„Mehr Fortschritt wagen – viel versprochen, wenig gehalten?“ Auf dem Hauptstadtkongress 2023 diskutierten die Bundestagsparteien über die Bilanz der Regierung in Sachen Gesundheitspolitik. Foto: Pharma Fakten

HSK 2023: 500 Tage Gesundheitspolitik im Check

„Mehr Fortschritt wagen – viel versprochen, wenig gehalten?“ Auf dem Hauptstadtkongress 2023 (HSK) in Berlin diskutierten die Bundestagsparteien über die Bilanz der Regierung in Sachen Gesundheitspolitik. Es war ein Schlagabtausch – durchaus mit Unterhaltungswert.

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GKV-Arzneimittelausgaben: Was Hersteller, Apotheken und Patient:innen schon heute schultern

2022 beliefen sich die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung auf 55,4 Milliarden Euro – eigentlich. Tatsächlich reduzierten Herstellerfirmen, Apotheken und Patient:innen diesen Betrag um rund 20 Prozent: Sie schulterten jeden 5. Euro. „Diese finanziellen Mehrbelastungen nehmen seit Jahren zu“, kritisiert der Pharmaverband BAH. Dessen Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Cranz fordert angesichts der aktuellen politischen und finanziellen Lage, „die richtigen Prioritäten bei der Weiterentwicklung unseres Gesundheitswesens zu setzen“.

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Kampf gegen Kinderkrebs immer besser – doch das reicht nicht

„Krebs bei Kindern ist die häufigste krankheitsbedingte Todesursache bei unter 15-Jährigen in Europa“, schreiben mehrere deutsche Wissenschaftler:innen in einer Studie. Auf Basis der Daten von rund 46.500 Kindern und Jugendlichen haben sie untersucht, inwiefern sich hierzulande die Überlebensaussichten in den vergangenen 3 Jahrzehnten verändert haben. Demnach gab es große Fortschritte. Aber es ist noch Luft nach oben.

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Klimakrise, alternde Gesellschaften, globale Abhängigkeiten: Die Welt ist im Wandel. Eine starke Pharmabranche in Deutschland ist wichtiger denn je. Foto: ©iStock.com/wildpixel

Pharmabranche: Anker einer modernen Gesellschaft

Wer nicht schwer krank ist, nimmt Gesundheit oft als selbstverständlich hin. Das gilt ebenso für Instrumente wie Medikamente und Impfstoffe: Ihr Wert wird vielen Menschen erst in Notsituationen wirklich bewusst. Davor sind auch Politiker:innen nicht gefeit. Zunehmend verschlechtern sich in Deutschland die Rahmenbedingungen für eine gute Arzneimittelversorgung und für innovative pharmazeutische Forschung. Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck findet: Es braucht mehr Debatten, „sodass verstanden wird, dass hier eine Branche nicht einfach selbstverständlich da ist“.

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Expert:innen diskutierten in Berlin darüber, wie sich die Gesundheitswirtschaft in der Hauptstadt und in Deutschland fit für die Zukunft machen kann. Foto: ©iStock.com/Ridofranz

Gesundheitswirtschaft als Zukunftsbranche

Um die Wettbewerbsfähigkeit der „Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft“ ging es beim siebten Fachforum zum Thema „Gesundheit“ im Verlagshaus des Berliner Tagesspiegels. Dabei wurde nicht nur diskutiert, sondern es gab auch konkrete Handlungs-Empfehlungen.

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Biopharmazeutische Arzneimittel auf dem Vormarsch

Nie war der Anteil an biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln und Impfstoffen höher: Im Jahr 2022 waren es fast 60 Prozent aller in der EU neu zugelassenen Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Biopharmazeutika treiben medizinischen Fortschritt und bieten Patient:innen gerade bei komplexen Erkrankungen neue Perspektiven.

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Um das Thema „Future of Health“ ging es bei einem Treffen von Gesundheitsexpert:innen in Berlin, das von der Tageszeitung „Die Welt“ organisiert wurde. Foto: ©iStock.com/metamorworks

„Future of Health“: Das Geheimnis des medizinischen Fortschritts

Die Zukunft der Medizin – und die Stolpersteine auf dem Weg dorthin – waren Thema bei einem Gesundheits-Event der Tageszeitung „Die Welt“ in Berlin. Unter dem Motto „Vision now – Future of Health“ trafen sich renommierte Gesundheitsexpert:innen, darunter der Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck. In der Forschung müsse man „Mut zum Scheitern haben“, sagte er. Da kann Deutschland noch von anderen Ländern wie den USA lernen.

