
HIV/AIDS: Was Arzneimittelinnovationen anrichten können
Moderne Therapien gegen die Immunschwäche HIV haben nicht nur die Behandlung der Krankheit stark verändert. Sie wirken weit in die Gesellschaft hinein.

Moderne Therapien gegen die Immunschwäche HIV haben nicht nur die Behandlung der Krankheit stark verändert. Sie wirken weit in die Gesellschaft hinein.

Vom 21. bis 24. Juli findet in Mexiko die zehnte „IAS Conference on HIV Science” (IAS 2019) statt. Etwa 6.000 Experten aus aller Welt werden sich dort über neueste Forschungserkenntnisse zu HIV austauschen. Klar ist schon jetzt: Die Erkrankung muss heute kein Todesurteil mehr sein; Infizierte können mit einer nahezu normalen Lebenserwartung rechnen und HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Frei von Diskriminierung und Stigmatisierung sind die Betroffenen trotzdem nicht. So bestehen etwa laut UNAIDS, dem HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen, in 48 Ländern, Territorien und Regionen noch Reisebeschränkungen, die mit HIV zusammenhängen.

UNAIDS, das Aids-Programm der Vereinten Nationen, möchte bis zum Jahr 2020 die so genannten 90-90-90-Ziele erreichen: 90 Prozent aller Betroffenen kennen ihre HIV-Diagnose. 90 Prozent der Menschen mit einer Diagnose erhalten eine antiretrovirale Therapie. 90 Prozent der Menschen mit einer HIV-Therapie haben eine Viruslast unter der Nachweisgrenze. Die Pharma Fakten-Redaktion hat anlässlich des Welt-AIDS-Tages zum 1. Dezember mit dem Arzt und AIDS-Forscher Prof. Dr. Jürgen Rockstroh über Erfolge und Schwierigkeiten dieser Strategie gesprochen.

Eine neue Kombinationstherapie vollbrachte das Wunder: Quasi über Nacht fielen die Todesraten um 90 Prozent. Die Welt-Aids-Konferenz 1996 in Vancouver war die Wende.

Eine Online-Befragung hat herausgefunden: Während fast alle der ca. 134.000 Teilnehmer wissen, dass Kondome vor Geschlechtskrankheiten wie HIV schützen können, besteht in anderen Bereichen wie der Präexpositionsprophylaxe (PrEP) noch Aufklärungsbedarf.

86 Prozent der HIV-Erkrankten in Deutschland sind diagnostiziert; 86 Prozent von ihnen sind antiretroviral behandelt; 93 Prozent davon erfolgreich. Das ist zwar gut – aber nicht gut genug. Andere Länder sind im Kampf gegen HIV bzw. Aids bereits weiter.

UNAIDS, das HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen, läutet die „Alarmglocke“. Die für das Jahr 2020 gesteckten Ziele im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit sieht die Organisation in Gefahr. In rund 50 Ländern der Welt steige die Zahl an HIV-Neuinfektionen an. Die gute Nachricht ist: 21,7 Millionen Menschen erhielten 2017 eine antiretrovirale Therapie – so viele wie noch nie.

Noch in den 1980er Jahren kam die Diagnose Humanes Immundefizienz-Virus (HIV) im Grunde einem Todesurteil gleich. Dank der modernen antiretroviralen Therapie (ART) ist aus einer potenziell tödlichen Erkrankung inzwischen eine chronische geworden. Ein HIV-Patient kann heute ein ähnliches Alter erreichen wie ein Nicht-Infizierter. Die Stigmatisierung der Betroffenen hat auch dadurch zumindest in Teilen abgenommen. Doch die modernen Medikamente können noch viel mehr.

Im Jahr 2030 werden zwei von drei HIV-Patienten in Deutschland älter als 50 Jahre alt sein. Viele von ihnen werden Begleiterkrankungen haben. Für die Entwicklung von HIV-Medikamenten ist das eine große Herausforderung.

Alle zwei Jahre schreibt die Weltgesundheitsorganisation ihre „Essential Medicines List“ (EML) neu. Aufgeführt sind dort Arzneimittel, die die WHO-Experten für so wichtig halten, dass der Zugang zu ihnen in allen Ländern der Welt für alle Patienten offen stehen sollte. Die EML 2017 enthält 55 neue Medikamente – darunter viele der erfolgreichen modernen Arzneimittel gegen globale Gesundheitsprobleme wie Krebs, Hepatitis C, Tuberkulose und HIV.

Moderne Therapien gegen die Immunschwäche HIV haben nicht nur die Behandlung der Krankheit stark verändert. Sie wirken weit in die Gesellschaft hinein.

