Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
- Historische Durchbrüche wie Röntgenstrahlung, Anästhesie und Antibiotika legten im 19. und frühen 20. Jahrhundert das Fundament der modernen Medizin.
- Im 20. Jahrhundert ermöglichten Technologien wie Herz-Lungen-Maschine, Dialyse und Transplantationsmedizin lebensrettende Eingriffe bei schwersten Erkrankungen.
- Digitale und molekulare Innovationen – etwa KI, Biopharmazeutika und robotergestützte Chirurgie – machen Diagnostik und Therapie präziser und individueller.
- Aktuelle Schlüsseltechnologien wie mRNA-Impfstoffe, CAR-T-Zelltherapie und CRISPR eröffnen neue Wege in der personalisierten und genetischen Medizin.
- Zukunftsvisionen wie Bioprinting, Nanotechnologie, Gehirn-Computer-Schnittstellen und regenerative Medizin könnten Krankheiten gezielt heilen oder sogar verhindern.
Frühe Durchbrüche (19. bis frühes 20. Jahrhundert)
Die Grundlagen moderner Medizin wurden im 19. und frühen 20. Jahrhundert gelegt. In dieser Zeit gelang es erstmals, zentrale Prinzipien der Diagnostik und Therapie wissenschaftlich zu verstehen und systematisch anzuwenden. Einige der bis heute bedeutendsten Technologien – von der Schmerzfreiheit durch Anästhesie bis zur Entdeckung lebensrettender Antibiotika – haben in dieser Ära ihren Ursprung.
Röntgenstrahlung
Die Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen im Jahr 1895 revolutionierte die Medizin grundlegend. Erstmals war es möglich, einen Blick in den menschlichen Körper zu werfen, ohne invasive Eingriffe vornehmen zu müssen. Die Röntgentechnologie hat sich seitdem stark weiterentwickelt: Moderne Computertomografie (CT) und digitale Röntgenbilder ermöglichen präzise Diagnosen und helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Heute ist die Bildgebung mittels Röntgenstrahlen ein unverzichtbarer Bestandteil der Medizin, sei es zur Identifikation von Knochenbrüchen oder zur Erkennung von Tumoren.1
Anästhesie
Vor der Einführung der Anästhesie waren chirurgische Eingriffe eine schmerzhafte und oft traumatische Erfahrung. Die Entdeckung von Narkosemitteln wie Äther (1846) und Chloroform (1847) ermöglichte erstmals schmerzfreie Operationen. Später folgten modernere Anästhetika wie Halothan und Propofol, die in der Anwendung und Dosierung wesentlich sicherer sind. Heute ist die Anästhesie ein zentraler Bestandteil der modernen Medizin – ob für kleine ambulante Eingriffe oder für komplexe Operationen am Herzen oder Gehirn. Sie bringt nicht nur Entlastung für die Patient:innen, sondern reduziert auch das Risiko für Komplikationen und steigert die Erfolgsaussichten von Operationen.2
Antibiotika
Die Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming im Jahr 1928 leitete eine neue Ära in der Medizin ein. Bakterielle Infektionen, die früher oft tödlich endeten, konnten plötzlich effektiv behandelt werden. Antibiotika haben seitdem Millionen von Leben gerettet und Krankheiten wie Tuberkulose oder Lungenentzündung beherrschbar gemacht. Allerdings stehen wir heute vor neuen Herausforderungen: Zunehmende Antibiotika-Resistenzen gefährden die Wirksamkeit dieser Medikamente. Die Forschung konzentriert sich daher auf neue Wirkstoffe und alternative Behandlungsstrategien, um lebensrettende Antibiotika auch in Zukunft effektiv nutzen zu können.3
Aktuelle News aus der Pharmaforschung

Klimawandel: Ein globaler Gesundheitsnotstand
Bald ist es wieder so weit: Vom 9. bis 20. November findet die „COP31“ statt – die weltweit wichtigste Klimakonferenz der Vereinten Nationen. Rund 100.000 Menschen werden in der Türkei erwartet: Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren dort über Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise. Der Handlungsdruck wächst: Das zeigt der aktuelle Bericht der Forschungsinitiative „Lancet Countdown on Health and Climate Change“. Die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels verschärfen sich demnach schneller, als die Weltgemeinschaft gegensteuert.

