AMNOG – Erfolgsgeschichte oder Fehlschlag?

Wie sich das AMNOG auf Patienten und die Therapiemöglichkeiten auswirkt, darüber gehen die Meinungen zwischen Pharmaunternehmen und der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gänzlich auseinander. Aktuell ist es das politische Streitthema schlechthin. Beide Seiten wollen die Öffentlichkeit von ihrer Deutung des Gesetzes mit Gutachten überzeugen.

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Arzneimittel schnell auf dem Markt – aber nicht schnell beim Patienten

Medikamente in Deutschland gelangen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schneller auf den Arzneimittelmarkt. Gesundheitsökonom Prof. Dr. Reinhard Busse von der TU Berlin erklärte dies am Montag anhand einer Studie, die er im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes erstellt hatte. Über den Zugang für Patienten zu innovativen Medikamenten sagt dies jedoch nichts aus. Außerdem erscheinen die Zahlen nicht mehr zeitgemäß. Busse bezog sich zumeist auf die Zeit vor Einführung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG).

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Politiker stellen AMNOG-Änderungen in Aussicht

Die Diskussion um eine Reform des AMNOG hat beim Hauptstadtkongress in Berlin neue Nahrung erhalten. Wie die Industrie wollen grundsätzlich auch die Bundespolitiker an dem Gesetz festhalten. Doch für das häufig als „lernendes System“ bezeichnete Verfahren dürfte eine Reform anstehen.

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AMNOG verfehlt wesentliche Ziele

Das AMNOG hat sein Ziel verfehlt. Das ist die Kernaussage eines Gutachtens, das Prof. Dr. Dieter Cassel (Universität Duisburg Essen) und Prof. Dr. Volker Ulrich (Universität Bayreuth) im Auftrag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) erstellt haben. Immerhin: Es bleibt Hoffnung. Im Kern sei das AMNOG nutzbar, es seien jedoch Änderungen notwendig.

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Kassen verkraften höhere Kosten

Das Gesundheitssystem verkraftet innovative Therapien. Sie müssen allerdings bei den Patienten ankommen. Um diese beiden Punkte und um die Frage, ob das AMNOG zu retten ist, kreisten heute zwei Pressekonferenzen der führenden Pharmaverbände Verband Forschender Pharmaunternehmen (vfa) und Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

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Ärzte wollen AMNOG-Verfahren ändern

Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), plädiert neben der frühen auch für eine späte Nutzenbewertung neuer onkologischer Arzneimittel. Er begründet dies mit den bei Zulassung häufig noch unzureichenden Erkenntnissen zum patientenrelevanten Nutzen dieser Arzneimittel und der Notwendigkeit, die Sicherheit dieser Arzneimittel auch nach Zulassung gründlich zu untersuchen. Im Interview mit Pharma Fakten erklärt er, was aus Sicht der AkdÄ bei der Weiterentwicklung des AMNOG wünschenswert wäre.

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Onkologen fürchten Innovationsblockade

Das AMNOG-Verfahren muss vier Jahre nach seiner Einführung deutlich nachgebessert werden – fordert die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) heute in Berlin. Deren Ärzte begrüßten in einer Bilanz das Gesetz grundsätzlich, kritisierten jedoch methodische Fehler. Sie fordern Änderungen bei der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie und bei der Bewertung von patientenrelevanten Endpunkten.

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Prof. Josef Hecken  unabhängiger Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses  sieht die frühe Nutzenbewertung für alle Indikationen als geeignet an. Foto: © G-BA

Herausforderungen für die Nutzenbewertung

Ist die frühe Nutzenbewertung ein geeignetes Instrument, um Nutzen und Wert neuer Medikamente festzulegen? Um diese Frage wird seit Einführung des Prozesses im Jahr 2011 leidenschaftlich gestritten. Eine Häufung umstrittener Entscheidungen bei Antidiabetika wirft jetzt die Frage auf, ob einzelne Indikationen grundlegend benachteiligt werden. Pharma Fakten sprach hierzu mit Prof. Josef Hecken, unabhängiger Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

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Schwerer Stand für Antidiabetika

Vier neue Antidiabetika wurden von ihren Herstellern in den letzten Jahren vom Markt genommen. Der Grund: Keine Anerkennung eines Zusatznutzens durch den G-BA. In keinem anderen Indikationsbereich gehen die Meinungen über den Nutzen neuer Therapien so auseinander. Ein strukturelles Problem in der frühen Nutzenbewertung, wie GB-A Vorsitzender Prof. Josef Hecken jetzt eingestanden hat.

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AMNOG – Erfolgsgeschichte oder Fehlschlag?

Wie sich das AMNOG auf Patienten und die Therapiemöglichkeiten auswirkt, darüber gehen die Meinungen zwischen Pharmaunternehmen und der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gänzlich auseinander. Aktuell ist es das politische Streitthema schlechthin. Beide Seiten wollen die Öffentlichkeit von ihrer Deutung des Gesetzes mit Gutachten überzeugen.

