Wissenschaftliche Neugier, Ausdauer und Mut zur Innovation treiben den medizinischen Fortschritt voran. © iStock.com / champpixs
Wissenschaftliche Neugier, Ausdauer und Mut zur Innovation treiben den medizinischen Fortschritt voran. © iStock.com / champpixs

Pioniere der Heilkunst: Berühmte Mediziner:innen und ihre bahnbrechenden Entdeckungen

Ob bei der Entdeckung von Penicillin oder der Entwicklung hochmoderner mRNA-Impfstoffe: Im Laufe der Jahrhunderte haben unzählige Forscher:innen unermüdlich daran gearbeitet, Leben zu retten und die Gesundheitsversorgung für ihre Mitmenschen zu verbessern. Dieser Artikel nimmt einige der bedeutendsten medizinischen Wegbereiter:innen in den Blick und zeigt auf, wie ihre Errungenschaften Medizin und Wissenschaft nachhaltig geprägt haben.

Eines sei vorweggenommen: Wir können an dieser Stelle selbstverständlich nur eine begrenzte Auswahl an Pionier:innen vorstellen. Die medizinische Geschichte hat noch weit mehr Held:innen hervorgebracht.

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Bedeutende Mediziner wie Hippokrates, Pasteur, Koch oder Fleming legten mit ihren Entdeckungen (z. B. Keimtheorie, Antibiotika, Impfstoffe) das Fundament der modernen Medizin.
  • Pioniere wie Ehrlich und von Behring ebneten den Weg für gezielte Therapien und Immunbehandlungen, während Barnard die Transplantationsmedizin revolutionierte.
  • Alois Alzheimer und andere Forschende erweiterten das Verständnis neurodegenerativer Erkrankungen; Semmelweis etablierte grundlegende Hygienestandards.
  • Wissenschaftlerinnen wie Rosalind Franklin, Marilyn Hughes Gaston und Katalin Karikó prägten Molekularbiologie, Präventionsmedizin und mRNA-Technologie nachhaltig.

Hippokrates & Avicenna

„Zuerst nicht schaden.“ 9

Hippokrates von Kos (ca. 460-370 v. Chr.) gilt als Vater der modernen Medizin. Er löste die Heilkunst zunehmend von religiösen Vorstellungen und begründete eine rationalere Medizin, die auf Beobachtungen basiert. Sein berühmter Eid des Hippokrates legte ethische Grundsätze für Ärzte und Ärztinnen fest, darunter das Prinzip „Primum non nocere“ („Zuerst nicht schaden“).9

Avicenna (980-1037) war ein persischer Arzt und Philosoph, dessen Werk „Kanon der Medizin“ jahrhundertelang die medizinische Ausbildung prägte. Er kombinierte griechisches Wissen mit eigenen Erkenntnissen und betonte die herausragende Bedeutung von Diagnostik und Therapie. Seine ethischen Prinzipien beeinflussten die islamische und auch die europäische Medizin nachhaltig.10

Antoni van Leeuwenhoek (1632–1723)

„Im Jahr 1657 entdeckte ich im Regenwasser sehr kleine Lebewesen.“ * 23

Antoni van Leeuwenhoek gilt als einer der großen Pioniere der Heilkunst – und als Vater der Mikrobiologie. Der niederländische Naturforscher war der erste Mensch, der Bakterien, Protozoen und andere Mikroorganismen mit eigenen Augen sah – dank selbst gebauter Mikroskope, die zu den besten ihrer Zeit gehörten. Mit seinen erstaunlich leistungsstarken „einfachen“ Mikroskopen entdeckte er unter anderem Spermien, rote Blutkörperchen und die Kapillaren im Blutkreislauf. Seine Beobachtungen widersprachen der damals verbreiteten Theorie der Spontanzeugung und legten das Fundament für moderne Infektionsbiologie, Anatomie und Reproduktionsmedizin.11

Antoni van Leeuwenhoek © iStock.com / ZU_09
Antoni van Leeuwenhoek © iStock.com / ZU_09