Prävention stärken, aber wie?
Prävention finden alle gut: Dass die beste Krankheit diejenige ist, die man verhindert, ist ein Low-Brainer; schließlich erspart das unnötiges Leid und Kosten. Prävention finden auch alle wichtig: Wenn eine Gesellschaft altert, braucht es viele gesunde Lebensjahre, um sich in Schuss zu halten. De facto hat die Regierung mit dem jüngsten Spargesetz aber die Krankheitsvorsorge im Land geschwächt: ein klassisches „Sag-A-mach-B-Paradoxon?“ Darüber diskutierten Expert:innen auf dem „Forum Gender & Gesundheit“.

Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft: Was Deutschland von China lernen kann
„Wir stärken die industrielle Gesundheitswirtschaft, insbesondere die pharmazeutische Industrie und Medizintechnik, als Leitwirtschaft“, betonte die Bundesregierung im Koalitionsvertrag. Doch der Standort gerät im internationalen Wettbewerb zunehmend unter Druck – nicht nur durch die USA, sondern auch durch andere Länder wie China. Das war Thema auf dem 25. Europäischen Gesundheitskongress in München. Dort machte der Wirtschaftsjournalist Frank Sieren deutlich: Deutschland könnte einiges von der Volksrepublik lernen.
Entwicklung lebensrettender Techniken (20. Jahrhundert)
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Medizin zunehmend technisiert – mit enormem Nutzen für schwerkranke Patient:innen. Neue Geräte und Verfahren ermöglichten lebensrettende Eingriffe, die zuvor undenkbar waren. Ob durch Maschinen, die Organe temporär ersetzen, oder durch die Verbesserung von Transplantationen: Der technische Fortschritt rettete unzählige Leben.
Herz-Lungen-Maschine
Die Entwicklung der Herz-Lungen-Maschine in den 1950er Jahren war ein Meilenstein in der Herzchirurgie. Durch sie wird das Blut eines:einer Patient:in während einer Operation außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und wieder zurückgeführt. Dies ermöglicht komplexe Eingriffe, wie etwa Bypass-Operationen oder Transplantationen, ohne dass das Herz schlagen muss. Die Technologie hat die Überlebenschancen von Patient:innen mit schweren Herzleiden dramatisch verbessert und erlaubt lebensrettende Eingriffe, die früher unmöglich gewesen wären.4
Dialyse
Die Dialyse ist eine bahnbrechende Technologie für Patient:innen mit schweren Nierenfunktionsstörungen. Sie übernimmt die Aufgabe der Nieren, indem sie das Blut von Giftstoffen und überschüssigem Wasser reinigt. Seit ihrer Einführung in den 1940er Jahren hat sich die Dialysetechnik enorm verbessert – moderne Geräte ermöglichen eine effizientere und schonendere Behandlung. Für viele Betroffene ist die Dialyse ein lebensnotwendiger Ersatz, bis eine Nierentransplantation möglich wird. Gleichzeitig wird intensiv an neuen Verfahren geforscht, um die Lebensqualität der Patient:innen zu erhöhen.5
Transplantationstechnologie
Die moderne Transplantationstechnologie hat Tausenden von Menschen ein zweites Leben geschenkt. Während frühe Organtransplantationen oft an Abstoßungsreaktionen scheiterten, führte die Entwicklung von Immunsuppressiva zu deutlich höheren Erfolgsraten. Fortschritte in der Organerhaltung und neue Techniken wie 3D-gedruckte Organe und Xenotransplantationen (Tierorgane für Menschen) könnten die Zukunft der Transplantationsmedizin weiter verändern und zudem den Organmangel reduzieren.6, 7
Medizin früher und heute: Medizinische Zeitreisen

Seltene Erkrankung „PNH“ immer besser behandelbar
Es war 1882: In diesem Jahr wurde die Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie (PNH) zum ersten Mal von einem deutschen Arzt beschrieben. Es ist eine chronisch-fortschreitende, seltene Bluterkrankung, von der weniger als 20 Menschen unter einer Million betroffen sind. Blutarmut, Blutgerinnsel, Nierenfunktionsstörungen: Die möglichen Folgen können tödlich sein. Doch in der Therapie hat sich viel getan. Dr. Janna Arnold, Director Medical Affairs Hematology/Nephrology vom forschenden Pharma-Unternehmen Alexion, nimmt uns mit auf eine medizinische Zeitreise: Wie sieht die Behandlung der Betroffenen HEUTE aus, wie war das GESTERN und was erhofft Arnold sich für das ÜBERMORGEN?

