Lungenkrebs ist weltweit die häufigste Krebsart und betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Nicht immer ist Rauchen ist Ursache, gilt aber mit Abstand als der größte Risikofaktor. © iStock.com / dragana991
Lungenkrebs ist weltweit die häufigste Krebsart und betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Nicht immer ist Rauchen ist Ursache, gilt aber mit Abstand als der größte Risikofaktor. © iStock.com / dragana991

Lungenkrebs im Fokus: Symptome, Ursachen & neueste Forschungsansätze

Lungenkrebs, das sogenannte Lungen- oder Bronchialkarzinom, ist weltweit die häufigste Krebsart und steht auch auf der Liste der tödlichsten Krebsarten auf dem ersten Rang. Doch woran liegt das? Was sind typische Symptome, anhand derer man Lungenkrebs erkennen kann? Und welche modernen Forschungsergebnisse bieten Hoffnung auf Heilung?

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Lungenkrebs ist weltweit die häufigste und tödlichste Krebsart, mit hohen Erkrankungs- und Sterberaten.
  • Rauchen ist der größte Risikofaktor, daneben spielen Umweltgifte, Vorerkrankungen und genetische Faktoren eine Rolle.
  • Frühe Symptome fehlen oft oder sind unspezifisch (z. B. anhaltender Husten, Atemnot, Brustschmerzen).
  • Therapieoptionen umfassen Operation, Chemo- und Strahlentherapie sowie Immuntherapien, abhängig von Tumorart und Stadium.
  • Forschung setzt verstärkt auf zielgerichtete Therapien und mRNA-Impfstoffe, um die Prognose künftig zu verbessern.

Statistik: Lungenkrebs in Deutschland und weltweit

Im Jahr 2022 erkrankten in Deutschland fast 23.700 Frauen und fast 33.000 Männer an Lungenkrebs, rund 18.300 Frauen und 26.600 Männer verstarben an der Erkrankung.2 Auch weltweit sind die Erkrankungsraten hoch: Laut WHO erhalten jedes Jahr rund 900.000 Frauen und über 1,5 Millionen Männer die Diagnose Lungenkarzinom.3

Während die Zahl der Neuerkrankungen und Sterbefälle bei Männern seit der Jahrtausendwende stetig abnimmt, verläuft sie bei Frauen entgegengesetzt. Hier steigen die Zahlen zwar langsam, aber kontinuierlich. Hintergrund sind vermutlich länger zurückliegende Veränderung der Rauchgewohnheiten beider Geschlechter.2

So oder so gilt Lungenkrebs als der am häufigsten diagnostizierte Krebs weltweit und zählt damit zu den schlimmsten Krebsarten.

Statistik: Inzidenz und Sterberate bei Lungenkrebs

Wie und wo entsteht Lungenkrebs?

Lungenkrebs entsteht – wie jede andere Krebsart auch – aus einer Zelle, in der sich das Erbgut (die DNA) durch Mutationen verändert hat. Ist der Körper nicht in der Lage, die Schäden zu beheben, teilt die mutierte Zelle sich unkontrolliert weiter und es bildet sich ein Tumor. Im weiteren Verlauf gelangen die entarteten Zellen über die Blutbahn und das Lymphsystem in andere Bereiche des Körpers und bilden Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen. Im Fall von Lungenkrebs entstehen diese am häufigsten in der Leber, den Knochen, den Nebennieren sowie im Gehirn.4

Ursachen und Risikofaktoren für Lungenkarzinome

Schädigende Substanzen, die in die Lunge gelangen, erhöhen das Risiko für die Entstehung eines Lungenkarzinoms. Rauchen ist daher mit Abstand der größte Risikofaktor – denn Zigarettenrauch enthält eine Vielzahl von krebserregenden Substanzen, darunter polyaromatische und heterozyklische Kohlenwasserstoffe. Laut RKI ist Lungenkrebs bei neun von zehn Männern sowie bei mindestens 6 von 10 Frauen durchs Rauchen bedingt: Der Tabakkonsum führt zu Störungen im Erbgut, zugleich funktionieren die körpereigenen Reparatursysteme bei Raucher:innen nicht mehr reibungslos.5