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Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Industrie diskutierten auf dem „Tag der innovativen Gesundheitswirtschaft“ des vfa über die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Foto: Pharma Fakten

Habeck: Ohne innovative Gesundheitswirtschaft „wären wir nicht das Land, das wir sind“

Mehr als 200 Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Industrie diskutierten auf dem „Tag der innovativen Gesundheitswirtschaft“ des Pharmaverbands vfa in Berlin über die Zukunft Deutschlands – und die Frage, wie sich der hiesige Wohlstand sichern und erneuern lässt. „Eine starke Gesundheitswirtschaft sorgt dafür, dass das Land prosperiert“, betonte Vizekanzler Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz. Der Standort müsse attraktiver werden – er werde daran arbeiten, „das Maximale“ rauszuholen, versprach er.

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Deutschland hadert mit der datengetriebenen Medizin. Das ist ein Luxus, den sich niemand leisten kann – am wenigsten die Patient:innen. Foto: ©iStock.com/SOMKID THONGDEE

Gesundheitsdaten: „Eine typisch deutsche Debatte“

Deutschland hadert mit der datengetriebenen Medizin – entscheidende Weichen, wie sensible Gesundheitsinformationen sicher und legal gespeichert, miteinander verknüpft und ausgetauscht werden können, sind immer noch nicht gestellt. Auf einer Veranstaltung der Ärzte Zeitung diskutierten Expert:innen darüber, wie das Land international Anschluss halten kann.

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Wie lange Patient:innen warten müssen, bis neu zugelassene Medikamente für sie verfügbar werden, hängt davon ab, wo sie leben. Die EU-Politik will das ändern – aber geht die Sache falsch an. Foto: ©iStock.com/ballykdy

Große Unterschiede in europäischer Arzneimittelversorgung: „Kein tragbarer Zustand“

Menschen in Malta warten im Schnitt 1.351 Tage, also fast 4 Jahre, bis ein neu zugelassenes Arzneimittel für sie verfügbar wird. In Deutschland – Spitzenplatz in Europa – sind es 128 Tage. Die Ergebnisse aus einer Untersuchung des Pharmaverbands EFPIA machen deutlich: Von Land zu Land gibt es enorme Unterschiede. Die EU-Kommission will das Problem mit ihrem „Pharma-Paket“ angehen – doch das könnte mehr schaden als nützen.

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„Mehr Fortschritt wagen – viel versprochen, wenig gehalten?“ Auf dem Hauptstadtkongress 2023 diskutierten die Bundestagsparteien über die Bilanz der Regierung in Sachen Gesundheitspolitik. Foto: Pharma Fakten

HSK 2023: 500 Tage Gesundheitspolitik im Check

„Mehr Fortschritt wagen – viel versprochen, wenig gehalten?“ Auf dem Hauptstadtkongress 2023 (HSK) in Berlin diskutierten die Bundestagsparteien über die Bilanz der Regierung in Sachen Gesundheitspolitik. Es war ein Schlagabtausch – durchaus mit Unterhaltungswert.

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GKV-Arzneimittelausgaben: Was Hersteller, Apotheken und Patient:innen schon heute schultern

2022 beliefen sich die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung auf 55,4 Milliarden Euro – eigentlich. Tatsächlich reduzierten Herstellerfirmen, Apotheken und Patient:innen diesen Betrag um rund 20 Prozent: Sie schulterten jeden 5. Euro. „Diese finanziellen Mehrbelastungen nehmen seit Jahren zu“, kritisiert der Pharmaverband BAH. Dessen Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Cranz fordert angesichts der aktuellen politischen und finanziellen Lage, „die richtigen Prioritäten bei der Weiterentwicklung unseres Gesundheitswesens zu setzen“.

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Kampf gegen Kinderkrebs immer besser – doch das reicht nicht

„Krebs bei Kindern ist die häufigste krankheitsbedingte Todesursache bei unter 15-Jährigen in Europa“, schreiben mehrere deutsche Wissenschaftler:innen in einer Studie. Auf Basis der Daten von rund 46.500 Kindern und Jugendlichen haben sie untersucht, inwiefern sich hierzulande die Überlebensaussichten in den vergangenen 3 Jahrzehnten verändert haben. Demnach gab es große Fortschritte. Aber es ist noch Luft nach oben.