*Original: „In the year 1657 I discovered very small living creatures in rain water.“

Louis Pasteur (1822–1895)

„Die Theorie ist die Mutter der Praxis.“ 16

Louis Pasteur war ein französischer Chemiker und Mikrobiologe, dessen Arbeiten die moderne Infektionsmedizin revolutionierten. Pasteur bewies, dass Krankheiten durch Mikroorganismen verursacht werden können. Seine vielseitigen Forschungen führten von der Pasteurisierung, die Lebensmittel haltbarer macht, bis hin zur Entwicklung lebensrettender Impfstoffe, darunter gegen Tollwut und Milzbrand. Pasteur etablierte das Prinzip der Immunisierung, welches die Grundlage für zahlreiche Impfstoffe bildet und dazu beitrug, Epidemien einzudämmen.1

Louis Pasteur © iStock.com / Thomas Faull
Louis Pasteur © iStock.com / Thomas Faull

Aktuelle News aus der Pharmaforschung

Adipositas ist eine komplexe Erkrankung. Oft brauchen die Betroffenen eine multimodale Therapie. Doch häufig verhindert Stigmatisierung, dass sie die Versorgung bekommen, die ihnen zusteht. Foto: Screenshot / Pharma Fakten

Adipositas ganzheitlich denken: Das ist „wirklich notwendig“

Bei einer chronischen Erkrankung wie Rheuma oder Asthma ist allen klar: Die Patient:innen brauchen eine gute, umfassende Behandlung. Warum ist das bei Adipositas anders? Vorurteile, fragwürdige Ratschläge und Stigmatisierung verhindern bis heute, dass Betroffene die medizinische Versorgung erhalten, die sie brauchen. Dabei ist die Vorstellung von Adipositas als reines Lifestyle-Problem wissenschaftlich gesehen längst überholt. Darüber sprachen mehrere Fachleute auf der F.A.Z. Konferenz Gesundheit & Ernährung 2026.

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ADCs sind einer der Innovationsmotoren in der Onkologie. Die Medikamente verändern das Leben von Menschen mit Krebs schon heute nachhaltig. Die Pipelines sind gut gefüllt. Foto: ©iStock.com/Love Employee

Intelligentes Trio: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate gegen Krebs

Wer heute über die wichtigsten Innovationsmotoren in der Onkologie nachdenkt, kommt an ihnen nicht vorbei: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate; kurz: ADCs. Sie verändern spürbar, wie Krebs behandelt wird, denn sie verbinden die Zielgenauigkeit von Antikörpern mit der Kraft hochpotenter Chemotherapien. Im bayerischen Pfaffenhofen entsteht zurzeit ein Zentrum zu Entwicklung und Herstellung dieser Präparate. Das Ziel: Das Leben von Menschen mit Krebserkrankungen nachhaltig zu verändern.

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Der medizinische Fortschritt wächst exponentiell. Die Bewertungssysteme für Innovationen wie das AMNOG sind darauf nicht vorbereitet. Das soll sich ändern. Foto: ©iStock.com/ipopba

Auf Innovationen verzichten? „Das können wir uns nicht leisten.“

Seit 15 Jahren regelt das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) die Bewertung des Zusatznutzens von neuen Arzneimitteln im Vergleich zu bestehenden Therapien und deren Erstattung durch die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Es soll sicherstellen, dass den Kosten für ein Präparat ein adäquater medizinischer Nutzen gegenübersteht. Über 500 Arzneimittel wurden seitdem bewertet. Nun muss das AMNOG aufs Trockendock. Es wurde für „klassische“ Arzneimittel mit breiter Indikation und klarer Studienlage konzipiert. Diese Zeiten sind vorbei.