Wer bereits in jungen Jahren mit dem Rauchen anfängt und lebenslang raucht, hat ein 24-fach erhöhtes Lungenkrebsrisiko. Auch Passivrauchen ist gefährlich: Der sogenannte Nebenstromrauch ist besonders reich an krebserregenden Substanzen.5

Weitere Risikofaktoren für Lungenkrebs hier im Überblick:

  • Schadstoffe in der Luft (Feinstaub, Dieselabgase, Asbest etc.)
  • Infektionen (Tuberkulose, humanes Papillomavirus (HPV), Epstein-Barr-Virus)
  • COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
  • ungesunder Lebensstil (Alkohol, Übergewicht, Bewegungsmangel etc.)

Darüber hinaus scheinen erbliche Faktoren eine Rolle zu spielen: Studien deuten darauf hin, dass eine Veranlagung zu Lungenkrebs vererbt werden kann. Daher sind Kinder von lungenkrebskranken Eltern besonders gefährdet – vor allem, wenn die Eltern bereits in jungen Jahren ein Bronchialkarzinom entwickelt haben.6

Lungenkrebs Symptome: Was sind mögliche Anzeichen?

Das Fatale an Lungenkrebs ist, dass er im Anfangsstadium keine oder nur sehr unspezifische Symptome verursacht. Betroffene leiden häufig unter Husten, der jedoch auch durch einen Infekt bedingt sein könnte. Halten die folgenden Beschwerden länger an, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen:

  • hartnäckiger Husten, ggf. mit Auswurf
  • chronischer Raucherhusten, der sich verändert/verschlimmert
  • Kurzatmigkeit
  • Schmerzen in der Brust
  • Lungenkrebs-Anzeichen an den Händen: Verdickungen an den Fingerenden

Symptome für Lungenkrebs bei Frauen unterscheiden sich dabei für gewöhnlich nicht von denen bei Männern. Allerdings sind Männer insgesamt noch häufiger von einem Lungenkarzinom betroffen – auch wenn die Prognosen zeigen, dass sich dies in Zukunft wohl ändern wird.

Aktuelle News zum Thema Krebs

Die Geschichte der Krebsmedizin ist die Geschichte eines immer tieferen Verständnisses der Erkrankung. Darüber spricht Dr. Niko Andre von AstraZeneca im Podcast „Inside the Client“. Foto: ©iStock.com/peterschreiber.media

Krebsforschung: Fortschritt, von dem die ganze Gesellschaft profitiert

Die Geschichte der Krebsmedizin ist die Geschichte eines immer tieferen Verständnisses der Erkrankung. Es begann damit, Tumore zu entfernen. Der nächste Schritt war, die Krebszellen im ganzen Körper zu bekämpfen. Als die Forschung erkannte, dass auch Krebszellen molekulare Schwachstellen haben, entwickelte sich die zielgerichtete Therapie. Schließlich kamen die Medikamente, die nicht mehr den Krebs bekämpfen, sondern dem Immunsystem zeigen, wie das geht. Und heute? Darüber spricht Dr. Niko Andre, Mediziner und Leiter des Onkologie-Bereiches beim forschenden Pharmaunternehmen AstraZeneca in Deutschland, in einem Podcast.

Weiterlesen »
Die Initiative „Vision Zero“ fordert einen Wechsel hin zu einer patient:innenzentrierten, vernetzten, datengetriebenen und präventiven Onkologie. Foto: ©iStock.com/Toowongsa Anurak

Tag der Patient:innensicherheit: 7 Punkte für eine bessere Onkologie

„Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“ Das ist in diesem Jahr das deutsche Motto für den Welttag der Patientensicherheit. Die Initiative Vision Zero e.V. nimmt den 17. September zum Anlass, um umfassende Reformforderungen an die Politik zu stellen. Angesichts der wachsenden Zahl von Krebslangzeitüberlebenden braucht es demnach einen Paradigmenwechsel in der Onkologie: Patientenzentrierter, vernetzter, datengetriebener, präventiver muss sie sein, damit Innovationen von der Diagnose bis zur Nachsorge schneller und flächendeckend verfügbar sind.