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Arzneimittel schnell auf dem Markt – aber nicht schnell beim Patienten

Medikamente in Deutschland gelangen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schneller auf den Arzneimittelmarkt. Gesundheitsökonom Prof. Dr. Reinhard Busse von der TU Berlin erklärte dies am Montag anhand einer Studie, die er im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes erstellt hatte. Über den Zugang für Patienten zu innovativen Medikamenten sagt dies jedoch nichts aus. Außerdem erscheinen die Zahlen nicht mehr zeitgemäß. Busse bezog sich zumeist auf die Zeit vor Einführung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG).

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Politiker stellen AMNOG-Änderungen in Aussicht

Die Diskussion um eine Reform des AMNOG hat beim Hauptstadtkongress in Berlin neue Nahrung erhalten. Wie die Industrie wollen grundsätzlich auch die Bundespolitiker an dem Gesetz festhalten. Doch für das häufig als „lernendes System“ bezeichnete Verfahren dürfte eine Reform anstehen.

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AMNOG verfehlt wesentliche Ziele

Das AMNOG hat sein Ziel verfehlt. Das ist die Kernaussage eines Gutachtens, das Prof. Dr. Dieter Cassel (Universität Duisburg Essen) und Prof. Dr. Volker Ulrich (Universität Bayreuth) im Auftrag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) erstellt haben. Immerhin: Es bleibt Hoffnung. Im Kern sei das AMNOG nutzbar, es seien jedoch Änderungen notwendig.

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Kassen verkraften höhere Kosten

Das Gesundheitssystem verkraftet innovative Therapien. Sie müssen allerdings bei den Patienten ankommen. Um diese beiden Punkte und um die Frage, ob das AMNOG zu retten ist, kreisten heute zwei Pressekonferenzen der führenden Pharmaverbände Verband Forschender Pharmaunternehmen (vfa) und Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

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Ärzte wollen AMNOG-Verfahren ändern

Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), plädiert neben der frühen auch für eine späte Nutzenbewertung neuer onkologischer Arzneimittel. Er begründet dies mit den bei Zulassung häufig noch unzureichenden Erkenntnissen zum patientenrelevanten Nutzen dieser Arzneimittel und der Notwendigkeit, die Sicherheit dieser Arzneimittel auch nach Zulassung gründlich zu untersuchen. Im Interview mit Pharma Fakten erklärt er, was aus Sicht der AkdÄ bei der Weiterentwicklung des AMNOG wünschenswert wäre.

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Onkologen fürchten Innovationsblockade

Das AMNOG-Verfahren muss vier Jahre nach seiner Einführung deutlich nachgebessert werden – fordert die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) heute in Berlin. Deren Ärzte begrüßten in einer Bilanz das Gesetz grundsätzlich, kritisierten jedoch methodische Fehler. Sie fordern Änderungen bei der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie und bei der Bewertung von patientenrelevanten Endpunkten.

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Prof. Josef Hecken  unabhängiger Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses  sieht die frühe Nutzenbewertung für alle Indikationen als geeignet an. Foto: © G-BA

Herausforderungen für die Nutzenbewertung

Ist die frühe Nutzenbewertung ein geeignetes Instrument, um Nutzen und Wert neuer Medikamente festzulegen? Um diese Frage wird seit Einführung des Prozesses im Jahr 2011 leidenschaftlich gestritten. Eine Häufung umstrittener Entscheidungen bei Antidiabetika wirft jetzt die Frage auf, ob einzelne Indikationen grundlegend benachteiligt werden. Pharma Fakten sprach hierzu mit Prof. Josef Hecken, unabhängiger Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

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Schwerer Stand für Antidiabetika

Vier neue Antidiabetika wurden von ihren Herstellern in den letzten Jahren vom Markt genommen. Der Grund: Keine Anerkennung eines Zusatznutzens durch den G-BA. In keinem anderen Indikationsbereich gehen die Meinungen über den Nutzen neuer Therapien so auseinander. Ein strukturelles Problem in der frühen Nutzenbewertung, wie GB-A Vorsitzender Prof. Josef Hecken jetzt eingestanden hat.

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Kommentar

Gesundheitsreform: Es geht nicht nur ums Geld!

2026 soll ein Jahr der Reformen werden – gerade im Gesundheitsbereich. Das haut erstmal auf die Stimmung; wir haben uns angewöhnt bei „Gesundheitsreform“ an Einschnitte und steigende Beiträge zu denken. Doch Geld zusammenzustreichen ist noch keine Weichenstellung – zumal das verkennt, wie teuer den Staat mangelnde Gesundheit kommt. Deshalb wird es Zeit, die Gesundheitsreform als eine Chance zu begreifen, um das System nachhaltig, modern und solide finanziert aufzustellen. Und eine Chance zur Stärkung der Demokratie. Ein Kommentar von Florian Martius.

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