Von Röntgenstrahlen über Antibiotika und Dialyse bis CRISPR: bahnbrechende medizinische Technologien im Laufe der Geschichte. © iStock.com / gorodenkoff
Von Röntgenstrahlen über Antibiotika und Dialyse bis CRISPR: bahnbrechende medizinische Technologien im Laufe der Geschichte. © iStock.com / gorodenkoff

Revolutionäre Technologien, die die Medizin verändert haben – und noch verändern werden

Die Medizin hat in den vergangenen Jahrhunderten beeindruckende Fortschritte gemacht – angetrieben durch Technologien, die die Art und Weise, wie wir Krankheiten diagnostizieren und behandeln, grundlegend verändert haben. Von der revolutionären Entdeckung der Röntgenstrahlung, die einen Blick ins Innere des menschlichen Körpers ermöglicht, über die Entwicklung von Antibiotika, die bereits Millionen von Menschenleben gerettet haben, bis hin zu modernen Innovationen wie CRISPR und Nanotechnologie, die eine völlig neue Ära der Medizin einläuteten. Wie diese Technologien die Vergangenheit geprägt haben und die Zukunft maßgeblich beeinflussen werden, erfahren Sie in diesem Artikel. Werfen wir einen Blick auf die Geschichte.

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Historische Durchbrüche wie Röntgenstrahlung, Anästhesie und Antibiotika legten im 19. und frühen 20. Jahrhundert das Fundament der modernen Medizin.
  • Im 20. Jahrhundert ermöglichten Technologien wie Herz-Lungen-Maschine, Dialyse und Transplantationsmedizin lebensrettende Eingriffe bei schwersten Erkrankungen.
  • Digitale und molekulare Innovationen – etwa KI, Biopharmazeutika und robotergestützte Chirurgie – machen Diagnostik und Therapie präziser und individueller.
  • Aktuelle Schlüsseltechnologien wie mRNA-Impfstoffe, CAR-T-Zelltherapie und CRISPR eröffnen neue Wege in der personalisierten und genetischen Medizin.
  • Zukunftsvisionen wie Bioprinting, Nanotechnologie, Gehirn-Computer-Schnittstellen und regenerative Medizin könnten Krankheiten gezielt heilen oder sogar verhindern.

Frühe Durchbrüche (19. bis frühes 20. Jahrhundert)

Die Grundlagen moderner Medizin wurden im 19. und frühen 20. Jahrhundert gelegt. In dieser Zeit gelang es erstmals, zentrale Prinzipien der Diagnostik und Therapie wissenschaftlich zu verstehen und systematisch anzuwenden. Einige der bis heute bedeutendsten Technologien – von der Schmerzfreiheit durch Anästhesie bis zur Entdeckung lebensrettender Antibiotika – haben in dieser Ära ihren Ursprung.

Röntgenstrahlung

Die Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen im Jahr 1895 revolutionierte die Medizin grundlegend. Erstmals war es möglich, einen Blick in den menschlichen Körper zu werfen, ohne invasive Eingriffe vornehmen zu müssen. Die Röntgentechnologie hat sich seitdem stark weiterentwickelt: Moderne Computertomografie (CT) und digitale Röntgenbilder ermöglichen präzise Diagnosen und helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Heute ist die Bildgebung mittels Röntgenstrahlen ein unverzichtbarer Bestandteil der Medizin, sei es zur Identifikation von Knochenbrüchen oder zur Erkennung von Tumoren.1

Anästhesie

Vor der Einführung der Anästhesie waren chirurgische Eingriffe eine schmerzhafte und oft traumatische Erfahrung. Die Entdeckung von Narkosemitteln wie Äther (1846) und Chloroform (1847) ermöglichte erstmals schmerzfreie Operationen. Später folgten modernere Anästhetika wie Halothan und Propofol, die in der Anwendung und Dosierung wesentlich sicherer sind. Heute ist die Anästhesie ein zentraler Bestandteil der modernen Medizin – ob für kleine ambulante Eingriffe oder für komplexe Operationen am Herzen oder Gehirn. Sie bringt nicht nur Entlastung für die Patient:innen, sondern reduziert auch das Risiko für Komplikationen und steigert die Erfolgsaussichten von Operationen.2

