Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Brustkrebs bei Männern – eine zwar seltene  aber unter Umständen lebensbedrohliche Diagnose. In dieser Situation kommt es darauf an  möglichst schnell das Richtige zu tun. Foto: © iStock.com/Schulz Christian

Können wir uns den Fortschritt leisten?

Die Fortschritte in der medikamentösen Krebstherapie sind groß. Aber können wir uns die zahlreichen neuen Medikamente auch leisten? Auf dem Hauptstadtkongress 2017 – Medizin und Gesundheit (HSK) diskutierten Onkologen, Politiker und Wissenschaftler über die Herausforderung der „Chronifizierung“ von Krebs.

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Kontroverse Diskussion über die Rabattverträge und ihre Folgen: BPI-Vorsitzender Martin Zentgraf  Onkologie-Verbandschef Stephan Schmitz  AOK-BW-Vorstand Christopher Hermann und Versorgungsforscher Gerd Glaeske (von links). Foto: Jakob Börner

Wettbewerbs-Instrument mit unerwünschten Nebenwirkungen

Bruchlos zufrieden sind nur die Krankenkassen mit den Folgen der Rabattverträge, die seit April 2007 zwischen den Kassen und den pharmazeutischen Unternehmen ausgehandelt werden. Ärzte, Patientenvertreter und die Pharmaindustrie dagegen warnen eindringlich vor deren bedenklichen bis gefährlichen Nebenwirkungen. Und in der Politik scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen: Es gibt dringenden Nachsteuerungs-Bedarf.

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Der Arzneimittel-TÜV muss zum TÜV

Die frühe Nutzenbewertung für neue Arzneimittel sollte dringend überarbeitet werden: Der Arzneimittel-TÜV muss auf den Prüfstand. Das verlangen Wissenschaftler aus Ökonomie und Medizin. Sie fordern eine stärkere Patientenorientierung und sehen das AMNOG-System in einem Dilemma zwischen der alltäglichen Versorgung kranker Menschen mit innovativen Medikamenten und dem Kostenfokus der frühen Nutzenbewertung.

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Fünfzehn Jahre liegt die letzte Zulassung eines Alzheimer-Medikamentes zurück. Ein Konsortium will das ändern. Mit dabei: 15 forschende Pharmaunternehmen. Foto: © iStock.com/utah778

Extrem unterschiedliche Schlaganfall-Versorgung in Europa

Die Todesraten durch Schlaganfall sind EU-weit in den letzten zwanzig Jahren stetig gesunken. Das dürfte sich ändern: Bis 2035 erwarten Experten aus Patienten- und Fachorganisationen einen Zuwachs um 34 Prozent. Um die Folgekosten im Griff zu behalten, fordern sie europaweit vergleichbare Daten, eine verbesserte Aufklärung und Prävention sowie eine Angleichung der Versorgungsqualität über alle EU-Staaten.

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Neue Antibiotika werden dringend gebraucht. Das britische Gesundheitssystem testet deshalb ein neues Bezahlmodell  um die Entwicklung von Antiinfektiva zu beschleunigen. Foto: ©iStock.com/microgen

Neue Antibiotika-, Krebs-, HIV- und Hepatitis-Mittel werden für unverzichtbar erklärt

Alle zwei Jahre schreibt die Weltgesundheitsorganisation ihre „Essential Medicines List“ (EML) neu. Aufgeführt sind dort Arzneimittel, die die WHO-Experten für so wichtig halten, dass der Zugang zu ihnen in allen Ländern der Welt für alle Patienten offen stehen sollte. Die EML 2017 enthält 55 neue Medikamente – darunter viele der erfolgreichen modernen Arzneimittel gegen globale Gesundheitsprobleme wie Krebs, Hepatitis C, Tuberkulose und HIV.

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ASCO 2017 - Treffpunkt für Wissenschaftler  Fachärzte  Firmenvertreter und Investoren. © iStock.com/kasto80 (Matej Kastelic) (Agenturfoto. Mit Model gestellt.)

Krebskiller gesucht

Es gibt keinen größeren Krebskongress: 38.000 Wissenschaftler, Fachärzte, Firmenvertreter und Investoren aus aller Welt treffen sich auf dem ASCO – dem jährlichen Kongress der „American Society of Clinical Oncology“ – in Chicago. Denn Krebs ist eine globale Herausforderung, die nur grenzübergreifend gelöst werden kann.

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Ausgaben für Gesundheit sind eine Investition in die Zukunft

Wir leben länger. Aber leben wir auch länger gesünder? Die Studie „Die Entwicklung des Gesundheitsnutzens – Veränderungen der Krankheitslast von 1993 bis 2013 für ausgewählte Krankheitsbilder“ beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen Ja. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nutzt darin eine Methodik zur Messung der Krankheitslast. Sein Fazit: Ausgaben für Gesundheit sind keine Kosten, sondern eine sinnvolle Investition.