HIV: Auf der Suche nach der Heilung
Mit modernen Arzneimittelkombinationen ist es heute möglich, HIV gut zu kontrollieren. Das ist eine große Errungenschaft der Medizin: Als in den 1980er Jahren die ersten Fälle auftraten, war nur eine Sterbebegleitung möglich. Heilen lässt sich die Infektion bis heute nicht. Aber fragt man Expert:innen, ist das nur eine Frage der Zeit. Im Interview lässt Dr. Marion Heinzkill vom Biotech-Unternehmen Gilead die Entwicklung Revue passieren. Im Rahmen der Serie „Medizinische Zeitreisen“ wirft die Pharma Fakten-Redaktion einen Blick auf Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft: Wie werden Krankheiten HEUTE behandelt, wie war das GESTERN und was verspricht das ÜBERMORGEN?

Bakterielle Infektionskrankheiten: Errungenschaften der modernen Medizin in Gefahr
Ein Mädchen, das 1901 auf die Welt kam, hatte bei Geburt eine Lebenserwartung von weniger als 50 Jahren. Heute sind es über 83 Jahre. Zu verdanken ist das zu großen Teilen dem medizinischen Fortschritt. Im Rahmen der Serie „Medizinische Zeitreisen“ wirft die Pharma Fakten-Redaktion einen Blick auf Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft: Wie werden Krankheiten HEUTE behandelt, wie war das GESTERN und was verspricht das ÜBERMORGEN? In dieser Ausgabe im Fokus: der Kampf gegen bakterielle Infektionskrankheiten. Caroline Schweizer, Senior Medical Advisor im Bereich Antiinfektiva bei Pfizer, stand Rede und Antwort.
Digitale und molekulare Innovationen
Mit der Digitalisierung und dem Verständnis biologischer Moleküle begann eine neue Ära in der Medizin. Technologien wie künstliche Intelligenz, Biopharmazeutika oder robotergestützte Eingriffe machen Therapien präziser, individueller und effektiver. Molekulare Erkenntnisse ermöglichen dabei ganz neue Behandlungsansätze – etwa bei genetisch bedingten oder chronischen Erkrankungen.
Roboterassistierte Chirurgie
Chirurgische Roboter ermöglichen extrem präzise Eingriffe mit minimaler Invasivität. Die Steuerung erfolgt durch Chirurg:innen, die mit hochsensiblen Instrumenten millimetergenaue Bewegungen durchführen können. Roboterassistierte Chirurgie reduziert das Risiko von Komplikationen, verkürzt die Genesungszeit und könnte künftig sogar ferngesteuerte Operationen in den Bereich des Möglichen rücken.8
Biopharmazeutika
Biopharmazeutika sind Medikamente, die mithilfe von lebenden Zellen oder Organismen hergestellt werden. Im Gegensatz zu klassischen Medikamenten, die chemisch produziert werden, bestehen Biopharmazeutika aus komplexen Molekülen wie Proteinen oder Antikörpern, die zum Beispiel von gentechnisch veränderten Bakterien oder Zellkulturen produziert wurden. Ein bekanntes Beispiel ist Insulin, das früher aus tierischen Quellen gewonnen wurde, heute aber biotechnologisch hergestellt wird. Biopharmazeutika werden häufig zur Behandlung von Krankheiten wie Krebs, Autoimmunerkrankungen oder Stoffwechselstörungen eingesetzt. Sie sind zwar aufwendig in der Herstellung, dabei jedoch hochwirksam.9
Künstliche Intelligenz in der Medizin
Künstliche Intelligenz verändert die Medizin in vielerlei Hinsicht – von der Analyse medizinischer Bilder (Röntgenbilder, CT-Aufnahmen etc.) bis hin zur Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Therapiemaßnahmen. KI kann Muster in großen Datenmengen erkennen und Ärzt:innen die Entscheidungsfindung erleichtern.10
So kann KI zum Beispiel EKG-Daten auswerten oder Röntgen-, CT- und MRT-Bilder analysieren und auf diese Weise schon frühzeitig eventuelle Erkrankungen erkennen.
Künftig könnte Künstliche Intelligenz anhand von Bild- und Genomdaten vorhersagen, wie gut Patient:innen auf bestimmte Therapien (z. B. Chemotherapie bei Brustkrebs) ansprechen werden. Heißt auch: Ein potentieller neuer Wirkstoff könnte womöglich in Zukunft an einem Rechen-Modell getestet werden, bevor er Menschen in klinischen Studien verabreicht wird.20
Im Fokus: Die Pharmaforschung

