Klimakrise, alternde Gesellschaften, globale Abhängigkeiten: Die Welt ist im Wandel. Eine starke Pharmabranche in Deutschland ist wichtiger denn je. Foto: ©iStock.com/wildpixel

Pharmabranche: Anker einer modernen Gesellschaft

Wer nicht schwer krank ist, nimmt Gesundheit oft als selbstverständlich hin. Das gilt ebenso für Instrumente wie Medikamente und Impfstoffe: Ihr Wert wird vielen Menschen erst in Notsituationen wirklich bewusst. Davor sind auch Politiker:innen nicht gefeit. Zunehmend verschlechtern sich in Deutschland die Rahmenbedingungen für eine gute Arzneimittelversorgung und für innovative pharmazeutische Forschung. Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck findet: Es braucht mehr Debatten, „sodass verstanden wird, dass hier eine Branche nicht einfach selbstverständlich da ist“.

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Expert:innen diskutierten in Berlin darüber, wie sich die Gesundheitswirtschaft in der Hauptstadt und in Deutschland fit für die Zukunft machen kann. Foto: ©iStock.com/Ridofranz

Gesundheitswirtschaft als Zukunftsbranche

Um die Wettbewerbsfähigkeit der „Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft“ ging es beim siebten Fachforum zum Thema „Gesundheit“ im Verlagshaus des Berliner Tagesspiegels. Dabei wurde nicht nur diskutiert, sondern es gab auch konkrete Handlungs-Empfehlungen.

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Biopharmazeutische Arzneimittel auf dem Vormarsch

Nie war der Anteil an biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln und Impfstoffen höher: Im Jahr 2022 waren es fast 60 Prozent aller in der EU neu zugelassenen Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Biopharmazeutika treiben medizinischen Fortschritt und bieten Patient:innen gerade bei komplexen Erkrankungen neue Perspektiven.

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Um das Thema „Future of Health“ ging es bei einem Treffen von Gesundheitsexpert:innen in Berlin, das von der Tageszeitung „Die Welt“ organisiert wurde. Foto: ©iStock.com/metamorworks

„Future of Health“: Das Geheimnis des medizinischen Fortschritts

Die Zukunft der Medizin – und die Stolpersteine auf dem Weg dorthin – waren Thema bei einem Gesundheits-Event der Tageszeitung „Die Welt“ in Berlin. Unter dem Motto „Vision now – Future of Health“ trafen sich renommierte Gesundheitsexpert:innen, darunter der Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck. In der Forschung müsse man „Mut zum Scheitern haben“, sagte er. Da kann Deutschland noch von anderen Ländern wie den USA lernen.

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Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Industrie diskutierten auf dem „Tag der innovativen Gesundheitswirtschaft“ des vfa über die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Foto: Pharma Fakten

Habeck: Ohne innovative Gesundheitswirtschaft „wären wir nicht das Land, das wir sind“

Mehr als 200 Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Industrie diskutierten auf dem „Tag der innovativen Gesundheitswirtschaft“ des Pharmaverbands vfa in Berlin über die Zukunft Deutschlands – und die Frage, wie sich der hiesige Wohlstand sichern und erneuern lässt. „Eine starke Gesundheitswirtschaft sorgt dafür, dass das Land prosperiert“, betonte Vizekanzler Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz. Der Standort müsse attraktiver werden – er werde daran arbeiten, „das Maximale“ rauszuholen, versprach er.

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Deutschland hadert mit der datengetriebenen Medizin. Das ist ein Luxus, den sich niemand leisten kann – am wenigsten die Patient:innen. Foto: ©iStock.com/SOMKID THONGDEE

Gesundheitsdaten: „Eine typisch deutsche Debatte“

Deutschland hadert mit der datengetriebenen Medizin – entscheidende Weichen, wie sensible Gesundheitsinformationen sicher und legal gespeichert, miteinander verknüpft und ausgetauscht werden können, sind immer noch nicht gestellt. Auf einer Veranstaltung der Ärzte Zeitung diskutierten Expert:innen darüber, wie das Land international Anschluss halten kann.

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Wie lange Patient:innen warten müssen, bis neu zugelassene Medikamente für sie verfügbar werden, hängt davon ab, wo sie leben. Die EU-Politik will das ändern – aber geht die Sache falsch an. Foto: ©iStock.com/ballykdy

Große Unterschiede in europäischer Arzneimittelversorgung: „Kein tragbarer Zustand“

Menschen in Malta warten im Schnitt 1.351 Tage, also fast 4 Jahre, bis ein neu zugelassenes Arzneimittel für sie verfügbar wird. In Deutschland – Spitzenplatz in Europa – sind es 128 Tage. Die Ergebnisse aus einer Untersuchung des Pharmaverbands EFPIA machen deutlich: Von Land zu Land gibt es enorme Unterschiede. Die EU-Kommission will das Problem mit ihrem „Pharma-Paket“ angehen – doch das könnte mehr schaden als nützen.