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Der Bundesrat hat jetzt einem umstrittenen Gesetz zugestimmt  das die Sicherheit in der Arzneimittelversorgung verbessern soll. Foto: CC0 (Stencil)

Viel erreicht – und noch viel zu tun

„Alles geht, aber eben nur anders …“ – das Motto des diesjährigen Welt-Multiple-Sklerose-Tages am 31. Mai zeigt: Die Erkrankung ist inzwischen relativ gut behandelbar. Heilbar ist sie allerdings nicht. „Da liegt noch sehr viel Arbeit vor uns“, berichtet Prof. Dr. med. Ziemssen, Leiter des MS-Zentrums in Dresden.

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Der Zugang zu Impfungen und Arzneimitteln ist in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden – vor allem in ausgeprägten Krisenregionen. Foto: CC0 (Stencil)

Große Fortschritte in der globalen Gesundheitsversorgung

In ihrem Welt-Gesundheitsbericht 2017 listet die WHO die aktuellsten Daten auf, die die Situation der Gesundheitsversorgung weltweit kennzeichnen. Klar geht daraus hervor: Zwar steht das internationale Gesundheitssystem weiter vor großen Herausforderungen. Doch gerade in vielen „Problemregionen“ ist der Gesamtstand deutlich besser als noch zur Jahrtausendwende.

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Seit Kurzem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten einer vorbeugenden Behandlung zum Schutz vor HIV – die Folgen dürften bahnbrechend sein. Foto: ©iStock.com/nito100

„Kein Aids für alle“ – schon ab 2020?

Eine internationale Studie zeigt: Dank moderner Kombinationstherapien ist die Lebenserwartung HIV-Infizierter in Europa und Nordamerika zwischen 1996 und 2010 um rund zehn Jahre gestiegen. Wirksame Medikamente sind eine gute Voraussetzung, um die Aids-Epidemie bis 2020 zu beenden – so wie es sich die Deutsche Aids-Hilfe mit ihrer neuen Kampagne „Kein Aids für alle“ zum Ziel gesetzt hat.

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Brustkrebs bei Männern – eine zwar seltene  aber unter Umständen lebensbedrohliche Diagnose. In dieser Situation kommt es darauf an  möglichst schnell das Richtige zu tun. Foto: © iStock.com/Schulz Christian

Können wir uns den Fortschritt leisten?

Die Fortschritte in der medikamentösen Krebstherapie sind groß. Aber können wir uns die zahlreichen neuen Medikamente auch leisten? Auf dem Hauptstadtkongress 2017 – Medizin und Gesundheit (HSK) diskutierten Onkologen, Politiker und Wissenschaftler über die Herausforderung der „Chronifizierung“ von Krebs.

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Kontroverse Diskussion über die Rabattverträge und ihre Folgen: BPI-Vorsitzender Martin Zentgraf  Onkologie-Verbandschef Stephan Schmitz  AOK-BW-Vorstand Christopher Hermann und Versorgungsforscher Gerd Glaeske (von links). Foto: Jakob Börner

Wettbewerbs-Instrument mit unerwünschten Nebenwirkungen

Bruchlos zufrieden sind nur die Krankenkassen mit den Folgen der Rabattverträge, die seit April 2007 zwischen den Kassen und den pharmazeutischen Unternehmen ausgehandelt werden. Ärzte, Patientenvertreter und die Pharmaindustrie dagegen warnen eindringlich vor deren bedenklichen bis gefährlichen Nebenwirkungen. Und in der Politik scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen: Es gibt dringenden Nachsteuerungs-Bedarf.

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Der Arzneimittel-TÜV muss zum TÜV

Die frühe Nutzenbewertung für neue Arzneimittel sollte dringend überarbeitet werden: Der Arzneimittel-TÜV muss auf den Prüfstand. Das verlangen Wissenschaftler aus Ökonomie und Medizin. Sie fordern eine stärkere Patientenorientierung und sehen das AMNOG-System in einem Dilemma zwischen der alltäglichen Versorgung kranker Menschen mit innovativen Medikamenten und dem Kostenfokus der frühen Nutzenbewertung.

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Fünfzehn Jahre liegt die letzte Zulassung eines Alzheimer-Medikamentes zurück. Ein Konsortium will das ändern. Mit dabei: 15 forschende Pharmaunternehmen. Foto: © iStock.com/utah778

Extrem unterschiedliche Schlaganfall-Versorgung in Europa

Die Todesraten durch Schlaganfall sind EU-weit in den letzten zwanzig Jahren stetig gesunken. Das dürfte sich ändern: Bis 2035 erwarten Experten aus Patienten- und Fachorganisationen einen Zuwachs um 34 Prozent. Um die Folgekosten im Griff zu behalten, fordern sie europaweit vergleichbare Daten, eine verbesserte Aufklärung und Prävention sowie eine Angleichung der Versorgungsqualität über alle EU-Staaten.