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Klimakrise, alternde Gesellschaften, globale Abhängigkeiten: Die Welt ist im Wandel. Eine starke Pharmabranche in Deutschland ist wichtiger denn je. Foto: ©iStock.com/wildpixel

Pharmabranche: Anker einer modernen Gesellschaft

Wer nicht schwer krank ist, nimmt Gesundheit oft als selbstverständlich hin. Das gilt ebenso für Instrumente wie Medikamente und Impfstoffe: Ihr Wert wird vielen Menschen erst in Notsituationen wirklich bewusst. Davor sind auch Politiker:innen nicht gefeit. Zunehmend verschlechtern sich in Deutschland die Rahmenbedingungen für eine gute Arzneimittelversorgung und für innovative pharmazeutische Forschung. Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck findet: Es braucht mehr Debatten, „sodass verstanden wird, dass hier eine Branche nicht einfach selbstverständlich da ist“.

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Expert:innen diskutierten in Berlin darüber, wie sich die Gesundheitswirtschaft in der Hauptstadt und in Deutschland fit für die Zukunft machen kann. Foto: ©iStock.com/Ridofranz

Gesundheitswirtschaft als Zukunftsbranche

Um die Wettbewerbsfähigkeit der „Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft“ ging es beim siebten Fachforum zum Thema „Gesundheit“ im Verlagshaus des Berliner Tagesspiegels. Dabei wurde nicht nur diskutiert, sondern es gab auch konkrete Handlungs-Empfehlungen.

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Biopharmazeutische Arzneimittel auf dem Vormarsch

Nie war der Anteil an biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln und Impfstoffen höher: Im Jahr 2022 waren es fast 60 Prozent aller in der EU neu zugelassenen Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Biopharmazeutika treiben medizinischen Fortschritt und bieten Patient:innen gerade bei komplexen Erkrankungen neue Perspektiven.

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Um das Thema „Future of Health“ ging es bei einem Treffen von Gesundheitsexpert:innen in Berlin, das von der Tageszeitung „Die Welt“ organisiert wurde. Foto: ©iStock.com/metamorworks

„Future of Health“: Das Geheimnis des medizinischen Fortschritts

Die Zukunft der Medizin – und die Stolpersteine auf dem Weg dorthin – waren Thema bei einem Gesundheits-Event der Tageszeitung „Die Welt“ in Berlin. Unter dem Motto „Vision now – Future of Health“ trafen sich renommierte Gesundheitsexpert:innen, darunter der Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck. In der Forschung müsse man „Mut zum Scheitern haben“, sagte er. Da kann Deutschland noch von anderen Ländern wie den USA lernen.

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Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Industrie diskutierten auf dem „Tag der innovativen Gesundheitswirtschaft“ des vfa über die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Foto: Pharma Fakten

Habeck: Ohne innovative Gesundheitswirtschaft „wären wir nicht das Land, das wir sind“

Mehr als 200 Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Industrie diskutierten auf dem „Tag der innovativen Gesundheitswirtschaft“ des Pharmaverbands vfa in Berlin über die Zukunft Deutschlands – und die Frage, wie sich der hiesige Wohlstand sichern und erneuern lässt. „Eine starke Gesundheitswirtschaft sorgt dafür, dass das Land prosperiert“, betonte Vizekanzler Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz. Der Standort müsse attraktiver werden – er werde daran arbeiten, „das Maximale“ rauszuholen, versprach er.

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Deutschland hadert mit der datengetriebenen Medizin. Das ist ein Luxus, den sich niemand leisten kann – am wenigsten die Patient:innen. Foto: ©iStock.com/SOMKID THONGDEE

Gesundheitsdaten: „Eine typisch deutsche Debatte“

Deutschland hadert mit der datengetriebenen Medizin – entscheidende Weichen, wie sensible Gesundheitsinformationen sicher und legal gespeichert, miteinander verknüpft und ausgetauscht werden können, sind immer noch nicht gestellt. Auf einer Veranstaltung der Ärzte Zeitung diskutierten Expert:innen darüber, wie das Land international Anschluss halten kann.

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Wie lange Patient:innen warten müssen, bis neu zugelassene Medikamente für sie verfügbar werden, hängt davon ab, wo sie leben. Die EU-Politik will das ändern – aber geht die Sache falsch an. Foto: ©iStock.com/ballykdy

Große Unterschiede in europäischer Arzneimittelversorgung: „Kein tragbarer Zustand“

Menschen in Malta warten im Schnitt 1.351 Tage, also fast 4 Jahre, bis ein neu zugelassenes Arzneimittel für sie verfügbar wird. In Deutschland – Spitzenplatz in Europa – sind es 128 Tage. Die Ergebnisse aus einer Untersuchung des Pharmaverbands EFPIA machen deutlich: Von Land zu Land gibt es enorme Unterschiede. Die EU-Kommission will das Problem mit ihrem „Pharma-Paket“ angehen – doch das könnte mehr schaden als nützen.

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Kommentar

Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?

Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.

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