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Robert Koch (1843–1910)

„Es ist mir nämlich gelungen, die Bakterien mit solchen Farbstoffen zu imprägnieren, welche ihre Form nicht verändern und sie ganz außerordentlich deutlich erscheinen lassen.“ 17

Robert Koch war ein deutscher Mediziner und Mikrobiologe, der als Begründer der Bakteriologie gilt. Er identifizierte den Erreger der Tuberkulose und der Cholera und entwickelte neue Techniken zur Kultivierung sowie zur Untersuchung von Bakterien. Seine berühmten Koch’schen Postulate legten die Grundlage für die moderne Bakteriologie und helfen bis heute, Krankheitserreger zu identifizieren. Koch hat also nicht nur das Verständnis von Krankheiten verändert, sondern auch die Entwicklung von Impfstoffen und Hygienemaßnahmen maßgeblich beeinflusst.2
Robert Koch © iStock.com / clu
Robert Koch © iStock.com / clu

Robert Koch ist auch Namensgeber des Robert Koch-Instituts (RKI). Damals noch benannt als Preußisches Institut für Infektionskrankheiten Robert Koch war es unter anderem auch die Wirkungsstätte der Nobelpreisträger Emil Behring und Paul Ehrlich.25

Paul Ehrlich (1854–1915)

„Wir müssen chemisch zielen lernen.“ 20

Die Zauberkugel war ein Konzept, das Paul Ehrlich um 1900 entwickelte. Er stellte sich vor, dass es möglich sein müsste, Krankheitserreger gezielt zu bekämpfen, ohne den Organismus zu schädigen. Diese Idee führte zur Entwicklung von Salvarsan, dem ersten wirksamen Medikament gegen Syphilis im Jahr 1909. Ehrlichs Forschung legte den Grundstein für die moderne Chemotherapie und die gezielte Behandlung von Infektionskrankheiten. Der Begriff „Zauberkugel“ beschreibt dabei die Präzision eines Wirkstoffs, der nur die schädlichen Mikroben angreift, ähnlich einer Kugel, die auf ein bestimmtes Ziel gerichtet wird.8
Paul Ehrlich. Bild: gemeinfrei / Quelle: PEI
Paul Ehrlich. Bild: gemeinfrei / Quelle: PEI

Heute hat diese Zauberkugel schon ganz neue Dimensionen erreicht. Auch die personalisierte Onkologie verfolgt die Grundidee, krankmachende Erreger gezielt anzugreifen, ohne den gesunden Organismus zu schädigen – nur mit den Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts. Statt einer pauschalen Chemotherapie kommen heute unter anderem Immuntherapien sowie zielgerichtete Arzneimittel zum Einsatz – hochspezifisch und individuell.

Emil von Behring (1854–1917)

„Ich wurde von dem Bedürfnis angetrieben, mein Leben einem wichtigen und ehrbaren Ziel zu verschreiben.“ 26

Emil von Behring war ein deutscher Arzt, Immunologe und der erste Nobelpreisträger für Medizin. Der „Retter der Kinder“ entwickelte Ende des 19. Jahrhunderts das erste wirksame Serum gegen Diphtherie – eine bis dahin oft tödliche Kinderkrankheit. Er legte damit den Grundstein für die moderne Immuntherapie. Gemeinsam mit dem japanischen Forscher Kitasato Shibasaburō und Paul Ehrlich entdeckte Behring, dass im Blutserum von Tieren Antikörper entstehen, die gezielt gegen Krankheitserreger wirken – eine bahnbrechende Erkenntnis, die zur sogenannten Serumtherapie führte. Das von ihm entwickelte Diphtherie-Antitoxin rettete unzählige Menschenleben und wurde 1894 erstmals großflächig produziert. Später entwickelte er auch ein Tetanusheilserum, das im Ersten Weltkrieg vielen Soldaten das Leben rettete.6

Emil von Behring © iStock.com / clu
Emil von Behring © iStock.com / clu

Alois Alzheimer (1864–1915)

„Ich habe mich sozusagen verloren.“ 21

Alois Alzheimer war ein deutscher Psychiater und Neuropathologe, der die nach ihm benannte Alzheimer-Krankheit entdeckte. 1906 beschrieb er erstmals die charakteristischen Veränderungen im Gehirn einer Patientin mit fortschreitender Demenz. Er erkannte spezifische Proteinablagerungen, die heute als eines der Hauptmerkmale der Krankheit gelten. Obwohl es zu seiner Zeit wenig therapeutische Ansätze gab, förderte die Arbeit von Alois Alzheimer das Verständnis neurodegenerativer Erkrankungen und ebnete der Entwicklung von Präventions- und Behandlungsstrategien den Weg.13

