Reisebeschränkungen: Menschen mit HIV werden noch immer diskriminiert

Vom 21. bis 24. Juli findet in Mexiko die zehnte „IAS Conference on HIV Science” (IAS 2019) statt. Etwa 6.000 Experten aus aller Welt werden sich dort über neueste Forschungserkenntnisse zu HIV austauschen. Klar ist schon jetzt: Die Erkrankung muss heute kein Todesurteil mehr sein; Infizierte können mit einer nahezu normalen Lebenserwartung rechnen und HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Frei von Diskriminierung und Stigmatisierung sind die Betroffenen trotzdem nicht. So bestehen etwa laut UNAIDS, dem HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen, in 48 Ländern, Territorien und Regionen noch Reisebeschränkungen, die mit HIV zusammenhängen.

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Daten aus England zeigen: 2020 haben mehr heterosexuelle Menschen eine HIV-Diagnose erhalten als schwule und bisexuelle Männer. Foto: ©iStock.com/utah778

Welt-AIDS-Tag: „Die Werkzeuge sind vorhanden.“

UNAIDS, das Aids-Programm der Vereinten Nationen, möchte bis zum Jahr 2020 die so genannten 90-90-90-Ziele erreichen: 90 Prozent aller Betroffenen kennen ihre HIV-Diagnose. 90 Prozent der Menschen mit einer Diagnose erhalten eine antiretrovirale Therapie. 90 Prozent der Menschen mit einer HIV-Therapie haben eine Viruslast unter der Nachweisgrenze. Die Pharma Fakten-Redaktion hat anlässlich des Welt-AIDS-Tages zum 1. Dezember mit dem Arzt und AIDS-Forscher Prof. Dr. Jürgen Rockstroh über Erfolge und Schwierigkeiten dieser Strategie gesprochen.

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Wissen um HIV-Schutz: Es ist Luft nach oben

Eine Online-Befragung hat herausgefunden: Während fast alle der ca. 134.000 Teilnehmer wissen, dass Kondome vor Geschlechtskrankheiten wie HIV schützen können, besteht in anderen Bereichen wie der Präexpositionsprophylaxe (PrEP) noch Aufklärungsbedarf.

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Seit Kurzem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten einer vorbeugenden Behandlung zum Schutz vor HIV – die Folgen dürften bahnbrechend sein. Foto: ©iStock.com/nito100

UNAIDS-Bericht: Kann der Kampf gegen AIDS noch gewonnen werden?

UNAIDS, das HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen, läutet die „Alarmglocke“. Die für das Jahr 2020 gesteckten Ziele im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit sieht die Organisation in Gefahr. In rund 50 Ländern der Welt steige die Zahl an HIV-Neuinfektionen an. Die gute Nachricht ist: 21,7 Millionen Menschen erhielten 2017 eine antiretrovirale Therapie – so viele wie noch nie.

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Die Kraft moderner HIV-Medikamente

Noch in den 1980er Jahren kam die Diagnose Humanes Immundefizienz-Virus (HIV) im Grunde einem Todesurteil gleich. Dank der modernen antiretroviralen Therapie (ART) ist aus einer potenziell tödlichen Erkrankung inzwischen eine chronische geworden. Ein HIV-Patient kann heute ein ähnliches Alter erreichen wie ein Nicht-Infizierter. Die Stigmatisierung der Betroffenen hat auch dadurch zumindest in Teilen abgenommen. Doch die modernen Medikamente können noch viel mehr.

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Daten aus England zeigen: 2020 haben mehr heterosexuelle Menschen eine HIV-Diagnose erhalten als schwule und bisexuelle Männer. Foto: ©iStock.com/utah778

HIV-Therapie, weitergedacht

Im Jahr 2030 werden zwei von drei HIV-Patienten in Deutschland älter als 50 Jahre alt sein. Viele von ihnen werden Begleiterkrankungen haben. Für die Entwicklung von HIV-Medikamenten ist das eine große Herausforderung.

