prozent der Bürger:innen in Deutschland ihre Daten der medizinischen Forschung zur Verfügung stellen. Foto: ©iStock.com/metamorworks

Forschung: Bevölkerung möchte Gesundheitsdaten freigeben

„Die Bevölkerung vertraut der medizinischen Forschung und will ihre Daten mit überwältigender Mehrheit freigeben“: So fasst EPatient Analytics, ein Spezialdienstleister für Markt- und Zielgruppenanalysen, eine Studie zusammen, für die 5.000 Menschen befragt wurden. Die Hoffnung: bessere medizinische Forschung – und eine bessere Behandlung sowie individuelle Präventionsangebote. Nun ist die Politik gefragt.

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Die Entwicklung von Arzneimitteln gegen die Alzheimer-Erkrankung kommt nur schleppend voran. Deshalb rückt die Prävention in den Fokus der Wissenschaft. Foto: ©istock.com/LightFieldStudios

Alzheimer: Ein Teil des Risikos haben wir in der Hand

Die Entwicklung von Arzneimitteln gegen die Alzheimer-Erkrankung kommt nur schleppend voran. Wie die Unternehmensberatung Global Data erklärt, gab es kürzlich gleich für mehrere Wirkstoffkandidaten ernüchternde Zwischenergebnisse aus klinischen Studien zu vermelden. Auch deshalb rückt die Prävention vermehrt in den Fokus der Wissenschaft: Bis zu 40 Prozent aller Fälle könnten durch aktive Krankheitsvorbeugung verhindert werden.

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Die Entwicklung von Medikamenten gegen seltene Erkrankungen dauert im Schnitt 2,3 Jahre länger als bei häufigeren Leiden. Foto: ©iStock.com/Prostock-Studio

Seltene Erkrankungen: Spitzenforschung gefragt

Die Zeit zwischen der Patenteinreichung bis zur Zulassung bei Medikamenten gegen seltene Erkrankungen ist im Schnitt 2,3 Jahre länger als bei Arzneimitteln gegen häufigere Leiden. Allein schon die Rekrutierungszeit von Patient:innen für klinische Prüfungen ist nachweislich länger. Die Erforschung von Krankheiten, über die wenig bekannt ist, stellt die Wissenschaft vor enorme Herausforderungen.

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Die Coronapandemie wirkt sich indirekt auf die Versorgung von Krebspatient:innen aus – wie genau, das erklärt der Onkologe Dr. Burkhard Matthes im Interview. Fotos: ©iStock.com/ffikretow (links), ©iStock.com/wildpixel (rechts)

Wie sich Corona auf die Krebsbehandlung auswirkt

Welchen Einfluss hatte die Corona-Pandemie auf das Verhalten und die Versorgung von Krebspatient:innen? Darüber haben wir mit Dr. Burkhard Matthes gesprochen, der als onkologischer Facharzt im medizinischen Versorgungszentrum Havelhöhe bei Berlin arbeitet. Er ist davon überzeugt: COVID-19 hatte für Menschen mit Krebs viele negative Auswirkungen – aber auch eine positive.

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Seit 2018 kommen immer mehr CAR-T-Zelltherapien in die Versorgung. Der Anfang ist gemacht – das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Foto: ©iStock.com/Motortion

CAR-T-Zelltherapien gegen Krebs: Da geht noch mehr

Im Turbomodus ging es von 0 auf 6 Präparate in nicht mal 5 Jahren: Seit 2018 können die Patient:innen in Europa von immer mehr Vertretern der „CAR-T-Zelltherapie“ profitieren. Mittels gentechnischer Methoden werden die körpereigenen Abwehrzellen der Betroffenen für den Kampf gegen Krebs fitgemacht. Das Potenzial ist enorm – und lange nicht ausgeschöpft.

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Wir haben mit Ärztin und Diplomingenieurin Prof. Sylvia Thun über den Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen gesprochen – und kamen zu erstaunlichen Erkenntnissen. Foto: ©iStock.com/ipopba

Digitale Medizin: „Kopf im Sand“

Leicht gesagt, schwer umgesetzt: „Wir müssen die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben“. So lautet eine der häufigsten Forderungen von Gesundheitsexpert:innen. Doch was bedeutet das? Welche Schritte sind notwendig und was wurde bereits erreicht? Wohl kaum jemand kann das besser beantworten als Prof. Dr. Sylvia Thun, Professorin für Digitale Medizin und Interoperabilität am Berlin Institute of Health in der Charité (BIH).

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Kommentar

Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?

Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.

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