Alois Alzheimer. Bild aus dem Geburtshaus von Alois Alzheimer / Gedenk- und Tagungsstätte in Marktbreit am Main
Alois Alzheimer. Bild aus dem Geburtshaus von Alois Alzheimer / Gedenk- und Tagungsstätte in Marktbreit am Main

Ignaz Semmelweis (1818–1865)

„Ein Kind zur Welt zu bringen ist genauso gefährlich wie eine Lungenentzündung ersten Grades.“ 18

Ignaz Semmelweis war ein ungarischer Arzt, der als „Retter der Mütter“ bekannt wurde. Er stellte fest, dass die fehlende Hygiene in Krankenhäusern für die hohe Sterblichkeit von Wöchnerinnen verantwortlich war. Obwohl seine Einführung der Handhygiene mit chloriertem Wasser die Todesfälle drastisch reduzierte, stießen seine Erkenntnisse zunächst auf großen Widerstand: Die damaligen Mediziner hielten Sauberkeit für unnötig und waren empört darüber, dass sie selbst zum Tod junger Mütter und ihrer Kinder beigetragen haben sollen. Bis seine Arbeit öffentlich anerkannt wurde und den Grundstein für die modernen Hygienestandards legte, sollten daher noch einige Jahre vergehen.4

Ignaz Semmelweis
Ignaz Semmelweis. Bild: gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Alexander Fleming (1881–1955)

„Als ich am 28. September 1928 kurz nach Sonnenaufgang aufwachte, hatte ich sicherlich nicht vor, die gesamte Medizin durch die Entdeckung des weltweit ersten Antibiotikums oder Bakterienkillers zu revolutionieren... Aber ich schätze, genau das habe ich getan.“ * 15

Alexander Fleming war ein schottischer Bakteriologe, der 1928 das erste Antibiotikum, Penicillin, entdeckte. Der entscheidende Moment ereignete sich eher zufällig: In einer seiner Bakterienkulturen entdeckte Fleming einen Schimmelpilz der Gattung Penicillium, der das Wachstum von Staphylokokken – krankheitserregenden Bakterien – hemmte. Er erkannte schnell das enorme Potenzial: Der Pilz produzierte eine Substanz, die Bakterien abtötete, aber menschliche Zellen nicht schädigte. Seine Entdeckung sollte es in den folgenden Jahrzehnten ermöglichte, Millionen Menschenleben zu retten.3
Alexander Fleming
Alexander Fleming. Bild: gemeinfrei, via Wikimedia Commons / CC0 1.0

* Original: “When I woke up just after dawn on September 28, 1928, I certainly didn’t plan to revolutionize all medicine by discovering the world’s first antibiotic, or bacteria killer, … But I guess that was exactly what I did.”

Christiaan Barnard (1922–2001)

„Das oberste Ziel ist die Linderung des Leidens, nicht die Verlängerung des Lebens.“ * 19

Christiaan Barnard war ein südafrikanischer Herzchirurg, der 1967 in Kapstadt die weltweit erste erfolgreiche Herztransplantation durchführte. Er gilt als Pionier der Transplantationsmedizin. Er hat als einer der ersten den Mut gehabt, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen und Menschen mit schweren Herzerkrankungen dadurch neue Hoffnung und neuen Lebensmut geschenkt.

Übrigens: Ein bedeutender Mitwirkender in Barnards Team war der Schwarze Südafrikaner Hamilton Naki. Er leistete wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung der Operationstechniken. Wegen der Apartheid wurde seine Rolle jedoch lange verschwiegen und nicht offiziell anerkannt.5

Christiaan Barnard
Christiaan Barnard. Bild: gemeinfrei, via Wikimedia Commons / Attribution-Share Alike 3.0 Netherlands license. This is an image from the Nationaal Archief, the Dutch National Archives, and Spaarnestad Photo.

