Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Das System der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel hat noch viel zu lernen. Sonst bleiben die Patienten auf der Strecke. Foto: ©iStock.com/2017 Robert Gerhardt (RGtimeline)

Gut für Patienten und gut für die Wirtschaft

Biopharmazeutika, also gentechnisch hergestellte Medikamente, haben einen erheblichen Nutzen für die Patienten und wirken sich positiv auf die deutsche Wirtschaft aus. Dies ist das Ergebnis des neuen Biotech-Reports, den der Verband Forschender Arzneimittelhersteller bio (vfa bio) gemeinsam mit der Boston Consulting Group (BCG) in Berlin vorstellte. Demnach profitierten in den letzten Jahren besonders Krebserkrankte von neuen Therapien.

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Brustkrebs bei Männern – eine zwar seltene  aber unter Umständen lebensbedrohliche Diagnose. In dieser Situation kommt es darauf an  möglichst schnell das Richtige zu tun. Foto: © iStock.com/Schulz Christian

Können wir uns den Fortschritt leisten?

Die Fortschritte in der medikamentösen Krebstherapie sind groß. Aber können wir uns die zahlreichen neuen Medikamente auch leisten? Auf dem Hauptstadtkongress 2017 – Medizin und Gesundheit (HSK) diskutierten Onkologen, Politiker und Wissenschaftler über die Herausforderung der „Chronifizierung“ von Krebs.

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Kontroverse Diskussion über die Rabattverträge und ihre Folgen: BPI-Vorsitzender Martin Zentgraf  Onkologie-Verbandschef Stephan Schmitz  AOK-BW-Vorstand Christopher Hermann und Versorgungsforscher Gerd Glaeske (von links). Foto: Jakob Börner

Wettbewerbs-Instrument mit unerwünschten Nebenwirkungen

Bruchlos zufrieden sind nur die Krankenkassen mit den Folgen der Rabattverträge, die seit April 2007 zwischen den Kassen und den pharmazeutischen Unternehmen ausgehandelt werden. Ärzte, Patientenvertreter und die Pharmaindustrie dagegen warnen eindringlich vor deren bedenklichen bis gefährlichen Nebenwirkungen. Und in der Politik scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen: Es gibt dringenden Nachsteuerungs-Bedarf.

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Der Arzneimittel-TÜV muss zum TÜV

Die frühe Nutzenbewertung für neue Arzneimittel sollte dringend überarbeitet werden: Der Arzneimittel-TÜV muss auf den Prüfstand. Das verlangen Wissenschaftler aus Ökonomie und Medizin. Sie fordern eine stärkere Patientenorientierung und sehen das AMNOG-System in einem Dilemma zwischen der alltäglichen Versorgung kranker Menschen mit innovativen Medikamenten und dem Kostenfokus der frühen Nutzenbewertung.

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Fünfzehn Jahre liegt die letzte Zulassung eines Alzheimer-Medikamentes zurück. Ein Konsortium will das ändern. Mit dabei: 15 forschende Pharmaunternehmen. Foto: © iStock.com/utah778

Extrem unterschiedliche Schlaganfall-Versorgung in Europa

Die Todesraten durch Schlaganfall sind EU-weit in den letzten zwanzig Jahren stetig gesunken. Das dürfte sich ändern: Bis 2035 erwarten Experten aus Patienten- und Fachorganisationen einen Zuwachs um 34 Prozent. Um die Folgekosten im Griff zu behalten, fordern sie europaweit vergleichbare Daten, eine verbesserte Aufklärung und Prävention sowie eine Angleichung der Versorgungsqualität über alle EU-Staaten.

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Neue Antibiotika werden dringend gebraucht. Das britische Gesundheitssystem testet deshalb ein neues Bezahlmodell  um die Entwicklung von Antiinfektiva zu beschleunigen. Foto: ©iStock.com/microgen

Neue Antibiotika-, Krebs-, HIV- und Hepatitis-Mittel werden für unverzichtbar erklärt

Alle zwei Jahre schreibt die Weltgesundheitsorganisation ihre „Essential Medicines List“ (EML) neu. Aufgeführt sind dort Arzneimittel, die die WHO-Experten für so wichtig halten, dass der Zugang zu ihnen in allen Ländern der Welt für alle Patienten offen stehen sollte. Die EML 2017 enthält 55 neue Medikamente – darunter viele der erfolgreichen modernen Arzneimittel gegen globale Gesundheitsprobleme wie Krebs, Hepatitis C, Tuberkulose und HIV.

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ASCO 2017 - Treffpunkt für Wissenschaftler  Fachärzte  Firmenvertreter und Investoren. © iStock.com/kasto80 (Matej Kastelic) (Agenturfoto. Mit Model gestellt.)