Weiterlesen »

Diagnoseverfahren bei Lungenkrebs

Eine Anamnese (Klärung der Symptome, Vorerkrankungen, familiäre Vorbelastungen) steht am Anfang einer jeden Diagnostik. Darauf folgt eine körperliche Untersuchung, unter anderem das Abhören der Lunge mit einem Stethoskop. Bei Auffälligkeiten können anschließend folgende Diagnoseverfahren infrage kommen:

  • Überprüfung der Blutwerte
  • Röntgenuntersuchung des Thorax
  • Computertomografie (CT) zur Darstellung der Atemwege
  • Magnetresonanztomografie (MRT) zur Abgrenzung des Tumors gegenüber anderen Organen

Auch die Lungenspiegelung (Bronchoskopie), bei der ein dünner Schlauch über die Luftröhre in die Lunge eingeführt wird, spielt bei der Diagnostik von Lungenkrebs eine zentrale Rolle. Sie wird unter Narkose oder unter Sedierung durchgeführt und erlaubt nicht nur die genaue Begutachtung des Lungengewebes, sondern ermöglicht auch die Entnahme von Gewebeproben (Biopsie).4

Steht fest, dass es sich um ein Lungenkarzinom handelt, muss dieses enger klassifiziert werden, denn es gibt verschiedene Lungenkrebs Arten und Stadien. In 90 Prozent der Fälle liegt ein nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom vor, das relativ langsam wächst und sich häufig noch operativ entfernen lässt. Ein kleinzelliges Bronchialkarzinom ist seltener, es wächst jedoch auch schneller und bildet früh Metastasen.4

Lungenkrebs Stadien

Die Stadieneinteilung basiert auch bei Lungenkrebs auf der TNM-Klassifikation, die folgende Faktoren berücksichtigt:

  • T: Größe und Ausdehnung des Tumors
  • N: Beteiligung der Lymphknoten
  • M: Vorhandensein von Metastasen

Stadium I und II bezeichnet Lungenkrebs im Frühstadium. Hier sind die Heilungschancen noch am besten. Eine Operation ist oft die primäre Behandlungsoption, wobei im Stadium II zusätzlich eine Chemotherapie empfohlen sein kann.

Im Stadium III hat sich der Tumor bereits in lungenangrenzendes Gewebe ausgebreitet oder Lymphknoten befallen.

Stadium IV ist Lungenkrebs im Endstadium und gilt in der Regel als nicht mehr heilbar. In diesem Stadium haben sich Metastasen außerhalb des Brustkorbs in anderen Organen gebildet.11 Ist der Krebs so weit fortgeschritten, kommen häufig systemische Therapien zum Einsatz. Diese können den ganzen Körper erreichen und gegebenenfalls auch verstreute Krebszellen bekämpfen.

Ist Lungenkrebs heilbar? Gängige Therapieformen im Überblick

Die Lungenkrebstherapie richtet sich nach Art des Tumors sowie nach dem Krankheitsstadium. Sofern möglich, wird der Tumor operativ entfernt. Im Anschluss daran folgt entweder eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie. Bei der Chemotherapie erhält der:die Patient:in Medikamente, sogenannte Zytostatika („Zellstopper“). Diese wirken im gesamten Körper und hindern Krebszellen am weiteren Wachstum. Die Chemotherapie ist beim kleinzelligen Bronchialkarzinom die wichtigste Therapieform, kann jedoch auch beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs zum Einsatz kommen.