* Original: “The prime goal is to alleviate suffering, and not to prolong life.”

Rosalind Franklin (1920–1958)

„Wissenschaft und Alltag können und sollten nicht getrennt werden.“ * 22

Rosalind Franklin war eine britische Biochemikerin und Spezialistin für Röntgenstrukturanalyse. Ihre präzisen Aufnahmen der DNA führten maßgeblich zur Entdeckung der Doppelhelixstruktur – obwohl andere dafür den Ruhm ernteten. Gemeinsam mit ihrem Doktoranden Raymond Gosling gelang ihr 1952 ein bahnbrechendes Röntgenbild („Foto 51“), das James Watson und Francis Crick heimlich nutzten, um ihr Modell der DNA zu entwickeln. 1962 nahmen Watson und Crick den Nobelpreis entgegen, ohne Franklin für ihre Forschung zu würdigen. Heute gilt Rosalind Franklin als eine der zentralen Pionierinnen der Molekularbiologie, aber auch als Paradebeispiel für die Diskriminierung von Frauen in der Wissenschaft (Matilda-Effekt).7
Rosalind Franklin
Rosalind Franklin. Bild: CSHL, derivative work Lämpel, CC by SA 4.0 via Wikimedia Commons. (Das Bild wurde bearbeitet, zugeschnitten.)
* Original: “Science and everyday life cannot and should not be separated.“

Marilyn Hughes Gaston (*1939)

„Don’t give in, give up or give out.“ 27

Marilyn Hughes Gaston ist eine afroamerikanische Kinderärztin, die bedeutende Fortschritte in der Behandlung der Sichelzellenanämie, einer erblichen Blutkrankheit, erzielte. Sie erkannte die Notwendigkeit einer frühzeitigen Diagnose und Therapie und zeigte mit ihrer bahnbrechenden Studie von 1986, dass eine Langzeittherapie mit Penicillin bei Kindern mit Sichelzellenanämie lebensbedrohliche Infektionen verhindern kann. Dank ihrer Forschung wurde zudem in den USA ein landesweites Neugeborenen-Screening eingeführt, um betroffene Kinder frühzeitig identifizieren und behandeln zu können.12

Katalin Karikó (*1955)

„Das ist, als würde man den Immunzellen sagen: Kommt her! Kommt her!“ * 24

Katalin Karikó ist eine ungarisch-US-amerikanische Biochemikerin, die als Pionierin der mRNA-Forschung gilt. Ihre jahrzehntelange Arbeit legte den Grundstein für die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19. Gemeinsam mit Drew Weissman entwickelte sie eine Methode, um die mRNA so zu modifizieren, dass sie vom Körper nicht mehr als Gefahr wahrgenommen wird. Durch den Austausch von Uridin durch Pseudouridin sowie weitere molekulare Optimierungen wurde die mRNA stabiler, effizienter und verträglicher. Diese Technik ermöglichte es, Impfstoffe zu entwickeln, bei denen der Körper das Antigen selbst herstellt – eine völlig neue Klasse von Medikamenten, mit Potenzial auch für Krebstherapien und andere Krankheiten. Für ihre bahnbrechende Entdeckung erhielt Karikó 2023 gemeinsam mit Weissman den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.14
Katalin Karikó © Europäisches Patentamt
Katalin Karikó © Europäisches Patentamt

* Original: „It’s like saying to the immune cells, Come here! Come here!.“

Medizinischer Fortschritt kennt keinen Stillstand

Die Geschichten von Alexander Fleming, Emil von Behring, Paul Ehrlich, Rosalind Franklin, Katalin Karikó und vielen anderen zeigen eindrucksvoll, wie wissenschaftliche Neugier, Ausdauer und Mut zur Innovation den medizinischen Fortschritt vorantreiben. Ihre Entdeckungen – vom ersten Antibiotikum über die Serumtherapie bis zur mRNA-Technologie – haben Millionen Leben gerettet und die Medizin revolutioniert. Sie belegen auch: Medizinische Durchbrüche entstehen selten über Nacht. Oft sind sie das Ergebnis jahrzehntelanger Grundlagenforschung, interdisziplinärer Zusammenarbeit und persönlicher Überzeugung. Die Arbeit dieser Pionier:innen bildet das Fundament, auf dem heutige und zukünftige Therapien aufbauen. Sie erinnern uns daran, wie wichtig es ist, Forschung zu fördern, kritisches Denken zuzulassen – und nie den Glauben an Fortschritt zu verlieren.