Krebskiller gesucht

Es gibt keinen größeren Krebskongress: 38.000 Wissenschaftler, Fachärzte, Firmenvertreter und Investoren aus aller Welt treffen sich auf dem ASCO – dem jährlichen Kongress der „American Society of Clinical Oncology“ – in Chicago. Denn Krebs ist eine globale Herausforderung, die nur grenzübergreifend gelöst werden kann.

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Ausgaben für Gesundheit sind eine Investition in die Zukunft

Wir leben länger. Aber leben wir auch länger gesünder? Die Studie „Die Entwicklung des Gesundheitsnutzens – Veränderungen der Krankheitslast von 1993 bis 2013 für ausgewählte Krankheitsbilder“ beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen Ja. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nutzt darin eine Methodik zur Messung der Krankheitslast. Sein Fazit: Ausgaben für Gesundheit sind keine Kosten, sondern eine sinnvolle Investition.

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Der Bundesrat hat jetzt einem umstrittenen Gesetz zugestimmt  das die Sicherheit in der Arzneimittelversorgung verbessern soll. Foto: CC0 (Stencil)

Viel erreicht – und noch viel zu tun

„Alles geht, aber eben nur anders …“ – das Motto des diesjährigen Welt-Multiple-Sklerose-Tages am 31. Mai zeigt: Die Erkrankung ist inzwischen relativ gut behandelbar. Heilbar ist sie allerdings nicht. „Da liegt noch sehr viel Arbeit vor uns“, berichtet Prof. Dr. med. Ziemssen, Leiter des MS-Zentrums in Dresden.

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Der Zugang zu Impfungen und Arzneimitteln ist in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden – vor allem in ausgeprägten Krisenregionen. Foto: CC0 (Stencil)

Große Fortschritte in der globalen Gesundheitsversorgung

In ihrem Welt-Gesundheitsbericht 2017 listet die WHO die aktuellsten Daten auf, die die Situation der Gesundheitsversorgung weltweit kennzeichnen. Klar geht daraus hervor: Zwar steht das internationale Gesundheitssystem weiter vor großen Herausforderungen. Doch gerade in vielen „Problemregionen“ ist der Gesamtstand deutlich besser als noch zur Jahrtausendwende.

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Das System der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel hat noch viel zu lernen. Sonst bleiben die Patienten auf der Strecke. Foto: ©iStock.com/2017 Robert Gerhardt (RGtimeline)

Gut für Patienten und gut für die Wirtschaft

Biopharmazeutika, also gentechnisch hergestellte Medikamente, haben einen erheblichen Nutzen für die Patienten und wirken sich positiv auf die deutsche Wirtschaft aus. Dies ist das Ergebnis des neuen Biotech-Reports, den der Verband Forschender Arzneimittelhersteller bio (vfa bio) gemeinsam mit der Boston Consulting Group (BCG) in Berlin vorstellte. Demnach profitierten in den letzten Jahren besonders Krebserkrankte von neuen Therapien.

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Brustkrebs bei Männern – eine zwar seltene  aber unter Umständen lebensbedrohliche Diagnose. In dieser Situation kommt es darauf an  möglichst schnell das Richtige zu tun. Foto: © iStock.com/Schulz Christian

Können wir uns den Fortschritt leisten?

Die Fortschritte in der medikamentösen Krebstherapie sind groß. Aber können wir uns die zahlreichen neuen Medikamente auch leisten? Auf dem Hauptstadtkongress 2017 – Medizin und Gesundheit (HSK) diskutierten Onkologen, Politiker und Wissenschaftler über die Herausforderung der „Chronifizierung“ von Krebs.

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Kontroverse Diskussion über die Rabattverträge und ihre Folgen: BPI-Vorsitzender Martin Zentgraf  Onkologie-Verbandschef Stephan Schmitz  AOK-BW-Vorstand Christopher Hermann und Versorgungsforscher Gerd Glaeske (von links). Foto: Jakob Börner

Wettbewerbs-Instrument mit unerwünschten Nebenwirkungen

Bruchlos zufrieden sind nur die Krankenkassen mit den Folgen der Rabattverträge, die seit April 2007 zwischen den Kassen und den pharmazeutischen Unternehmen ausgehandelt werden. Ärzte, Patientenvertreter und die Pharmaindustrie dagegen warnen eindringlich vor deren bedenklichen bis gefährlichen Nebenwirkungen. Und in der Politik scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen: Es gibt dringenden Nachsteuerungs-Bedarf.