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Neue Antibiotika werden dringend gebraucht. Das britische Gesundheitssystem testet deshalb ein neues Bezahlmodell  um die Entwicklung von Antiinfektiva zu beschleunigen. Foto: ©iStock.com/microgen

Neue Antibiotika-, Krebs-, HIV- und Hepatitis-Mittel werden für unverzichtbar erklärt

Alle zwei Jahre schreibt die Weltgesundheitsorganisation ihre „Essential Medicines List“ (EML) neu. Aufgeführt sind dort Arzneimittel, die die WHO-Experten für so wichtig halten, dass der Zugang zu ihnen in allen Ländern der Welt für alle Patienten offen stehen sollte. Die EML 2017 enthält 55 neue Medikamente – darunter viele der erfolgreichen modernen Arzneimittel gegen globale Gesundheitsprobleme wie Krebs, Hepatitis C, Tuberkulose und HIV.

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ASCO 2017 - Treffpunkt für Wissenschaftler  Fachärzte  Firmenvertreter und Investoren. © iStock.com/kasto80 (Matej Kastelic) (Agenturfoto. Mit Model gestellt.)

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Es gibt keinen größeren Krebskongress: 38.000 Wissenschaftler, Fachärzte, Firmenvertreter und Investoren aus aller Welt treffen sich auf dem ASCO – dem jährlichen Kongress der „American Society of Clinical Oncology“ – in Chicago. Denn Krebs ist eine globale Herausforderung, die nur grenzübergreifend gelöst werden kann.

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Ausgaben für Gesundheit sind eine Investition in die Zukunft

Wir leben länger. Aber leben wir auch länger gesünder? Die Studie „Die Entwicklung des Gesundheitsnutzens – Veränderungen der Krankheitslast von 1993 bis 2013 für ausgewählte Krankheitsbilder“ beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen Ja. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nutzt darin eine Methodik zur Messung der Krankheitslast. Sein Fazit: Ausgaben für Gesundheit sind keine Kosten, sondern eine sinnvolle Investition.

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Der Bundesrat hat jetzt einem umstrittenen Gesetz zugestimmt  das die Sicherheit in der Arzneimittelversorgung verbessern soll. Foto: CC0 (Stencil)

Viel erreicht – und noch viel zu tun

„Alles geht, aber eben nur anders …“ – das Motto des diesjährigen Welt-Multiple-Sklerose-Tages am 31. Mai zeigt: Die Erkrankung ist inzwischen relativ gut behandelbar. Heilbar ist sie allerdings nicht. „Da liegt noch sehr viel Arbeit vor uns“, berichtet Prof. Dr. med. Ziemssen, Leiter des MS-Zentrums in Dresden.

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Der Zugang zu Impfungen und Arzneimitteln ist in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden – vor allem in ausgeprägten Krisenregionen. Foto: CC0 (Stencil)

Große Fortschritte in der globalen Gesundheitsversorgung

In ihrem Welt-Gesundheitsbericht 2017 listet die WHO die aktuellsten Daten auf, die die Situation der Gesundheitsversorgung weltweit kennzeichnen. Klar geht daraus hervor: Zwar steht das internationale Gesundheitssystem weiter vor großen Herausforderungen. Doch gerade in vielen „Problemregionen“ ist der Gesamtstand deutlich besser als noch zur Jahrtausendwende.

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Seit Kurzem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten einer vorbeugenden Behandlung zum Schutz vor HIV – die Folgen dürften bahnbrechend sein. Foto: ©iStock.com/nito100

„Kein Aids für alle“ – schon ab 2020?

Eine internationale Studie zeigt: Dank moderner Kombinationstherapien ist die Lebenserwartung HIV-Infizierter in Europa und Nordamerika zwischen 1996 und 2010 um rund zehn Jahre gestiegen. Wirksame Medikamente sind eine gute Voraussetzung, um die Aids-Epidemie bis 2020 zu beenden – so wie es sich die Deutsche Aids-Hilfe mit ihrer neuen Kampagne „Kein Aids für alle“ zum Ziel gesetzt hat.

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Kommentar

GKV-Spargesetz: Das Narrativ stimmt nicht

Die Bundesregierung betont, dass sie mit dem vorgelegten Entwurf zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) „allen Beteiligten – von der Pharmaindustrie über die Ärztinnen und Ärzte bis hin zu den Krankenhäusern – etwas abverlangt, um dieses System zukunftsfähig zu machen.“ Das aber ist nicht nur der falsche Weg – es stimmt auch einfach nicht. Ein Kommentar von Florian Martius.

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