Klinische Studie bei Krebs: „Für mich ein Gamechanger“
Viermal Brustkrebs innerhalb von fünf Jahren: Antje Mann hat zahlreiche Behandlungen hinter sich, doch der Tumor kehrt immer wieder zurück. Derzeit ist ihre Erkrankung stabil – eine entscheidende Rolle spielte dabei eine klinische Studie. Davon erzählt sie in „Akte Leben“ – ein Podcast der Initiative Pink Ribbon Deutschland.

Forschung für die Ultraseltenen: Eine nicht behandelbare Krankheit behandelbar machen
Die Thymidinkinase-2-Defizienz (TK2d) ist eine ultraseltene, vererbbare und lebensbedrohliche Erkrankung mit einer hohen Sterblichkeit im Kindesalter. Zu den Folgen zählen zunehmende Muskelschwäche, Schwierigkeiten beim Schlucken, Sprechen und Atmen. Bisher war die Medizin relativ machtlos; behandelt wurden lediglich die Symptome. Doch ein in diesem Jahr zugelassenes Medikament verändert für Menschen mit TK2d die Perspektive: Erstmals geht es darum, den Krankheitsverlauf selbst zu beeinflussen und möglicherweise Fähigkeiten zu erhalten oder zurückzugewinnen.

Klinische Forschung: So könnte sie das Gesundheitssystem stabilisieren
Klinische Forschung führt nicht nur zu wissenschaftlichem Fortschritt, sondern sie könnte auch dazu beitragen, Strukturen zu stärken und das Gesundheitssystem zu entlasten. Wie das gelingen kann, darüber haben wir mit Daniela Karl gesprochen, 1. Vorsitzende von „Buveba e.V.“, dem Bundesverband des nichtärztlichen Studienpersonals.
Neueste und zukünftige Entwicklungen
Heute stehen wir an der Schwelle zu einem weiteren medizinischen Umbruch. Neue biotechnologische Verfahren, individualisierte Therapien und smarte Technologien versprechen eine Medizin der Zukunft, die noch zielgerichteter, präventiver und heilender wirkt – mit enormem Potenzial für viele bisher unheilbare Krankheiten.
mRNA-Impfstoffe
Die Entwicklung von mRNA-Impfstoffen, insbesondere gegen COVID-19, hat die Impfstoffforschung revolutioniert. Statt klassische Methoden zu verwenden, enthalten mRNA-Impfstoffe genetische Baupläne, die den Körper dazu bringen, selbst eine Immunantwort auszulösen. Diese Technik ist schneller und flexibler als traditionelle Impfstoffe und könnte in Zukunft auch bei Krebs, HIV und anderen schweren Krankheiten zum Einsatz kommen.11
CAR-T-Zelltherapie
Die CAR-T-Zelltherapie ist eine bahnbrechende Methode zur Behandlung von bestimmten Krebsarten, insbesondere von Leukämien und Lymphomen. Dabei werden körpereigene Immunzellen genetisch so verändert, dass sie gezielt Krebszellen erkennen und zerstören können. Diese personalisierte Therapieform gibt schwerkranken Menschen neue Hoffnung auf Leben und Heilung und eröffnet völlig neue Wege in der Krebsmedizin.12
Wearables & Telemedizin
Wearable-Technologien wie Smartwatches mit Gesundheitsmonitoring ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung von Vitalwerten. Telemedizin wiederum erlaubt es Patient:innen, ärztlichen Rat bequem von zu Hause aus einzuholen. Gemeinsam verbessern Wearables und Telemedizin den Zugang zur medizinischen Versorgung und helfen, Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen. 13
CRISPR
Die CRISPR/Cas-Methode ist eine biotechnologische Schlüsseltechnologie zur gezielten Veränderung von Erbgut – eine Art „genetische Schere“. Mit ihr lassen sich DNA-Stränge an ganz bestimmten Stellen präzise schneiden, um einzelne Gene einzufügen, zu entfernen oder gezielt auszuschalten.