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Neue Antibiotika werden dringend gebraucht. Das britische Gesundheitssystem testet deshalb ein neues Bezahlmodell  um die Entwicklung von Antiinfektiva zu beschleunigen. Foto: ©iStock.com/microgen

Neue Antibiotika-, Krebs-, HIV- und Hepatitis-Mittel werden für unverzichtbar erklärt

Alle zwei Jahre schreibt die Weltgesundheitsorganisation ihre „Essential Medicines List“ (EML) neu. Aufgeführt sind dort Arzneimittel, die die WHO-Experten für so wichtig halten, dass der Zugang zu ihnen in allen Ländern der Welt für alle Patienten offen stehen sollte. Die EML 2017 enthält 55 neue Medikamente – darunter viele der erfolgreichen modernen Arzneimittel gegen globale Gesundheitsprobleme wie Krebs, Hepatitis C, Tuberkulose und HIV.

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Seit Kurzem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten einer vorbeugenden Behandlung zum Schutz vor HIV – die Folgen dürften bahnbrechend sein. Foto: ©iStock.com/nito100

„Kein Aids für alle“ – schon ab 2020?

Eine internationale Studie zeigt: Dank moderner Kombinationstherapien ist die Lebenserwartung HIV-Infizierter in Europa und Nordamerika zwischen 1996 und 2010 um rund zehn Jahre gestiegen. Wirksame Medikamente sind eine gute Voraussetzung, um die Aids-Epidemie bis 2020 zu beenden – so wie es sich die Deutsche Aids-Hilfe mit ihrer neuen Kampagne „Kein Aids für alle“ zum Ziel gesetzt hat.

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Reisebeschränkungen: Menschen mit HIV werden noch immer diskriminiert

Vom 21. bis 24. Juli findet in Mexiko die zehnte „IAS Conference on HIV Science” (IAS 2019) statt. Etwa 6.000 Experten aus aller Welt werden sich dort über neueste Forschungserkenntnisse zu HIV austauschen. Klar ist schon jetzt: Die Erkrankung muss heute kein Todesurteil mehr sein; Infizierte können mit einer nahezu normalen Lebenserwartung rechnen und HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Frei von Diskriminierung und Stigmatisierung sind die Betroffenen trotzdem nicht. So bestehen etwa laut UNAIDS, dem HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen, in 48 Ländern, Territorien und Regionen noch Reisebeschränkungen, die mit HIV zusammenhängen.

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Daten aus England zeigen: 2020 haben mehr heterosexuelle Menschen eine HIV-Diagnose erhalten als schwule und bisexuelle Männer. Foto: ©iStock.com/utah778

Welt-AIDS-Tag: „Die Werkzeuge sind vorhanden.“

UNAIDS, das Aids-Programm der Vereinten Nationen, möchte bis zum Jahr 2020 die so genannten 90-90-90-Ziele erreichen: 90 Prozent aller Betroffenen kennen ihre HIV-Diagnose. 90 Prozent der Menschen mit einer Diagnose erhalten eine antiretrovirale Therapie. 90 Prozent der Menschen mit einer HIV-Therapie haben eine Viruslast unter der Nachweisgrenze. Die Pharma Fakten-Redaktion hat anlässlich des Welt-AIDS-Tages zum 1. Dezember mit dem Arzt und AIDS-Forscher Prof. Dr. Jürgen Rockstroh über Erfolge und Schwierigkeiten dieser Strategie gesprochen.

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Wissen um HIV-Schutz: Es ist Luft nach oben

Eine Online-Befragung hat herausgefunden: Während fast alle der ca. 134.000 Teilnehmer wissen, dass Kondome vor Geschlechtskrankheiten wie HIV schützen können, besteht in anderen Bereichen wie der Präexpositionsprophylaxe (PrEP) noch Aufklärungsbedarf.