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Der Arzneimittel-TÜV muss zum TÜV

Die frühe Nutzenbewertung für neue Arzneimittel sollte dringend überarbeitet werden: Der Arzneimittel-TÜV muss auf den Prüfstand. Das verlangen Wissenschaftler aus Ökonomie und Medizin. Sie fordern eine stärkere Patientenorientierung und sehen das AMNOG-System in einem Dilemma zwischen der alltäglichen Versorgung kranker Menschen mit innovativen Medikamenten und dem Kostenfokus der frühen Nutzenbewertung.

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Fünfzehn Jahre liegt die letzte Zulassung eines Alzheimer-Medikamentes zurück. Ein Konsortium will das ändern. Mit dabei: 15 forschende Pharmaunternehmen. Foto: © iStock.com/utah778

Extrem unterschiedliche Schlaganfall-Versorgung in Europa

Die Todesraten durch Schlaganfall sind EU-weit in den letzten zwanzig Jahren stetig gesunken. Das dürfte sich ändern: Bis 2035 erwarten Experten aus Patienten- und Fachorganisationen einen Zuwachs um 34 Prozent. Um die Folgekosten im Griff zu behalten, fordern sie europaweit vergleichbare Daten, eine verbesserte Aufklärung und Prävention sowie eine Angleichung der Versorgungsqualität über alle EU-Staaten.

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Neue Antibiotika werden dringend gebraucht. Das britische Gesundheitssystem testet deshalb ein neues Bezahlmodell  um die Entwicklung von Antiinfektiva zu beschleunigen. Foto: ©iStock.com/microgen

Neue Antibiotika-, Krebs-, HIV- und Hepatitis-Mittel werden für unverzichtbar erklärt

Alle zwei Jahre schreibt die Weltgesundheitsorganisation ihre „Essential Medicines List“ (EML) neu. Aufgeführt sind dort Arzneimittel, die die WHO-Experten für so wichtig halten, dass der Zugang zu ihnen in allen Ländern der Welt für alle Patienten offen stehen sollte. Die EML 2017 enthält 55 neue Medikamente – darunter viele der erfolgreichen modernen Arzneimittel gegen globale Gesundheitsprobleme wie Krebs, Hepatitis C, Tuberkulose und HIV.

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ASCO 2017 - Treffpunkt für Wissenschaftler  Fachärzte  Firmenvertreter und Investoren. © iStock.com/kasto80 (Matej Kastelic) (Agenturfoto. Mit Model gestellt.)

Krebskiller gesucht

Es gibt keinen größeren Krebskongress: 38.000 Wissenschaftler, Fachärzte, Firmenvertreter und Investoren aus aller Welt treffen sich auf dem ASCO – dem jährlichen Kongress der „American Society of Clinical Oncology“ – in Chicago. Denn Krebs ist eine globale Herausforderung, die nur grenzübergreifend gelöst werden kann.

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Ausgaben für Gesundheit sind eine Investition in die Zukunft

Wir leben länger. Aber leben wir auch länger gesünder? Die Studie „Die Entwicklung des Gesundheitsnutzens – Veränderungen der Krankheitslast von 1993 bis 2013 für ausgewählte Krankheitsbilder“ beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen Ja. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nutzt darin eine Methodik zur Messung der Krankheitslast. Sein Fazit: Ausgaben für Gesundheit sind keine Kosten, sondern eine sinnvolle Investition.

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Der Bundesrat hat jetzt einem umstrittenen Gesetz zugestimmt  das die Sicherheit in der Arzneimittelversorgung verbessern soll. Foto: CC0 (Stencil)

Viel erreicht – und noch viel zu tun

„Alles geht, aber eben nur anders …“ – das Motto des diesjährigen Welt-Multiple-Sklerose-Tages am 31. Mai zeigt: Die Erkrankung ist inzwischen relativ gut behandelbar. Heilbar ist sie allerdings nicht. „Da liegt noch sehr viel Arbeit vor uns“, berichtet Prof. Dr. med. Ziemssen, Leiter des MS-Zentrums in Dresden.

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Der Zugang zu Impfungen und Arzneimitteln ist in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden – vor allem in ausgeprägten Krisenregionen. Foto: CC0 (Stencil)

Große Fortschritte in der globalen Gesundheitsversorgung

In ihrem Welt-Gesundheitsbericht 2017 listet die WHO die aktuellsten Daten auf, die die Situation der Gesundheitsversorgung weltweit kennzeichnen. Klar geht daraus hervor: Zwar steht das internationale Gesundheitssystem weiter vor großen Herausforderungen. Doch gerade in vielen „Problemregionen“ ist der Gesamtstand deutlich besser als noch zur Jahrtausendwende.

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Kommentar

Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?

Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.

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