Antibiotika

Die Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming im Jahr 1928 leitete eine neue Ära in der Medizin ein. Bakterielle Infektionen, die früher oft tödlich endeten, konnten plötzlich effektiv behandelt werden. Antibiotika haben seitdem Millionen von Leben gerettet und Krankheiten wie Tuberkulose oder Lungenentzündung beherrschbar gemacht. Allerdings stehen wir heute vor neuen Herausforderungen: Zunehmende Antibiotika-Resistenzen gefährden die Wirksamkeit dieser Medikamente. Die Forschung konzentriert sich daher auf neue Wirkstoffe und alternative Behandlungsstrategien, um lebensrettende Antibiotika auch in Zukunft effektiv nutzen zu können.3

Aktuelle News aus der Pharmaforschung

Adipositas ist eine komplexe Erkrankung. Oft brauchen die Betroffenen eine multimodale Therapie. Doch häufig verhindert Stigmatisierung, dass sie die Versorgung bekommen, die ihnen zusteht. Foto: Screenshot / Pharma Fakten

Adipositas ganzheitlich denken: Das ist „wirklich notwendig“

Bei einer chronischen Erkrankung wie Rheuma oder Asthma ist allen klar: Die Patient:innen brauchen eine gute, umfassende Behandlung. Warum ist das bei Adipositas anders? Vorurteile, fragwürdige Ratschläge und Stigmatisierung verhindern bis heute, dass Betroffene die medizinische Versorgung erhalten, die sie brauchen. Dabei ist die Vorstellung von Adipositas als reines Lifestyle-Problem wissenschaftlich gesehen längst überholt. Darüber sprachen mehrere Fachleute auf der F.A.Z. Konferenz Gesundheit & Ernährung 2026.

Weiterlesen »
ADCs sind einer der Innovationsmotoren in der Onkologie. Die Medikamente verändern das Leben von Menschen mit Krebs schon heute nachhaltig. Die Pipelines sind gut gefüllt. Foto: ©iStock.com/Love Employee

Intelligentes Trio: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate gegen Krebs

Wer heute über die wichtigsten Innovationsmotoren in der Onkologie nachdenkt, kommt an ihnen nicht vorbei: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate; kurz: ADCs. Sie verändern spürbar, wie Krebs behandelt wird, denn sie verbinden die Zielgenauigkeit von Antikörpern mit der Kraft hochpotenter Chemotherapien. Im bayerischen Pfaffenhofen entsteht zurzeit ein Zentrum zu Entwicklung und Herstellung dieser Präparate. Das Ziel: Das Leben von Menschen mit Krebserkrankungen nachhaltig zu verändern.

Weiterlesen »
Der medizinische Fortschritt wächst exponentiell. Die Bewertungssysteme für Innovationen wie das AMNOG sind darauf nicht vorbereitet. Das soll sich ändern. Foto: ©iStock.com/ipopba

Auf Innovationen verzichten? „Das können wir uns nicht leisten.“

Seit 15 Jahren regelt das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) die Bewertung des Zusatznutzens von neuen Arzneimitteln im Vergleich zu bestehenden Therapien und deren Erstattung durch die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Es soll sicherstellen, dass den Kosten für ein Präparat ein adäquater medizinischer Nutzen gegenübersteht. Über 500 Arzneimittel wurden seitdem bewertet. Nun muss das AMNOG aufs Trockendock. Es wurde für „klassische“ Arzneimittel mit breiter Indikation und klarer Studienlage konzipiert. Diese Zeiten sind vorbei.

Weiterlesen »

Entwicklung lebensrettender Techniken (20. Jahrhundert)

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Medizin zunehmend technisiert – mit enormem Nutzen für schwerkranke Patient:innen. Neue Geräte und Verfahren ermöglichten lebensrettende Eingriffe, die zuvor undenkbar waren. Ob durch Maschinen, die Organe temporär ersetzen, oder durch die Verbesserung von Transplantationen: Der technische Fortschritt rettete unzählige Leben.