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In den vergangenen Jahren sind viele zielgerichtete Therapien gegen Lungenkrebs in die Versorgung gekommen. Aber ein Drittel der Patient:innen, für die die Therapien in Frage kommen, erhält sie nicht. Ein Interview mit Professor Dr. Jürgen Wolf. Foto: ©iStock.com/peterschreiber.media

Lungenkrebs: Zwischen Fortschritten und Versorgungslücken

Die Behandlung von Lungenkrebs ist ein „sehr dynamisches Feld“, sagt der Lungenkrebsexperte Professor Dr. Jürgen Wolf aus Köln. In den vergangenen Jahren sind viele neue, zielgerichtete Therapien in die Versorgung gekommen. Aber ein Drittel der Patient:innen, für die die Therapien in Frage kommen, erhält sie nicht. Ein Interview.

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„#DeutschlandErkenntSepsis“ - wie und weshalb diese drei Worte viele Menschenleben retten könnten, das wurde bei einer Veranstaltung in Berlin deutlich. Foto: iStock.com/Keikona

„Sepsis ist ein Notfall“

In Berlin startete jetzt die Initiative: „#DeutschlandErkenntSepsis“. Ziel ist es, jedes Jahr in Deutschland bis zu 20.000 Menschenleben zu retten. Wie das gelingen könnte, wurde bei der Eröffnungs-Veranstaltung deutlich.

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Wie lässt sich radioaktive Strahlung möglichst zielgerichtet und schonend gegen Krebs nutzen? Auf diese Frage findet die Wissenschaft immer mehr Antworten. Eine lautet: Radioligandentherapie. Foto: ©iStock.com/CIPhotos

Strahlentherapie bei Krebs: Präzise und zielgerichtet

Radioaktive Strahlen können Zellen zerstören. Diese Erkenntnis aus dem 19. Jahrhundert ist die Basis für eine Art der Krebs-Behandlung, die schon seit langer Zeit Standard bei bestimmten bösartigen Tumoren ist: die Strahlentherapie. Allerdings zieht sie in der Regel auch gesundes Gewebe in Mitleidenschaft. Wie lässt sich das Potenzial radioaktiver Strahlung zielgerichteter und schonender einsetzen? Inzwischen finden Wissenschaftler:innen darauf immer mehr Antworten. Eine lautet: Radioligandentherapie.

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Klimakrise, alternde Gesellschaften, globale Abhängigkeiten: Die Welt ist im Wandel. Eine starke Pharmabranche in Deutschland ist wichtiger denn je. Foto: ©iStock.com/wildpixel

Pharmabranche: Anker einer modernen Gesellschaft

Wer nicht schwer krank ist, nimmt Gesundheit oft als selbstverständlich hin. Das gilt ebenso für Instrumente wie Medikamente und Impfstoffe: Ihr Wert wird vielen Menschen erst in Notsituationen wirklich bewusst. Davor sind auch Politiker:innen nicht gefeit. Zunehmend verschlechtern sich in Deutschland die Rahmenbedingungen für eine gute Arzneimittelversorgung und für innovative pharmazeutische Forschung. Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck findet: Es braucht mehr Debatten, „sodass verstanden wird, dass hier eine Branche nicht einfach selbstverständlich da ist“.

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Expert:innen diskutierten in Berlin darüber, wie sich die Gesundheitswirtschaft in der Hauptstadt und in Deutschland fit für die Zukunft machen kann. Foto: ©iStock.com/Ridofranz

Gesundheitswirtschaft als Zukunftsbranche

Um die Wettbewerbsfähigkeit der „Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft“ ging es beim siebten Fachforum zum Thema „Gesundheit“ im Verlagshaus des Berliner Tagesspiegels. Dabei wurde nicht nur diskutiert, sondern es gab auch konkrete Handlungs-Empfehlungen.

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Biopharmazeutische Arzneimittel auf dem Vormarsch

Nie war der Anteil an biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln und Impfstoffen höher: Im Jahr 2022 waren es fast 60 Prozent aller in der EU neu zugelassenen Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Biopharmazeutika treiben medizinischen Fortschritt und bieten Patient:innen gerade bei komplexen Erkrankungen neue Perspektiven.

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Um das Thema „Future of Health“ ging es bei einem Treffen von Gesundheitsexpert:innen in Berlin, das von der Tageszeitung „Die Welt“ organisiert wurde. Foto: ©iStock.com/metamorworks

„Future of Health“: Das Geheimnis des medizinischen Fortschritts

Die Zukunft der Medizin – und die Stolpersteine auf dem Weg dorthin – waren Thema bei einem Gesundheits-Event der Tageszeitung „Die Welt“ in Berlin. Unter dem Motto „Vision now – Future of Health“ trafen sich renommierte Gesundheitsexpert:innen, darunter der Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck. In der Forschung müsse man „Mut zum Scheitern haben“, sagte er. Da kann Deutschland noch von anderen Ländern wie den USA lernen.