Der Begriff CRISPR steht für „Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats“ – das sind sich wiederholende DNA-Sequenzen. Das zugehörige Cas-Protein (meist Cas9) fungiert als Enzym, das die DNA durchtrennt. In Kombination mit einer maßgeschneiderten RNA-Sequenz wird das Cas-Protein genau an die gewünschte Stelle im Genom geleitet.
Die erste CRISPR/Cas9-basierte Gentherapie ist seit Januar 2025 auf dem Markt und wird zur Behandlung von Sichelzellanämie und Beta-Thalassämie eingesetzt.21 CRISPR könnte in Zukunft zur Behandlung von Erbkrankheiten, Krebs und sogar zur Prävention von Krankheiten eingesetzt werden – mit enormem Potenzial für die Medizin von Morgen.14
Bioprinting & 3D-gedruckte Implantate
Bioprinting ist eine Technologie, die 3D-Druck nutzt, um Gewebe und sogar ganze Organe herzustellen und diese präzise an den:die Patient:in anzupassen. Forscher:innen arbeiten daran, funktionale Organe aus körpereigenen Zellen zu drucken, was die Abstoßungsreaktionen verringern und außerdem den gravierenden Mangel an Organen lindern könnte.15, 16
Nanotechnologie
Nanotechnologie könnte die Medizin durch winzige Partikel revolutionieren, die zielgerichtet Medikamente transportieren oder Krebszellen zerstören können. Nanobots könnten in Zukunft also präzise Eingriffe im Körper durchführen und Erkrankungen auf zellulärer Ebene behandeln.17
Gehirn-Computer-Schnittstellen
Die Idee hinter sogenannten Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCIs = Brain-Computer-Interfaces) ist es, eine direkte Verbindung zwischen Gehirn und Technologie zu ermöglichen. So sollen sie neue Wege zur Behandlung neurologischer Erkrankungen bieten und Menschen mit Lähmungen helfen, allein mit ihren Gedanken Geräte (etwa einen Sprachcomputer, einen Rollstuhl oder Prothesen) zu steuern. Sogar die menschliche Wahrnehmung könnte zukünftig mithilfe von BCIs erweitert werden. Die Anwendungspotentiale sind riesig – genauso wie die Bedenken zum Datenschutz.18
Regenerative Medizin
Die regenerative Medizin setzt auf die Fähigkeit des Körpers, sich selbst zu heilen. Durch Stammzelltherapien und Gewebezüchtung können beschädigte Organe und Gewebe repariert werden, so die Hoffnung. Besonders vielversprechend ist dabei die Nutzung körpereigener Stammzellen, um degenerative Erkrankungen wie Parkinson oder Arthrose zu behandeln.19
Medizin im Wandel: Von historischen Meilensteinen zu Zukunftstechnologien
Die Geschichte der Medizin ist eine Geschichte bahnbrechender Ideen, mutiger Pionierleistungen und technischer Innovationen. Vom ersten Blick ins Innere des Körpers mit Röntgenstrahlen bis zur gezielten Genbearbeitung mit CRISPR – was einst als medizinische Utopie galt, ist heute vielerorts Realität. Und vieles von dem, was wir heute erforschen, wird die Medizin von morgen prägen. Ob durch digitale Assistenzsysteme, personalisierte Therapien oder Biotechnologie: Die Zukunft der Medizin wird nicht nur heilender, sondern auch präventiver, präziser und individueller. Damit rückt ein Ziel immer näher – Krankheiten nicht nur immer besser zu behandeln, sondern sie zunehmend zu verhindern oder sogar dauerhaft zu heilen.
Weitere Meilensteine der Medizin