Herz-Lungen-Maschine

Die Entwicklung der Herz-Lungen-Maschine in den 1950er Jahren war ein Meilenstein in der Herzchirurgie. Durch sie wird das Blut eines:einer Patient:in während einer Operation außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und wieder zurückgeführt. Dies ermöglicht komplexe Eingriffe, wie etwa Bypass-Operationen oder Transplantationen, ohne dass das Herz schlagen muss. Die Technologie hat die Überlebenschancen von Patient:innen mit schweren Herzleiden dramatisch verbessert und erlaubt lebensrettende Eingriffe, die früher unmöglich gewesen wären.4

Dialyse

Die Dialyse ist eine bahnbrechende Technologie für Patient:innen mit schweren Nierenfunktionsstörungen. Sie übernimmt die Aufgabe der Nieren, indem sie das Blut von Giftstoffen und überschüssigem Wasser reinigt. Seit ihrer Einführung in den 1940er Jahren hat sich die Dialysetechnik enorm verbessert – moderne Geräte ermöglichen eine effizientere und schonendere Behandlung. Für viele Betroffene ist die Dialyse ein lebensnotwendiger Ersatz, bis eine Nierentransplantation möglich wird. Gleichzeitig wird intensiv an neuen Verfahren geforscht, um die Lebensqualität der Patient:innen zu erhöhen.5

Transplantationstechnologie

Die moderne Transplantationstechnologie hat Tausenden von Menschen ein zweites Leben geschenkt. Während frühe Organtransplantationen oft an Abstoßungsreaktionen scheiterten, führte die Entwicklung von Immunsuppressiva zu deutlich höheren Erfolgsraten. Fortschritte in der Organerhaltung und neue Techniken wie 3D-gedruckte Organe und Xenotransplantationen (Tierorgane für Menschen) könnten die Zukunft der Transplantationsmedizin weiter verändern und zudem den Organmangel reduzieren.6, 7

Medizin früher und heute: Medizinische Zeitreisen

Multiples Myelom: Langfristig auf Heilbarkeit hinarbeiten

Das Multiple Myelom ist ein Blutkrebs, der das Knochenmark befällt – und die zweithäufigste bösartige hämatologische Erkrankung in den westlichen Industriestaaten. In Deutschland sind es fast 7.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Meist trifft es Menschen im höheren Lebensalter – um das 70. Lebensjahr herum. Blutarmut und Müdigkeit, Gewichtsabnahme, Blutungsneigung, Knochenschmerzen und -brüche, aber auch Organfunktionsstörungen sind mögliche Symptome. Lange Zeit standen Bestrahlung und Chemotherapie im Fokus der Behandlung. Inzwischen können Ärzt:innen aus ganz unterschiedlichen Arzneimittelklassen wählen. Und die Forschung lässt auf weitere medizinische Fortschritte hoffen. Darüber spricht Dr. med. Ingo Abraham, Medical Director Hematology bei Bristol Myers Squibb, im Interview.

Weiterlesen »

Osteoporose: „Hochwirksame Arzneimittel“

Sie ist eine Volkskrankheit: 6,3 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Osteoporose – vor allem Frauen. Bei ihnen führt ein gestörter Knochenstoffwechsel zu einer Verringerung der Knochenmasse. Mögliche Folgen: Knochenbrüche – auch ohne stärkere Krafteinwirkung von außen. Dr. Christopher Kramer, Ärztlicher Leiter der medizinischen Abteilung im Bereich Knochengesundheit und chronisch entzündliche Erkrankungen bei der Amgen GmbH, erklärt, wie die Behandlung der Betroffenen heute aussehen kann, wie das in der Vergangenheit war und was er sich für die Zukunft erhofft.

Weiterlesen »

Seltene Erkrankung „PNH“ immer besser behandelbar

Es war 1882: In diesem Jahr wurde die Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie (PNH) zum ersten Mal von einem deutschen Arzt beschrieben. Es ist eine chronisch-fortschreitende, seltene Bluterkrankung, von der weniger als 20 Menschen unter einer Million betroffen sind. Blutarmut, Blutgerinnsel, Nierenfunktionsstörungen: Die möglichen Folgen können tödlich sein. Doch in der Therapie hat sich viel getan. Dr. Janna Arnold, Director Medical Affairs Hematology/Nephrology vom forschenden Pharma-Unternehmen Alexion, nimmt uns mit auf eine medizinische Zeitreise: Wie sieht die Behandlung der Betroffenen HEUTE aus, wie war das GESTERN und was erhofft Arnold sich für das ÜBERMORGEN?

Weiterlesen »

Digitale und molekulare Innovationen

Mit der Digitalisierung und dem Verständnis biologischer Moleküle begann eine neue Ära in der Medizin. Technologien wie künstliche Intelligenz, Biopharmazeutika oder robotergestützte Eingriffe machen Therapien präziser, individueller und effektiver. Molekulare Erkenntnisse ermöglichen dabei ganz neue Behandlungsansätze – etwa bei genetisch bedingten oder chronischen Erkrankungen.