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Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Industrie diskutierten auf dem „Tag der innovativen Gesundheitswirtschaft“ des vfa über die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Foto: Pharma Fakten

Habeck: Ohne innovative Gesundheitswirtschaft „wären wir nicht das Land, das wir sind“

Mehr als 200 Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Industrie diskutierten auf dem „Tag der innovativen Gesundheitswirtschaft“ des Pharmaverbands vfa in Berlin über die Zukunft Deutschlands – und die Frage, wie sich der hiesige Wohlstand sichern und erneuern lässt. „Eine starke Gesundheitswirtschaft sorgt dafür, dass das Land prosperiert“, betonte Vizekanzler Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz. Der Standort müsse attraktiver werden – er werde daran arbeiten, „das Maximale“ rauszuholen, versprach er.

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Deutschland hadert mit der datengetriebenen Medizin. Das ist ein Luxus, den sich niemand leisten kann – am wenigsten die Patient:innen. Foto: ©iStock.com/SOMKID THONGDEE

Gesundheitsdaten: „Eine typisch deutsche Debatte“

Deutschland hadert mit der datengetriebenen Medizin – entscheidende Weichen, wie sensible Gesundheitsinformationen sicher und legal gespeichert, miteinander verknüpft und ausgetauscht werden können, sind immer noch nicht gestellt. Auf einer Veranstaltung der Ärzte Zeitung diskutierten Expert:innen darüber, wie das Land international Anschluss halten kann.

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Wie lange Patient:innen warten müssen, bis neu zugelassene Medikamente für sie verfügbar werden, hängt davon ab, wo sie leben. Die EU-Politik will das ändern – aber geht die Sache falsch an. Foto: ©iStock.com/ballykdy

Große Unterschiede in europäischer Arzneimittelversorgung: „Kein tragbarer Zustand“

Menschen in Malta warten im Schnitt 1.351 Tage, also fast 4 Jahre, bis ein neu zugelassenes Arzneimittel für sie verfügbar wird. In Deutschland – Spitzenplatz in Europa – sind es 128 Tage. Die Ergebnisse aus einer Untersuchung des Pharmaverbands EFPIA machen deutlich: Von Land zu Land gibt es enorme Unterschiede. Die EU-Kommission will das Problem mit ihrem „Pharma-Paket“ angehen – doch das könnte mehr schaden als nützen.

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In den vergangenen Jahren sind viele zielgerichtete Therapien gegen Lungenkrebs in die Versorgung gekommen. Aber ein Drittel der Patient:innen, für die die Therapien in Frage kommen, erhält sie nicht. Ein Interview mit Professor Dr. Jürgen Wolf. Foto: ©iStock.com/peterschreiber.media

Lungenkrebs: Zwischen Fortschritten und Versorgungslücken

Die Behandlung von Lungenkrebs ist ein „sehr dynamisches Feld“, sagt der Lungenkrebsexperte Professor Dr. Jürgen Wolf aus Köln. In den vergangenen Jahren sind viele neue, zielgerichtete Therapien in die Versorgung gekommen. Aber ein Drittel der Patient:innen, für die die Therapien in Frage kommen, erhält sie nicht. Ein Interview.

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„#DeutschlandErkenntSepsis“ - wie und weshalb diese drei Worte viele Menschenleben retten könnten, das wurde bei einer Veranstaltung in Berlin deutlich. Foto: iStock.com/Keikona

„Sepsis ist ein Notfall“

In Berlin startete jetzt die Initiative: „#DeutschlandErkenntSepsis“. Ziel ist es, jedes Jahr in Deutschland bis zu 20.000 Menschenleben zu retten. Wie das gelingen könnte, wurde bei der Eröffnungs-Veranstaltung deutlich.

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Wie lässt sich radioaktive Strahlung möglichst zielgerichtet und schonend gegen Krebs nutzen? Auf diese Frage findet die Wissenschaft immer mehr Antworten. Eine lautet: Radioligandentherapie. Foto: ©iStock.com/CIPhotos

Strahlentherapie bei Krebs: Präzise und zielgerichtet

Radioaktive Strahlen können Zellen zerstören. Diese Erkenntnis aus dem 19. Jahrhundert ist die Basis für eine Art der Krebs-Behandlung, die schon seit langer Zeit Standard bei bestimmten bösartigen Tumoren ist: die Strahlentherapie. Allerdings zieht sie in der Regel auch gesundes Gewebe in Mitleidenschaft. Wie lässt sich das Potenzial radioaktiver Strahlung zielgerichteter und schonender einsetzen? Inzwischen finden Wissenschaftler:innen darauf immer mehr Antworten. Eine lautet: Radioligandentherapie.

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Kommentar

GKV-Spargesetz: Das Narrativ stimmt nicht

Die Bundesregierung betont, dass sie mit dem vorgelegten Entwurf zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) „allen Beteiligten – von der Pharmaindustrie über die Ärztinnen und Ärzte bis hin zu den Krankenhäusern – etwas abverlangt, um dieses System zukunftsfähig zu machen.“ Das aber ist nicht nur der falsche Weg – es stimmt auch einfach nicht. Ein Kommentar von Florian Martius.

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