Weitere Meilensteine der Medizin

Von der zufälligen Entdeckung zur Hightech-Diagnostik - Röntgenstrahlen prägen die moderne Medizin und setzen Maßstäbe. © iStock.com / gorodenkoff

Die Entdeckung der Röntgenstrahlen

Weniger als 10 Nanometer: Das ist die Wellenlänge von Röntgenstrahlen, die somit 100.000-mal kleiner ist als ein Millimeter.1 Diese extreme Kurzwelligkeit ist der Grund dafür, dass Röntgenstrahlung tief in Materie eindringen kann – ein Fakt, der sie unschätzbar wertvoll für die moderne Medizin macht. Doch was genau sind Röntgenstrahlen eigentlich, wer hat sie wann entdeckt und was sind aktuelle und zukünftige Einsatzfelder? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um das Thema Röntgenstrahlung finden Sie in diesem Artikel.

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Genomik, Gentechnik, personalisierte Medizin: Forschung schafft heute die Grundlage für die Medizin von morgen. © iStock.com/Design Cells

Vom Gen zum Heilmittel: Wie Genomik und personalisierte Medizin die Therapie revolutionieren

Die erfolgreiche Sequenzierung des menschlichen Genoms im Rahmen des Humangenomprojekts hat gezeigt, dass 99,9 Prozent der Gene bei allen Menschen identisch sind1 – und dass es eben gerade die winzigen Unterschiede sind, die einen großen Einfluss auf Gesundheit und Krankheit haben. Während klassische Therapien häufig nach dem Prinzip ‚One size fits all‘ funktionieren, ermöglichen Genomik und personalisierte Medizin einen gezielten und wirksameren Behandlungsansatz – abgestimmt auf das genetische Profil jedes einzelnen Menschen.

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Quellen:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Pasteur
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Koch
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Fleming
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Ignaz_Semmelweis
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Christiaan_Barnard
  6. https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_von_Behring
  7. https://de.wikipedia.org/wiki/Rosalind_Franklin
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Ehrlich
  9. https://de.wikipedia.org/wiki/Hippokrates_von_Kos
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Avicenna
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Antoni_van_Leeuwenhoek
  12. https://de.wikipedia.org/wiki/Marilyn_Gaston
  13. https://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Alzheimer
  14. https://de.wikipedia.org/wiki/Katalin_Karik%C3%B3
  15. https://en.wikiquote.org/wiki/Alexander_Fleming
  16. https://de.wikiquote.org/wiki/Louis_Pasteur
  17. https://gutezitate.com/autor/robert-koch
  18. https://de.wikiquote.org/wiki/Ignaz_Semmelweis
  19. https://en.wikiquote.org/wiki/Christiaan_Barnard
  20. https://de.wikipedia.org/wiki/Zauberkugel
  21. https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/beruehmte-alzheimerpatienten-ich-habe-mich-sozusagen-verloren-1.1980204
  22. https://en.wikiquote.org/wiki/Rosalind_Franklin
  23. https://www.azquotes.com/author/23626-Antonie_van_Leeuwenhoek
  24. https://en.wikiquote.org/wiki/Katalin_Karik%C3%B3
  25. https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Koch-Institut
  26. https://de.wikipedia.org/wiki/Von-Behring-Platz_(M%C3%BClheim_an_der_Ruhr)
  27. https://msa.maryland.gov/megafile/msa/speccol/sc3500/sc3520/014500/014533/html/14533bio.html

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