Roboterassistierte Chirurgie

Chirurgische Roboter ermöglichen extrem präzise Eingriffe mit minimaler Invasivität. Die Steuerung erfolgt durch Chirurg:innen, die mit hochsensiblen Instrumenten millimetergenaue Bewegungen durchführen können. Roboterassistierte Chirurgie reduziert das Risiko von Komplikationen, verkürzt die Genesungszeit und könnte künftig sogar ferngesteuerte Operationen in den Bereich des Möglichen rücken.8

Biopharmazeutika

Biopharmazeutika sind Medikamente, die mithilfe von lebenden Zellen oder Organismen hergestellt werden. Im Gegensatz zu klassischen Medikamenten, die chemisch produziert werden, bestehen Biopharmazeutika aus komplexen Molekülen wie Proteinen oder Antikörpern, die zum Beispiel von gentechnisch veränderten Bakterien oder Zellkulturen produziert wurden. Ein bekanntes Beispiel ist Insulin, das früher aus tierischen Quellen gewonnen wurde, heute aber biotechnologisch hergestellt wird. Biopharmazeutika werden häufig zur Behandlung von Krankheiten wie Krebs, Autoimmunerkrankungen oder Stoffwechselstörungen eingesetzt. Sie sind zwar aufwendig in der Herstellung, dabei jedoch hochwirksam.9

Künstliche Intelligenz in der Medizin

Künstliche Intelligenz verändert die Medizin in vielerlei Hinsicht – von der Analyse medizinischer Bilder (Röntgenbilder, CT-Aufnahmen etc.) bis hin zur Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Therapiemaßnahmen. KI kann Muster in großen Datenmengen erkennen und Ärzt:innen die Entscheidungsfindung erleichtern.10

So kann KI zum Beispiel EKG-Daten auswerten oder Röntgen-, CT- und MRT-Bilder analysieren und auf diese Weise schon frühzeitig eventuelle Erkrankungen erkennen.
Künftig könnte Künstliche Intelligenz anhand von Bild- und Genomdaten vorhersagen, wie gut Patient:innen auf bestimmte Therapien (z. B. Chemotherapie bei Brustkrebs) ansprechen werden. Heißt auch: Ein potentieller neuer Wirkstoff könnte womöglich in Zukunft an einem Rechen-Modell getestet werden, bevor er Menschen in klinischen Studien verabreicht wird.20

Im Fokus: Die Pharmaforschung

Der medizinische Fortschritt wächst exponentiell. Die Bewertungssysteme für Innovationen wie das AMNOG sind darauf nicht vorbereitet. Das soll sich ändern. Foto: ©iStock.com/ipopba

Auf Innovationen verzichten? „Das können wir uns nicht leisten.“

Seit 15 Jahren regelt das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) die Bewertung des Zusatznutzens von neuen Arzneimitteln im Vergleich zu bestehenden Therapien und deren Erstattung durch die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Es soll sicherstellen, dass den Kosten für ein Präparat ein adäquater medizinischer Nutzen gegenübersteht. Über 500 Arzneimittel wurden seitdem bewertet. Nun muss das AMNOG aufs Trockendock. Es wurde für „klassische“ Arzneimittel mit breiter Indikation und klarer Studienlage konzipiert. Diese Zeiten sind vorbei.

Weiterlesen »
Daiichi Sankyo ist ein globales Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Tokio. Der größte Produktionsstandort außerhalb Japans liegt im deutschen Pfaffenhofen. Foto: Daiichi Sankyo

Arzneimittel-Innovationen made in Pfaffenhofen

Daiichi Sankyo ist ein globales Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Tokio. Doch der größte Produktionsstandort außerhalb Japans liegt in Deutschland: Ausgehend von Pfaffenhofen werden 55 Länder weltweit mit Arzneimitteln gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beliefert. Künftig soll der Standort weiter an Bedeutung gewinnen. Wir waren vor Ort und haben mit Dr. Nora Urbanetz, Leiterin der Tech Unit in Europa, gesprochen.

Weiterlesen »
Zwar gab es 2025 deutlich weniger Masernfälle in Europa als noch 2024. Aber ein Grund zur Beruhigung ist das nicht, wie aus aktuellen Daten der WHO hervorgeht. Foto: ©iStock.com/Bilanol

Masern: Darum wird sich das hoch ansteckende Virus weiter ausbreiten

Um fast 75 Prozent: So deutlich sind die Masernerkrankungen in Europa und Zentralasien von 2024 auf 2025 zurückgegangen. Statt 127.412 Fällen waren es im vergangenen Jahr 33.998 Fälle. Das geht aus vorläufigen Daten hervor, welche die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF veröffentlicht haben. Grund zur Beruhigung liefern die aktuellen Zahlen nicht.