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Seit Kurzem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten einer vorbeugenden Behandlung zum Schutz vor HIV – die Folgen dürften bahnbrechend sein. Foto: ©iStock.com/nito100

UNAIDS-Bericht: Kann der Kampf gegen AIDS noch gewonnen werden?

UNAIDS, das HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen, läutet die „Alarmglocke“. Die für das Jahr 2020 gesteckten Ziele im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit sieht die Organisation in Gefahr. In rund 50 Ländern der Welt steige die Zahl an HIV-Neuinfektionen an. Die gute Nachricht ist: 21,7 Millionen Menschen erhielten 2017 eine antiretrovirale Therapie – so viele wie noch nie.

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Die Kraft moderner HIV-Medikamente

Noch in den 1980er Jahren kam die Diagnose Humanes Immundefizienz-Virus (HIV) im Grunde einem Todesurteil gleich. Dank der modernen antiretroviralen Therapie (ART) ist aus einer potenziell tödlichen Erkrankung inzwischen eine chronische geworden. Ein HIV-Patient kann heute ein ähnliches Alter erreichen wie ein Nicht-Infizierter. Die Stigmatisierung der Betroffenen hat auch dadurch zumindest in Teilen abgenommen. Doch die modernen Medikamente können noch viel mehr.

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Daten aus England zeigen: 2020 haben mehr heterosexuelle Menschen eine HIV-Diagnose erhalten als schwule und bisexuelle Männer. Foto: ©iStock.com/utah778

HIV-Therapie, weitergedacht

Im Jahr 2030 werden zwei von drei HIV-Patienten in Deutschland älter als 50 Jahre alt sein. Viele von ihnen werden Begleiterkrankungen haben. Für die Entwicklung von HIV-Medikamenten ist das eine große Herausforderung.

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Neue Antibiotika werden dringend gebraucht. Das britische Gesundheitssystem testet deshalb ein neues Bezahlmodell  um die Entwicklung von Antiinfektiva zu beschleunigen. Foto: ©iStock.com/microgen

Neue Antibiotika-, Krebs-, HIV- und Hepatitis-Mittel werden für unverzichtbar erklärt

Alle zwei Jahre schreibt die Weltgesundheitsorganisation ihre „Essential Medicines List“ (EML) neu. Aufgeführt sind dort Arzneimittel, die die WHO-Experten für so wichtig halten, dass der Zugang zu ihnen in allen Ländern der Welt für alle Patienten offen stehen sollte. Die EML 2017 enthält 55 neue Medikamente – darunter viele der erfolgreichen modernen Arzneimittel gegen globale Gesundheitsprobleme wie Krebs, Hepatitis C, Tuberkulose und HIV.

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Seit Kurzem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten einer vorbeugenden Behandlung zum Schutz vor HIV – die Folgen dürften bahnbrechend sein. Foto: ©iStock.com/nito100

„Kein Aids für alle“ – schon ab 2020?

Eine internationale Studie zeigt: Dank moderner Kombinationstherapien ist die Lebenserwartung HIV-Infizierter in Europa und Nordamerika zwischen 1996 und 2010 um rund zehn Jahre gestiegen. Wirksame Medikamente sind eine gute Voraussetzung, um die Aids-Epidemie bis 2020 zu beenden – so wie es sich die Deutsche Aids-Hilfe mit ihrer neuen Kampagne „Kein Aids für alle“ zum Ziel gesetzt hat.

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Kommentar

GKV-Spargesetz: Das Narrativ stimmt nicht

Die Bundesregierung betont, dass sie mit dem vorgelegten Entwurf zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) „allen Beteiligten – von der Pharmaindustrie über die Ärztinnen und Ärzte bis hin zu den Krankenhäusern – etwas abverlangt, um dieses System zukunftsfähig zu machen.“ Das aber ist nicht nur der falsche Weg – es stimmt auch einfach nicht. Ein Kommentar von Florian Martius.

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