Vom 21. bis 24. Juli findet in Mexiko die zehnte „IAS Conference on HIV Science” (IAS 2019) statt. Etwa 6.000 Experten aus aller Welt werden sich dort über neueste Forschungserkenntnisse zu HIV austauschen. Klar ist schon jetzt: Die Erkrankung muss heute kein Todesurteil mehr sein; Infizierte können mit einer nahezu normalen Lebenserwartung rechnen und HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Frei von Diskriminierung und Stigmatisierung sind die Betroffenen trotzdem nicht. So bestehen etwa laut UNAIDS, dem HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen, in 48 Ländern, Territorien und Regionen noch Reisebeschränkungen, die mit HIV zusammenhängen.

UNAIDS, das Aids-Programm der Vereinten Nationen, möchte bis zum Jahr 2020 die so genannten 90-90-90-Ziele erreichen: 90 Prozent aller Betroffenen kennen ihre HIV-Diagnose. 90 Prozent der Menschen mit einer Diagnose erhalten eine antiretrovirale Therapie. 90 Prozent der Menschen mit einer HIV-Therapie haben eine Viruslast unter der Nachweisgrenze. Die Pharma Fakten-Redaktion hat anlässlich des Welt-AIDS-Tages zum 1. Dezember mit dem Arzt und AIDS-Forscher Prof. Dr. Jürgen Rockstroh über Erfolge und Schwierigkeiten dieser Strategie gesprochen.

Eine neue Kombinationstherapie vollbrachte das Wunder: Quasi über Nacht fielen die Todesraten um 90 Prozent. Die Welt-Aids-Konferenz 1996 in Vancouver war die Wende.

Eine Online-Befragung hat herausgefunden: Während fast alle der ca. 134.000 Teilnehmer wissen, dass Kondome vor Geschlechtskrankheiten wie HIV schützen können, besteht in anderen Bereichen wie der Präexpositionsprophylaxe (PrEP) noch Aufklärungsbedarf.

86 Prozent der HIV-Erkrankten in Deutschland sind diagnostiziert; 86 Prozent von ihnen sind antiretroviral behandelt; 93 Prozent davon erfolgreich. Das ist zwar gut – aber nicht gut genug. Andere Länder sind im Kampf gegen HIV bzw. Aids bereits weiter.

UNAIDS, das HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen, läutet die „Alarmglocke“. Die für das Jahr 2020 gesteckten Ziele im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit sieht die Organisation in Gefahr. In rund 50 Ländern der Welt steige die Zahl an HIV-Neuinfektionen an. Die gute Nachricht ist: 21,7 Millionen Menschen erhielten 2017 eine antiretrovirale Therapie – so viele wie noch nie.

Noch in den 1980er Jahren kam die Diagnose Humanes Immundefizienz-Virus (HIV) im Grunde einem Todesurteil gleich. Dank der modernen antiretroviralen Therapie (ART) ist aus einer potenziell tödlichen Erkrankung inzwischen eine chronische geworden. Ein HIV-Patient kann heute ein ähnliches Alter erreichen wie ein Nicht-Infizierter. Die Stigmatisierung der Betroffenen hat auch dadurch zumindest in Teilen abgenommen. Doch die modernen Medikamente können noch viel mehr.

Im Jahr 2030 werden zwei von drei HIV-Patienten in Deutschland älter als 50 Jahre alt sein. Viele von ihnen werden Begleiterkrankungen haben. Für die Entwicklung von HIV-Medikamenten ist das eine große Herausforderung.

Alle zwei Jahre schreibt die Weltgesundheitsorganisation ihre „Essential Medicines List“ (EML) neu. Aufgeführt sind dort Arzneimittel, die die WHO-Experten für so wichtig halten, dass der Zugang zu ihnen in allen Ländern der Welt für alle Patienten offen stehen sollte. Die EML 2017 enthält 55 neue Medikamente – darunter viele der erfolgreichen modernen Arzneimittel gegen globale Gesundheitsprobleme wie Krebs, Hepatitis C, Tuberkulose und HIV.
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Es sind turbulente Zeiten für die weltweite HIV-Versorgung: Medizinische Innovationen eröffnen neue Möglichkeiten für die Prävention und Therapie. Gleichzeitig ist die internationale Finanzierung unter enormen Druck geraten; die Folgen davon können verheerend sein. Doch der Umbruch bietet auch die Chance, die HIV-Versorgung langfristig neu aufzustellen – und sie nachhaltiger und widerstandsfähiger zu gestalten. Ein Kommentar von Pharma Fakten-Redakteurin Alina Massari.