Die Entdeckung der Röntgenstrahlen
Weniger als 10 Nanometer: Das ist die Wellenlänge von Röntgenstrahlen, die somit 100.000-mal kleiner ist als ein Millimeter.1 Diese extreme Kurzwelligkeit ist der Grund dafür, dass Röntgenstrahlung tief in Materie eindringen kann – ein Fakt, der sie unschätzbar wertvoll für die moderne Medizin macht. Doch was genau sind Röntgenstrahlen eigentlich, wer hat sie wann entdeckt und was sind aktuelle und zukünftige Einsatzfelder? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um das Thema Röntgenstrahlung finden Sie in diesem Artikel.

Infektionskrankheiten verstehen – mit Louis Pasteurs Entdeckungen
Wenn es um Innovationen in der Medizingeschichte geht, darf einer nicht fehlen: Der französische Chemiker Louis Pasteur, der mit seinen Arbeiten die Infektionsmedizin revolutionierte und den Grundstein für moderne Impfstoffe legte. Doch was genau hat Louis Pasteur erfunden, wer hat die Bakterien entdeckt und was ist das moderne Erbe von Pasteur?

Künstliche Intelligenz in der Medizin: Diagnose, Therapie, Prävention
Technologische Innovationen durchdringen sämtliche Lebensbereiche, so auch die Welt der Medizin. Künstliche Intelligenz (KI) fungiert dabei als Schlüsselelement. Sie revolutioniert die traditionellen Ansätze in Diagnose, Therapie und Prävention, indem sie Prozesse präziser, effizienter und individueller gestalten kann. Dadurch können Fehlerquellen reduziert, Fachkräfte entlastet und Patient:innen gezielter und effektiver behandelt werden.
- https://www.dpma.de/dpma/veroeffentlichungen/meilensteine/erfindungenmitgeschichten/roentgen-strahlen/index.html
- https://www.aerzteblatt.de/archiv/150-jahre-anaesthesie-eine-entdeckung-in-der-chirurgie-2c6a4588-ee58-488e-98c7-c3da343e89d2
- https://geschichte-wissen.de/blog/entdeckung-antibiotika/
- https://de.wikipedia.org/wiki/Herz-Lungen-Maschine
- https://freseniusmedicalcare.com/de/medien/einblicke/aus-dem-unternehmen/die-geschichte-der-dialyse/
- https://www.transplant-wissen.de/geschichte-der-organtransplantation/
- https://de.wikipedia.org/wiki/Transplantation
- https://klinikradar.de/magazin/op-roboter-im-krankenhaus-ueberblick-ueber-aktuelle-entwicklungen
- https://de.wikipedia.org/wiki/Biopharmazeutikum
- https://www.bundesaerztekammer.de/themen/aerzte/digitalisierung/ki-in-der-medizin
- https://www.pharmazeutische-zeitung.de/wie-funktionieren-mrna-impfstoffe-121742/
- https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/non-hodgkin-lymphome/car-t-zell-therapie-wichtige-fragen-antworten.html
- https://www.vdi.de/news/detail/mit-innovativen-technologien-patienten-aus-der-ferne-versorgen
- https://de.wikipedia.org/wiki/CRISPR/Cas-Methode
- https://www.aerzteblatt.de/archiv/3-d-druck-organe-und-implantate-aus-dem-drucker-c7550255-0834-43a3-9af3-e9a989dd42e0
- https://de.wikipedia.org/wiki/Bioprinter
- https://www.aerzteblatt.de/archiv/nanotechnologie-viele-chancen-unbekannte-risiken-6e2491e0-ba41-4295-bbbf-3cecf18e36b7
- https://www.spektrum.de/news/gehirn-computer-schnittstelle-mit-hirnimplantat-zurueck-ins-leben/2016952
- https://de.wikipedia.org/wiki/Regenerative_Medizin
- https://www.pfizer.de/newsroom/news-stories/ki-in-der-medizin-k%C3%BCnstliche-intelligenz-f%C3%BCr-die-gesundheit
- https://www.pharmazeutische-zeitung.de/erste-crisprcas9-gentherapie-auf-dem-markt-152873/