Weiterlesen »

Neueste und zukünftige Entwicklungen

Heute stehen wir an der Schwelle zu einem weiteren medizinischen Umbruch. Neue biotechnologische Verfahren, individualisierte Therapien und smarte Technologien versprechen eine Medizin der Zukunft, die noch zielgerichteter, präventiver und heilender wirkt – mit enormem Potenzial für viele bisher unheilbare Krankheiten.

mRNA-Impfstoffe

Die Entwicklung von mRNA-Impfstoffen, insbesondere gegen COVID-19, hat die Impfstoffforschung revolutioniert. Statt klassische Methoden zu verwenden, enthalten mRNA-Impfstoffe genetische Baupläne, die den Körper dazu bringen, selbst eine Immunantwort auszulösen. Diese Technik ist schneller und flexibler als traditionelle Impfstoffe und könnte in Zukunft auch bei Krebs, HIV und anderen schweren Krankheiten zum Einsatz kommen.11

CAR-T-Zelltherapie

Die CAR-T-Zelltherapie ist eine bahnbrechende Methode zur Behandlung von bestimmten Krebsarten, insbesondere von Leukämien und Lymphomen. Dabei werden körpereigene Immunzellen genetisch so verändert, dass sie gezielt Krebszellen erkennen und zerstören können. Diese personalisierte Therapieform gibt schwerkranken Menschen neue Hoffnung auf Leben und Heilung und eröffnet völlig neue Wege in der Krebsmedizin.12

Wearables & Telemedizin

Wearable-Technologien wie Smartwatches mit Gesundheitsmonitoring ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung von Vitalwerten. Telemedizin wiederum erlaubt es Patient:innen, ärztlichen Rat bequem von zu Hause aus einzuholen. Gemeinsam verbessern Wearables und Telemedizin den Zugang zur medizinischen Versorgung und helfen, Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen. 13

CRISPR

Die CRISPR/Cas-Methode ist eine biotechnologische Schlüsseltechnologie zur gezielten Veränderung von Erbgut – eine Art „genetische Schere“. Mit ihr lassen sich DNA-Stränge an ganz bestimmten Stellen präzise schneiden, um einzelne Gene einzufügen, zu entfernen oder gezielt auszuschalten.

Der Begriff CRISPR steht für „Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats“ – das sind sich wiederholende DNA-Sequenzen. Das zugehörige Cas-Protein (meist Cas9) fungiert als Enzym, das die DNA durchtrennt. In Kombination mit einer maßgeschneiderten RNA-Sequenz wird das Cas-Protein genau an die gewünschte Stelle im Genom geleitet.

Die erste CRISPR/Cas9-basierte Gentherapie ist seit Januar 2025 auf dem Markt und wird zur Behandlung von Sichelzellanämie und Beta-Thalassämie eingesetzt.21 CRISPR könnte in Zukunft zur Behandlung von Erbkrankheiten, Krebs und sogar zur Prävention von Krankheiten eingesetzt werden – mit enormem Potenzial für die Medizin von Morgen.14

Bioprinting & 3D-gedruckte Implantate

Bioprinting ist eine Technologie, die 3D-Druck nutzt, um Gewebe und sogar ganze Organe herzustellen und diese präzise an den:die Patient:in anzupassen. Forscher:innen arbeiten daran, funktionale Organe aus körpereigenen Zellen zu drucken, was die Abstoßungsreaktionen verringern und außerdem den gravierenden Mangel an Organen lindern könnte.15, 16

Nanotechnologie

Nanotechnologie könnte die Medizin durch winzige Partikel revolutionieren, die zielgerichtet Medikamente transportieren oder Krebszellen zerstören können. Nanobots könnten in Zukunft also präzise Eingriffe im Körper durchführen und Erkrankungen auf zellulärer Ebene behandeln.17