Alternativ kommt eine Bestrahlung in Betracht, welche die Krebszellen schädigt und bestenfalls abtötet. Die Bestrahlung kann dabei von außen über die Haut oder – mittels spezieller Instrumente und Verfahren – von innen erfolgen.

Die Immuntherapie nimmt bei der Behandlung von Krebs einen immer größeren Stellenwert ein, so auch bei der von Lungenkrebs. Ziel ist es, das Immunsystem zu befähigen, Krebszellen zu identifizieren und unschädlich zu machen. Damit die Immuntherapie ihre volle Wirkung entfalten kann, müssen jedoch spezifische Angriffspunkte vorhanden sein – und dies ist nicht bei allen Patient:innen der Fall.7

Neueste Forschungsergebnisse

Neuartige Krebstherapien bieten Anlass zur Hoffnung. In Bezug auf die Therapie von Lungenkrebs konnten Wissenschaftler:innen in den vergangenen Jahren einige vielversprechende Entdeckungen machen. So weiß man heutzutage immer besser über spezifische genetische Veränderungen (Mutationen) Bescheid, die in der Krebsentstehung eine Rolle spielen. Die Forschung setzt daher u.a. weiter auf den Ansatz der zielgerichteten Therapien, die sich gezielt gegen bestimmte biologische Merkmale des Tumors richten.

Auch mRNA-Impfstoffkandidaten sind in der (klinischen) Erprobung. Ein solcher Impfstoff könnte, so die Hoffnung, das Immunsystem derartig aktivieren, dass nicht-kleinzellige Krebszellen gezielt bekämpft werden können.9

Die Krebstherapie wird in den nächsten Jahren weitere Fortschritte machen. Daher besteht auch Grund zur Hoffnung, dass sich die Überlebensrate bei Lungenkrebs signifikant verbessern wird.

Weitere Hintergrundinfos zum Thema Krebs

Leberkrebs (hepatozelluläre Karzinom , HCC) ist oft mit einer vorhandenen Leberzirrhose verbunden. Symptome treten oft erst in einem späten Krankheitsstadium auf. ©iStock.com / peterschreiber.media

Leberkrebs: Ursachen, Symptome und moderne Therapieansätze

Leberkrebs, das sogenannte hepatozelluläre Karzinom (HCC), ist zwar relativ selten, zählt aber aufgrund der eher schlechten Prognose zu den Krebsarten, die am häufigsten tödlich verlaufen. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Entstehung, Ursachen und Symptome von Leberkrebs sowie Therapieansätze, die Hoffnung für Patient:innen bieten können.

Weiterlesen »

Quellen:

  1. https://gco.iarc.who.int/media/globocan/factsheets/cancers/39-all-cancers-fact-sheet.pdf

  2. https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Lungenkrebs/lungenkrebs_node.html

  3. https://www.iarc.who.int/wp-content/uploads/2024/11/Lung_cancer_2024-infographic-zoom.jpg

  4. https://www.usz.ch/krankheit/lungenkrebs/

  5. https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/definition/ursachen-und-risikofaktoren.html

  6. https://www.krebsinformationsdienst.de/lungenkrebs/risikofaktoren

  7. https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/lungenkrebs/therapie

  8. https://www.fr.de/wissen/krebs-medizin-forschung-neues-medikament-fortgeschrittenen-lungenkrebszielgerichtet-bekaempfen-91081362.html

  9. https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/medizin/mRNA-Impfstoff-gegen-lungenkrebs-startet-klinische-erprobung-13379338

  10. Vision Zero: Den Krebs erfolgreicher bekämpfen

  11. https://www.hildegardis-krankenhaus.de/zentren/lungenkrebszentrum-lindenthal-suedstadt/behandlung-von-lungenkrebs

Verwandte Nachrichten

Anmeldung: Abo des Pharma Fakten-Newsletters

Ich möchte per E-Mail News von Pharma Fakten erhalten:

© Pharma Fakten e.V.
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und dienen dazu, Sie wiederzuerkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und unserem Team zu helfen, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.