Gehirn-Computer-Schnittstellen

Die Idee hinter sogenannten Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCIs = Brain-Computer-Interfaces) ist es, eine direkte Verbindung zwischen Gehirn und Technologie zu ermöglichen. So sollen sie neue Wege zur Behandlung neurologischer Erkrankungen bieten und Menschen mit Lähmungen helfen, allein mit ihren Gedanken Geräte (etwa einen Sprachcomputer, einen Rollstuhl oder Prothesen) zu steuern. Sogar die menschliche Wahrnehmung könnte zukünftig mithilfe von BCIs erweitert werden. Die Anwendungspotentiale sind riesig – genauso wie die Bedenken zum Datenschutz.18

Regenerative Medizin

Die regenerative Medizin setzt auf die Fähigkeit des Körpers, sich selbst zu heilen. Durch Stammzelltherapien und Gewebezüchtung können beschädigte Organe und Gewebe repariert werden, so die Hoffnung. Besonders vielversprechend ist dabei die Nutzung körpereigener Stammzellen, um degenerative Erkrankungen wie Parkinson oder Arthrose zu behandeln.19

Medizin im Wandel: Von historischen Meilensteinen zu Zukunftstechnologien

Die Geschichte der Medizin ist eine Geschichte bahnbrechender Ideen, mutiger Pionierleistungen und technischer Innovationen. Vom ersten Blick ins Innere des Körpers mit Röntgenstrahlen bis zur gezielten Genbearbeitung mit CRISPR – was einst als medizinische Utopie galt, ist heute vielerorts Realität. Und vieles von dem, was wir heute erforschen, wird die Medizin von morgen prägen. Ob durch digitale Assistenzsysteme, personalisierte Therapien oder Biotechnologie: Die Zukunft der Medizin wird nicht nur heilender, sondern auch präventiver, präziser und individueller. Damit rückt ein Ziel immer näher – Krankheiten nicht nur immer besser zu behandeln, sondern sie zunehmend zu verhindern oder sogar dauerhaft zu heilen.

Weitere Meilensteine der Medizin

  1. https://www.dpma.de/dpma/veroeffentlichungen/meilensteine/erfindungenmitgeschichten/roentgen-strahlen/index.html
  2. https://www.aerzteblatt.de/archiv/150-jahre-anaesthesie-eine-entdeckung-in-der-chirurgie-2c6a4588-ee58-488e-98c7-c3da343e89d2
  3. https://geschichte-wissen.de/blog/entdeckung-antibiotika/
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Herz-Lungen-Maschine
  5. https://freseniusmedicalcare.com/de/medien/einblicke/aus-dem-unternehmen/die-geschichte-der-dialyse/
  6. https://www.transplant-wissen.de/geschichte-der-organtransplantation/
  7. https://de.wikipedia.org/wiki/Transplantation
  8. https://klinikradar.de/magazin/op-roboter-im-krankenhaus-ueberblick-ueber-aktuelle-entwicklungen
  9. https://de.wikipedia.org/wiki/Biopharmazeutikum
  10. https://www.bundesaerztekammer.de/themen/aerzte/digitalisierung/ki-in-der-medizin
  11. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/wie-funktionieren-mrna-impfstoffe-121742/
  12. https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/non-hodgkin-lymphome/car-t-zell-therapie-wichtige-fragen-antworten.html
  13. https://www.vdi.de/news/detail/mit-innovativen-technologien-patienten-aus-der-ferne-versorgen
  14. https://de.wikipedia.org/wiki/CRISPR/Cas-Methode
  15. https://www.aerzteblatt.de/archiv/3-d-druck-organe-und-implantate-aus-dem-drucker-c7550255-0834-43a3-9af3-e9a989dd42e0
  16. https://de.wikipedia.org/wiki/Bioprinter
  17. https://www.aerzteblatt.de/archiv/nanotechnologie-viele-chancen-unbekannte-risiken-6e2491e0-ba41-4295-bbbf-3cecf18e36b7
  18. https://www.spektrum.de/news/gehirn-computer-schnittstelle-mit-hirnimplantat-zurueck-ins-leben/2016952
  19. https://de.wikipedia.org/wiki/Regenerative_Medizin
  20. https://www.pfizer.de/newsroom/news-stories/ki-in-der-medizin-k%C3%BCnstliche-intelligenz-f%C3%BCr-die-gesundheit
  21. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/erste-crisprcas9-gentherapie-auf-dem-markt-152873/

Verwandte Nachrichten

Anmeldung: Abo des Pharma Fakten-Newsletters

Ich möchte per E-Mail News von Pharma Fakten erhalten:

© Pharma Fakten e.V.
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und dienen dazu, Sie wiederzuerkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und unserem Team zu helfen, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.